Zum Gastkommentar von
Daniel Kalbeck, 4. Mai

Lernen in Zeiten
der Digitalisierung

Einer Gefahr dürfen wir nicht erliegen, dass wir nämlich Lerngeschehen in die Abhängigkeit von Maschinen auslagern. Legen wir, um den frühen Hauptfaktor des Lerngeschehens in der Kindheit und Jugend zu erfassen, die notwendige Erweiterung der Definitionen Richard Meisters zugrunde:

1. Die Heranwachsenden sind bei ihrer Auseinandersetzung mit Überkommenem und beim Befassen mit Zukünftigem mittels Erziehung und Unterricht planmäßig zu führen. Nicht minder wichtig sind die Lernwirkungen der Heranwachsenden untereinander, die Eigeninitiative und schließlich das Lernen der Erwachsenen bis ins Alter.

2. Inhaltlich stehen dem unverkürzten Lerngeschehen zielorientiert zur Aufgabe: die Bildung tragender persönlicher Qualitäten des Empfindens, Denkens und Handelns in allen Belangen der Lebensführung sowie die Ausbildungen zukunftstauglicher Qualifikationen, tunlich nach Talenten, Interessen und Kräften. Zu erlernen ist schließlich die Beherrschung alter und neuer Lern- und Handlungsbehelfe.

RgR Prof. Reinhard Horner,

1100 Wien

Der Grüne Pass auch
in analoger Form

Dass für alle, die kein Smartphone haben oder verwenden (wollen), der Grüne Pass auch in Papierform in Aussicht gestellt wird, erachte ich als absolut notwendig. Bloß sollte für den Nachweis der erfolgten Impfung - den man ja dann auch ständig bei sich haben müsste - nicht der normale gelbe Impfpass dienen, sondern eher ein Blatt mit einer Bestätigung, ähnlich jener eines negativen Testergebnisses, den man sich via Internet ausdrucken kann. Solch ein gedrucktes Blatt müsste dann im Bedarfsfall, etwa bei Verschmutzung oder auch bei Verlust, jederzeit neuerlich ausdruckbar sein - selbstverständlich mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen, um Missbrauch auszuschließen.

Johann Ziegler,

3400 Klosterneuburg

Gewalt als Teil
der Unterhaltung

Unendlich tragisch, die Gewalt an Frauen bis hin zum Mord. Jede Form der Gewalt ist abzulehnen, besonders Gewalt gegen Kinder, Schwächere, Tiere, egal ob physischer oder psychischer Art.

Könnte es einen Zusammenhang geben mit der alltäglichen Verharmlosung verschiedenster Gewalt in Literatur, Film, Fernsehen, Spiel? Kann das funktionieren, dass Gewalt einerseits als "unterhaltsam" angesehen wird und doch unerwünscht ist? In den vergangenen fünfzig Jahren hat sich sehr viel geändert, manches zum Guten, manches ins Negative. So wird heute Gewalt wenigstens offiziell geächtet, allerdings wird der "unterhaltsame" Aspekt wesentlich lockerer und unsensibler aufgefasst.

Dr. Helga Künzl,

1060 Wien