Thomas Maurers Vater
starb an Covid-19

Thomas Maurer! Dieser Thomas Maurer! Er ist mein Hero. Seine Schlusspointe (zwei Tage nach dem Tod des Vaters kam die Benachrichtigung, dass dieser sich zur Impfung voranmelden könne, Anm.) geht tief unter die Haut, mir sogar noch tiefer, nämlich bis ins Herz. Beim ersten Mal Sehen seines Kurzauftritts in der ORF-Sendung "Die Tafelrunde" vom 25. März schossen mir unwillkürlich Tränen in die Augen.

Ich bin wie Maurers Vater Hochrisikopatient, schwer übergewichtig, Diabetiker, ich hab’s am Herzen, an der Lunge, an den Nieren. Außerdem hab ich einen offenen Nabelbruch, der dringend operiert werden sollte, aber aufgrund meines bedienten Allgemeinzustandes muss während des Eingriffs ein Intensivbett bereit stehen; Vorgabe des Anästhesisten. Aber Corona hat alle diese Intensivbetten aufgesogen. Für mich ist keines mehr übrig. Derzeit und derzeit und derzeit ...

Ich lebe seit mehr als einem Jahr in Panik, mich mit Covid-19 anzustecken. Ich bin gut informiert, gucke die verschiedensten Corona-Sondersendungen. Seit Beginn des Zeitalters der Impfstoffe hechle ich nervös herum, um ein Vakzin verabreicht zu bekommen. Vergeblich. Mehr als eine Internetregistrierung war bis dato nicht drin.

Demnächst wird Österreich die Horrormarke von 10.000 Corona-Toten überschreiten. Einer davon ist Maurers Vater, der vielleicht noch ein paar Jährchen hätte leben können - hätte er die Impfung rechtzeitig bekommen. Was ist aus der ursprünglichen guten Absicht, jeden und jede "mitzunehmen", geworden? Ein würdeloses Feilschen um Öffnungszeiten. Ginge die Welt unter, wenn das Elektrofahrrad, die Pumps, die Spielsachen, das T-Shirt einen Monat später eingekauft werden könnten? Selbst in Vorarlberg lag die Inzidenz nie unter 50, was selbst wiederum ein Kompromisswert ist. Experten verlangen eine Inzidenz von unter 25, um wieder sinnvoll Contact-Tracing praktizieren zu können. In den Schulen liegt die Inzidenz derzeit mancherorts bei 500. So what?

Es ist eindeutig: Die politisch Verantwortlichen liegen falsch. Deren Gründe sind nicht sachliche, sondern wahltaktische. Und das ist ein widerwärtiges Spektakel, das täglich weitere Todesfälle billigend in Kauf nimmt. 10.000 sind schon einmal nicht "mitgenommen" worden, sondern liegen unter der Erde. Thomas Maurer hat "ihn ganz gern megn", seinen dicken Vater, und er hat die Kraft und die Bühne, die Widersprüchlichkeiten im Corona-Management des Landes hinauszuschreien. Die vielen übrigen Angehörigen hingegen, die einen ihrer Liebsten verloren haben, leiden schweigend und anonym.

Peter Zakravsky,

per E-Mail

Zum Artikel vom 3. April

Der Ibiza-U-Ausschuss
wird für die ÖVP zur Last

"...während die FPÖ weitgehend unbeschadet bleibt": Da klingt doch Bedauern durch. Warum? Unabhängig von der Partei ist Postenschacher ein politisch Lied - und regt mich nicht auf, solange nur Qualität geschachert wird. Jeder Eigentümer einer Wirtschaftsgesellschaft wird Positionen mit genehmen Personen besetzen. Warum soll der Staat als Eigentümer da eine Ausnahme machen?

Jürgen Jauch,

4040 Linz

Zum Gastkommentar von
Thomas Nowotny, 31. März

Kernerenergie ist kein
Weg zum Klimaschutz

Vielleicht sollten sich Elon Musk und andere Befürworter der Kernenergie mit den folgenden Tatsachen näher auseinandersetzen: Weltweit sollen zurzeit 414 Kernkraftwerke in Betrieb sein. Jedes erfordert enorme Ressourcen - nicht nur Geldmittel, sondern vor allem Materialien, welche kaum klimaneutral hergestellt werden. Alleine die Erzeugung von Beton setzt eine Menge klimaschädlicher Gase frei.

Wozu baut man ein Atomkraftwerk? In erster Linie, um Wärme zu erzeugen, und ein kleiner Teil dieser Wärme wird in Strom umgewandelt. Warum werden Atomkraftwerke an Flüssen oder an der Meeresküste gebaut? Um einen großen Teil der entstehenden Wärme über das Wasser abzuleiten. Damit tragen Kraftwerke signifikant zur Erwärmung der Flüsse und Meere bei.

Woran erkennt man schon von Weitem, wo sich ein Kernkraftwerk befindet? An den enormen Wasserdampfwolken, welche bei besonderen Wetterlagen sich hoch in den Himmel erstrecken. Dieser Wasserdampf stammt von der Kühlung des Reaktors und führt zusätzliche Wärmemengen in die Atmosphäre ab. Aber nicht genug. Der Wasserdampf besitzt ein vielfach höheres Potenzial zur Klimaerwärmung als Kohlenstoffdioxid. Leider ist auch das Problem des radioaktiven Mülls nicht gelöst, und zu klären, wie man Stoffe mit Halbwertszeiten von mehreren hundert Jahren entsorgt, wird noch lange nicht möglich sein.

Rainer Jelinek,

per E-Mail

Der Impfpass auf Papier
hat noch nicht ausgedient

In der Beilage "Die Republik" vom 3. April wird behauptet, der elektronische Impfpass erspare Ärzten die Suche im Papier-Impfpass. Das ist unrichtig, denn die bisher erhaltenen Schutzimpfungen sind dem digitalen Neuling unbekannt. Ein Beispiel: Die Kombinationsimpfung von Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten muss im Erwachsenenalter nur alle zehn Jahre, ab dem vollendeten 60. Lebensjahr aber alle fünf Jahre aufgefrischt werden. Um diese Zeitabstände einhalten zu können, benötigt der Impfarzt auch weiterhin den Ausweis in Papierform. Zumindest zehn Jahre lang.

Dr. Wolfgang Geppert,

1010 Wien

Die Geschichtswerke von
Hugo Portisch bleiben

Ein Patriot und großer Österreicher ist von uns gegangen, aber seine journalistischen Dokumentationen werden fortbestehen. Wer die Werke "Österreich I" und "Österreich II" aufmerksam gelesen hat, kennt die jüngere Geschichte Österreichs.

Wie kein anderer Journalist konnte Portisch komplizierte Sachverhalte allgemein verständlich darstellen und viele Leute über den Werdegang der Republik informieren. Unsere Geschichte hat viel Facetten, Erfolg und Leid stehen eng beisammen, unterschiedliche Meinungen prallen aufeinander. Portisch versuchte in seinen Werken, diese Vielfalt aufzuzeigen und der Wahrheit möglichst nahe zu kommen.

Oberst i.R. Kurt Gärtner,

4600 Wels