Zum Gastkommentar von
Heike Lehner, 20. Mai

Die Balance von
Staat versus Privat

Mag sein, dass die Staatsquote derzeit auf einem Rekordniveau ist. Klagen über die Ineffizienz der Staatsausgaben helfen nicht: Verbesserungsvorschläge gibt es, zum Beispiel vom Rechnungshof. Einen weiteren trage ich bei: Abschaffung der Bundesländer als Gebietskörperschaften.

Für die kommende Energiewende sind enorme Investitionen nötig. Einen Teil kann die Privatwirtschaft stemmen. Den Rest muss der Staat bereitstellen, etwa für Infrastruktur und Förderungen. Dazu braucht er mehr Geld als bisher. Der Staat, in diesem Fall wir Wähler, müssen entscheiden, ob wir staatliche Leistungen selbst bezahlen oder ob sich der Staat für uns verschulden muss.

Robert Grünwald,

1220 Wien

Inflation als Folge der Staatsverschuldung

Schulden der eingetretenen Größenordnung werden, das sagt uns die Geschichte, nicht durch Steuergelder, sondern durch Inflation bezahlt. Darum auch das Flehen der Politik nach einer (kontrollierten) Inflation. Eine kontrollierte Inflation gibt es aber auf Dauer nicht, auch das sagt uns die Geschichte. Dem Vorschlag der Verschlankung des Staates ist zuzustimmen, geschehen wird allerdings nichts. Das wird schon die Pleitewelle verhindern, die nach Auslaufen der Staatsstützen auf uns zukommt.

Jürgen Jauch,

4040 Linz

Zum Gastkommentar von
Ulrich H.J. Körtner, 14. Mai

Das Recht, das eigene
Leben zu beenden

Ulrich H.J. Körtner verkennt die Situation derjenigen Menschen, die ihr Leben beenden möchten, wenn er schreibt: "Was Sterbende brauchen, ist Zuwendung und Beistand, nicht das todbringende Medikament." Es sind nicht Sterbende - es sind schwer Leidende, die nicht mehr ausreichend Lebensqualität empfinden und sich deswegen von einem belastenden Leben befreien wollen. Menschen, die sterben wollen, zum Weiterleben oder gar zu einem einsamen Do-it-yourself-Suizid zwingen zu wollen, ist unethisch, respektlos, paternalistisch.

Der Hilfe zum Suizid steht die Auffassung des Weltärztebundes nicht entgegen. Denn in seinem "Genfer Gelöbnis", welches seit langem den oft angerufenen "Eid des Hippokrates" abgelöst hat, heißt es ganz grundsätzlich: "Ich werde die Autonomie und die Würde meiner Patientin oder meines Patienten respektieren." Und: "Ich werde, selbst unter Bedrohung, mein medizinisches Wissen nicht zur Verletzung von Menschenrechten und bürgerlichen Freiheiten anwenden."

Es gehört zum Freiheitsrecht eines Menschen, selbst entscheiden zu dürfen, wann und wie sein Leben endet. Es handelt sich um ein vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte seit 2011 anerkanntes Menschenrecht.

Ludwig A. Minelli,

CH-8127 Forch-Zürich