Zum Artikel von Gerhard Lechner, 6. März

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Die politischen Ansichten
von Alexej Nawalny

Die EU wäre gut beraten, sorgfältig zu recherchieren, anstatt sich reflexartig für einen menschenverachtenden Politiker einzusetzen, bloß weil er ein Gegner von Wladimir Putin ist. Es ist wohl kein Zufall, dass Amnesty International Alexej Nawalny den Status als "prisoner of conscience" aberkannt hat. So sehr der Giftanschlag auf Nawalny zu verurteilen ist, so schockierend ist auch sein Menschenbild ("Ungeziefer" - das hatten wir doch schon einmal!). Ein demokratischer Hoffnungsträger schaut anders aus.

Magda Novak,

per E-Mail

Zweierlei Maß bei
westlicher Solidarität

Ich begrüße den mutigen Schritt von Amnesty International, Alexej Nawalny nicht mehr als Gewissensgefangenen anzuerkennen. Jemand, der seine Mitmenschen als "Ungeziefer" bezeichnet, wäre in Österreich vermutlich wegen Verhetzung verurteilt worden.

So ekelhaft diese Äußerungen auch sein mögen, so haben seine Widersacher dennoch kein Recht, Nawalny nach dem Leben zu trachten. Aber nicht jeder, der gegen Wladimir Putin auftritt, verdient die Sympathie des "freien Westens". Wieso schweigt man zu den tausenden politischen Gefangenen in der Türkei? Will man ein Nato-Mitglied nicht vergrämen?

Brigitte Huber,

per E-Mail

Der Abriss des
Kaufhauses Leiner

Am unteren Ende der Mariahilfer Straße befindet sich seit Jahrzehnten das Kaufhaus Leiner. Ein wunderbarer, unprätentiöser Versorger für den Alltag: Von Küchenpfannen und Geschirr bis zu Besteck, vom Bademantel bis zum Bettzeug, von Küchenmaschinen bis zu Möbeln konnte man hier fast alles finden, was man in einem üblichen Haushalt brauchen kann. Jetzt wird mit dem Abbruch begonnen.

Dabei war der Leiner eine willkommene Alternative zu den vielen Textil- und Schuhgeschäften, mit freundlichen und kompetenten Verkäuferinnen. Das Kaufhaus konnte man bequem mit der U2 und der U3 erreichen, ohne in die Shopping City fahren zu müssen. Das Gebäude ist ein unauffälliger Stahlbetonbau mit einem freundlichen Innenraum, der sicher zu einem "KaDeWe" umgestaltet werden hätte können. In Zeiten wie diesen ist es eine Ressourcenverschwendung, das Haus komplett abzureißen, darüber täuschen auch die Bäume auf dem Dach des geplanten Neubaus nicht hinweg. Kaufhaus Leiner, wir werden dich vermissen!

Maria Ullmann,

1060 Wien