Zum Gastkommentar von
Alexander Eberan, 2. März

Kleine Börsenakteure gegen professionelle Investoren

Alexander Eberan hat Sorge, dass "Aufstände von Kleinanlegern", wie vor kurzem bei GameStop, die Funktion der Börsen, Kapital in Richtung prosperierender Firmen zu lenken, stören. Diese Sorge ist unbegründet. Börsen funktionieren nur bedingt nach Marktprinzipien, die Spekulation steuert durchaus Kurse im Sinn ihrer Bedürfnisse. Leerverkäufe aber auch der Derivathandel sind die Werkzeuge dafür.

Mir gefällt es, was die Robin Hoods bewirkt haben. Es wird sich aber sicher bald jemand finden, der sie dauerhaft zu organisieren versucht, was das Ende der Robin Hoods bedeutet.

Jürgen Jauch,

4040 Linz

Nicolas Sarkozy wegen Bestechung verurteilt

Égalité par excellence. Die Verurteilung des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, dem Verfehlungen nachgewiesen wurden, sollte als Beispiel für die Justiz vieler Länder, zumindest der EU-Staaten, wahrgenommen werden.

Hans Gamliel,

CH-9400 Rorschach

Ohnmacht und doch
ein Funke Hoffnung

Wir alle kämpfen nun schon ein ganzes Jahr gegen Corona. Lange war ich der Meinung, dass wir dieses Virus mit den richtigen Maßnahmen schnell in den Griff bekommen würden, doch jetzt weiß ich: Meine Hoffnung bewahrheitet sich leider nicht.

Ein Gefühl der Ohnmacht hat nicht nur mich, sondern auch viele andere Menschen erfasst. Jeden Morgen beim Aufwachen hoffe ich, dass keines meiner Familienmitglieder und keiner meiner Freunde an Covid-19 erkrankt oder an dieser heimtückischen Erkrankung vielleicht sogar verstirbt.

Doch für mich ist diese Ohnmacht keineswegs ein neues Gefühl, ich habe es während der vergangenen Jahre oft verspürt, wenn ich über meine Felder oder durch meinen Wald gegangen bin. Ich sehe, wie die durch den Klimawandel verursachte Hitze und Trockenheit die Erde zwischen meinen Fingern einfach durchrieseln lassen. Der Boden, der Feldfrüchte und Bäume nähren soll, kann seine Aufgabe kaum noch erfüllen - immer öfter verdursten die Pflanzen.

Weil in den vergangenen Jahren mein Bewusstsein für den Klimawandel geschärft wurde, weiß ich aber auch, dass wir diese wichtige Aufgabe in der nächsten Generation nicht mehr erfüllen können. Dieses Wissen lässt mich verzweifeln und erklärt gleichzeitig, warum ich mich zu einem anderen Menschen entwickelt habe: weil ich diese Ohnmacht schlichtweg nicht akzeptieren kann.

In mir glüht noch der Funke Hoffnung, der hoffentlich nie erlischt. Die gleiche Hoffnung übrigens, die in uns allen steckt, wenn wir das Ende der Corona-Pandemie herbeisehnen.

Jürgen Hutsteiner,

4400 Steyr