Zum Kommentar von
Christina Böck, 24. Februar

Weiterhin keine Kulturveranstaltungen

Das ist mehr nach dem Prinzip der Beliebigkeit als nach dem Gesetz der Logik entschieden, denn im Kulturbereich gibt es nachweislich gute Präventionskonzepte und kaum Clusterbildungen. Aber die "Kulturverliebten" sollen sich gefälligst zu Hause mit Streams begnügen oder eine CD auflegen. Dazu können sie dann immerhin ein Glas Bier, Wein oder sogar Schnaps trinken, denn die Supermärkte haben unbeschränkt offen, und Alkohol ist auch nicht verboten.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Produktion essenzieller
Güter im Inland

Spät, aber doch, hat es auch die SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner begriffen: Es gibt ein Problem, wenn man Produktionen wie etwa die von Impfstoffen in die Hände globaler Konzerne legt. Ja, man macht sich von ihnen abhängig - und wie diese Abhängigkeit dann aussieht, das erleben wir gerade jetzt bei der Lieferung oder besser gesagt bei der Nichtlieferung von Impfstoffen gemäß den getätigten Vereinbarungen. Es gilt das Gesetz: Wer mehr zahlt, wird schneller beliefert.

Allerdings bezieht sich diese Problematik nicht nur auf Impfstoffe - und sie ist alles andere als neu. Die etablierte Politik der vergangenen Jahrzehnte hat nicht nur dabei zugesehen, wie wichtige Produktionen in die Hände global tätiger Konzerne gelangt sind, sie hat auch kräftig dabei mitgeholfen. Auch die sozialdemokratische Partei. Nun ja, es soll ja angeblich nie zu spät für Einsichten sein. Das gilt natürlich auch für Parteien. Nur sind sie dann daran zu messen, welche Schritte sie unternehmen, um regionale Produktionen zu fördern.

Mag. Gerhard Kohlmaier,

per E-Mail

Immer noch unverzichtbare Pflanzenschutzmittel

Die Grünen streben eine Landwirtschaft ohne chemisch-synthetisierte Pflanzenschutzmittel an. Aber trotz intensiver Forschung gibt es bisher kaum Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz, und diese können in der Wirksamkeit meist nicht mithalten. Der chemische Pflanzenschutz garantiert uns dagegen sichere und hohe Erträge. Auch das Befallsniveau im Pflanzenbau hält er landesweit gering, was den Biobauern letztlich zugutekommt.

Vor der Entwicklung der Insektizide wurden die Kartoffelfelder ganzer Landstriche von Kartoffelkäfern kahlgefressen. Drei Jahre ungestörte Vermehrung können ausreichen, dass die Nachkommen eines einzigen Kartoffelkäferpaares etwa fünf Hektar (sieben Fußballfelder) vernichten.

Manches Pflanzenschutzmittel ist bei übermäßiger Anwendung toxikologisch bedenklich, dies ist wohl wahr. Billige Nahrungsmittel gibt es aber nicht ohne Pflanzenschutzmittel. Die Antwort kann also nur lauten: Forschung, Forschung, Forschung.

Dr. Karl Hahn,

36469 Bad Salzungen