Zum Artikel von Bernd Vasari,
6. Mai

Warenströme zwischen
China und Europa

Dem Gejammer über die fehlende Breitspuranbindung Österreichs an Russland und China darf ich folgende Fakten entgegenstellen:

1. Die Warenströme von China nach Europa verlaufen über die maritimen Verbindungen von und zu den europäischen Häfen, von wo sie zu 95 Prozent auf der Schiene transportiert werden. Der Lkw spielt in diesem Verkehrssegment keine Rolle.

2. Der Preisunterschied in der Vor-Corona-Zeit zwischen dem Deep-Sea-Verkehr und dem Schienentransportweg betrug circa 1:5. So kostete ein Großcontainer auf dem Wasserweg circa 1.000 Euro, auf der Transsibirischen Eisenbahn 5.000 Euro.

3. Dass derzeit ein wenig mehr Transporte über die Transsib rollen, hat seinen Grund vor allem darin, dass China diese Transporte schwer subventioniert.

4. Die Riesenschiffe der Deep-Sea-Carrier verpesten die Luft ungeheuer: Die transsibirische Lösung wäre für das Weltklima wesentlich empfehlenswerter. Dazu würde man allerdings erstens entweder eine Weltregierung oder aber einen internationalen Gleichschritt benötigen und zweitens das Primat der Ökologie vor jenes der Ökonomie setzen. Beides ist zurzeit Utopie.

Thomas Fernbach,

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Zum Kommentar von
Christian Ortner, 30. April

Die zwei Gesichter von Entscheidungsträgern

Der provokante Titel des Kommentars "Wir brauchen keine netten Politiker" suggeriert, dass Politiker in höchsten Ämtern besonders "hart" sein müssen, weil sie ja auch mitunter schwerwiegende politische Entscheidungen treffen müssen.

Doch ist der Grad an Freundlichkeit von Politikern vor allem von den Entscheidungen abhängig, die, sind sie bloß von leichter Natur, der Politiker den Bürgerinnen und Bürgern doch viel ungezwungener präsentieren kann, als wenn schwerwiegendere Entscheidungen anstehen, die vielleicht um etliche Grade komplizierter daherkommen.

So sind Politiker ein Gemisch aus schlechten und guten Manieren, wobei einer der beiden Pole immer überwiegen wird, und sie sind von Problemen und Entscheidungen abhängig, die sie tagein, tagaus zu bewältigen und zu vertreten haben.

Wilhelm Westerkamp,

per E-Mail

Unwillige Lieferung von
Akten an U-Ausschuss

Gernot Blümel und die Türkisen verhöhnen das Parlament. Die Abgeordneten der Grünen schweigen dazu und nehmen die Verhöhnung der Verfassung einfach hin. Man stelle sich einmal vor, wie sich Werner Kogler und die Grünen, wären sie in derselben Causa als Opposition im Parlament, über Gernot Blümel, Sebastian Kurz und deren Entourage zu Recht ausgelassen hätten.

Hans Gamliel,

CH-9400 Rorschach