Zum Interview von Bernd Vasari, 13. März

Wie "grün" erneuerbare Energiequellen sind

Frank Melcher geht in wesentlichen Teilen am Kern der Sache vorbei, denn bei der Energiewende geht es ja nicht primär um die Verbesserung der Abhängigkeiten und Abbaubedingungen bei den benötigten Rohstoffen (wobei das natürlich ein wichtiger Nebenaspekt ist), sondern um die Verringerung oder Vermeidung der Treibhausgasemissionen und somit der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Diese sind längerfristig und global gesehen wesentlich größer und betreffen bei weitem mehr Menschen als die negativen Auswirkungen, die beim Abbau der benötigten Rohstoffe entstehen.

Außerdem kann Energieerzeugung natürlich CO2-neutral sein, wenn die dafür benötigten Komponenten CO2-neutral erzeugt werden. Solange dies nicht passiert, ist der Ausstoß trotzdem immer noch bei weitem geringer als bei der direkten Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

Dipl.-Ing. Jürgen Fuchsberger,

8010 Graz

Zum Gastkommentar von
Achim Brunnengräber und
Maria-Rosaria di Nucci, 11. März

Die steten Gefahren
der Atomkraft

Der Gastkommentar weist faktenreich und eindrucksvoll auf Nachteile und Gefahren der kommerziellen Anwendung der Atomkraft hin. Und das ist notwendig und gut so! Obwohl die Folgen des
"triple meltdown" in Fukushima auch nach zehn Jahren nicht beherrscht werden und die Lagerung von hochradioaktivem Müll weiterhin ein ungelöstes Problem darstellt, finden sich zahlreiche Stimmen, die von einer Wiedergeburt der Atomkraft sprechen. Die Begründung: Atomkraftwerke erzeugen elektrischen Strom, ohne dabei Kohlendioxid zu emittieren, und sollen behilflich sein, den bevorstehenden Klimawandel zu verhindern.

"Es ist kein Zufall, dass vor allem die Atommächte an der Nutzung von Kernenergie besonderes Interesse haben." Einer der wesentlichen Gründe dafür: Die technische Beherrschung von Atomkraft und die Produktion von Kernwaffen sind untrennbar an verwandtes physikalisch-chemisches Know-how gebunden. Wissen über die Gewinnung, die Aufbereitung und den Kreislauf von Uran und Plutonium bildet die Basis für kommerzielle als auch militärische Anwendungen.

Vereinfacht gesagt: Atommächte werden stets versuchen, AKW aufrechtzuerhalten oder zu bauen. Auch der Export von Atomtechnologie macht für sie aus finanziellen Erwägungen Sinn.

Mag. Dr. Peter Kis,

1210 Wien