Zum Artikel von Gerhard Lechner, 29. Mai

Der Westen misst
mit zweierlei Maß

Während die Überschrift "Putins Waffen im Infokrieg" suggeriert, dass sich Wladimir Putin unlauterer Mittel bediene, wird im ansonsten hervorragenden Artikel selbst dargestellt, dass insbesondere die USA ihre Interessen regelmäßig mit denselben Mitteln durchsetzen, die sie bei anderen anprangern. Europa muss endlich begreifen, dass die USA nicht jene selbstlose, Frieden und Demokratie bringende, moralische Instanz sind, als die sie sich ausgeben.

Mag. Michael Müllner,

3830 Waidhofen an der Thaya

Das Verhalten der
ÖVP ist enttäuschend

Schon mit seinen ersten Auftritten in der Öffentlichkeit hat mich Sebastian Kurz begeistert. Als er das Kommando bei der ÖVP übernahm, war ich überzeugt, dass er es gut machen wird. Er hat Österreich bisher auch gut durch die Corona-Pandemie gebracht. Als Staatssekretär, Minister und Bundeskanzler war er erfolgreich und beliebt, und mit ihm die ÖVP.

Doch jetzt bin ich von Kanzler Kurz und von der ÖVP enttäuscht. Was da im Zuge des Ibiza-Untersuchungsausschusses ans Tageslicht kam, war unprofessionell gemacht und die Verteidigungsstrategie dazu war eine Katastrophe. Und als Begleitmusik die ständigen Angriffe gegen die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft. Es ist doch traurig, wenn höchste Mitglieder der großen Regierungspartei der Justiz unterstellen, sie würde bei ihrer Arbeit politisch motiviert handeln (Klubchef August Wöginger) und sich von Revanchegelüsten leiten lassen (Andreas Hanger).

Gottfried Stögner,

4600 Thalheim

Zu viele Lebensmittel
landen im Abfall

Der aktuelle Rechnungshofbericht beschäftigt sich mit dem Thema Lebensmittelverschwendung. Mir scheint, dass es bei der Begriffsbestimmungen hapert und daher oft nicht klar ist, worüber tatsächlich gesprochen wird.

Der Begriff "Lebensmittel" beschreibt Stoffe oder Erzeugnisse, die von Menschen aufgenommen werden können. "Lebensmittelabfall" ist demnach das Gegenteil davon. Wenn etwa der VKI Obst und Gemüse auf deren Inhaltsstoffe testet und dabei nicht zugelassene, sogar gefährliche Stoffe vorfindet, dann sind diese Waren nichts anderes als Abfall. Rechtzeitig erkannter und entsorgter Lebensmittelabfall ist aber keine Verschwendung.

Es geht also meist um Lebensmittel, die zwar in Verkehr gebracht werden dürfen, de facto aber bereits als Abfall aus der Produktion kommen. Zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen hat der Konsument genau drei Möglichkeiten: Entweder er hat das Glück, gesunde Lebensmittel in der richtigen Menge zum richtigen Zeitpunkt einkaufen zu können; oder, wenn er keine gesunden Lebensmittel bekommt, diese trotzdem zu verzehren; oder sie eben in den Müll zu werfen.

Peter Baumgartner,

9300 St. Veit an der Glan