Zur Kolumne von Konrad Paul Liessmann, 12. März

In einer Krise müssen die Parteien zusammenwirken

Dr. Karl Renner stellte 1915 fest: "Der Inhalt der Demokratie betrifft die Bindung des Individuums, nicht dessen Bindungslosigkeit. Nicht das anarchische Nebeneinander souveräner Individuen, sondern die demokratische Organisation ist das Ideal der Demokratie." Rückblickend auf unsere Geschichte, ehren wir all jene Menschen, die in schwersten Zeiten ihre Kräfte für alle eingesetzt haben, auch wenn es schier aussichtslos war. Und heute ist eine der schwersten Zeiten über alle, weltweit, hereingebrochen.

Es gibt daher ein ärgerliches Bild, wenn (nicht alle!) Oppositionsparteien nur kritisieren, kritisieren . . . Sind sie nicht auch gefordert, für einen harmonischen Staat einzutreten, und nicht ihre "Bindungslosigkeit" (siehe Renner) zur Schau zu stellen? Österreich ist ja auch ihr Zuhause und die Gesundheit das wichtigste Gut. Der Regierung nur Streben nach Macht zu unterstellen, ist zu billig. Auch jede andere Partei an der Spitze würde das Beste wollen, jedoch auch Fehler machen.

Die ständige Kritik und Besserwisserei hilft in diesen trüben Zeiten weitaus weniger als Mut und die Überzeugung: Wir gehören alle einer Gemeinschaft an - es wird gelingen.

Elisabeth Schmid,

1160 Wien

Es wird viel zu viel
Grünland zugebaut

Ich würde mir wünschen, dass das Thema Bodenverbrauch noch viel mehr in den Fokus rückt. Jeder Quadratmeter, der in Österreich verloren geht (und es sind viele davon täglich), ist traurig.

Wir leben in einer seltsamen Welt: Während über Handelspakte mit Nord- und Südamerika verhandelt wird, sterben in Österreich die Landwirtschaftbetriebe, weil sie dem Konkurrenzdruck nicht mehr standhalten können. Dies führt auch dazu, dass immer mehr Grünfläche verkauft und für andere Zwecke zur Verfügung gestellt wird. Leider führt dies in den meisten Fällen zu Umgraben, Zubetonieren und der Errichtung von Gebäuden.

Die aktuelle Krise hat uns gezeigt, wie wichtig eine intakte Natur für unser Wohlbefinden ist. Wenn es jedoch in Österreich so weitergeht wie bisher, wird es bald kein Joggen durch die Felder, keinen Spaziergang durch den Wald und keine spielenden Kinder in den Wiesen mehr geben. Österreich wird zu einer verhüttelten, zubetonierten Gegend werden, wo von schönen Landschaften keine Rede mehr sein kann. Ich danke dem WWF, dass er im Moment eine so starke Kampagne gegen den Bodenverbrauch führt, und hoffe, dass er noch viele Unterstützer findet!

Die Politik muss handeln. Jetzt! Flächen sollen zurückgekauft und in Nationalparks umgewandelt werden. Und es darf keine Beschönigung mehr für Politiker geben, die unser Land unter dem Deckmantel der Wirtschaft zupflastern. Es muss anders gehen!

Philipp Kienberger,

1130 Wien