Geld für Österreich aus
dem Corona-Aufbaufonds

Welche Wirkung zeigt nun der Protest unserer Regierung gegen die Bereitstellung von Milliarden für die angebliche Bewältigung der Corona-Krise? Vom Corona-Aufbaufonds in Höhe von sagenhaften 750 Milliarden Euro erhält Österreich 3,5 Milliarden Euro, also kein halbes Prozent, haftet aber für ein Vielfaches!

Es wäre sicher zielführender, würde jeder EU-Staat seine eigenen Finanzen endlich in Ordnung bringen, statt sich auf Kosten der anderen Mitglieder zu sanieren. Dafür, dass sich Österreich mit einem Mini-Anteil aus den 750 Milliarden Euro abspeisen lässt, erhielten wir immerhin von der EU-Kommissionspräsidentin bei ihrem Besuch - umgeben von unseren kritiklosen Granden - anerkennende Worte.

Dr. Erne Hackl,
5201 Seekirchen

Zum Artikel von Michael
Schmölzer, 19. Juni

Deserteure in der
deutschen Wehrmacht

Zu dem äußerst spannenden Artikel möchte ich dem Autor ein großes Lob für den Schlusssatz aussprechen: "Heute wird davon ausgegangen, dass es mehr Mut brauchte, die Wehrmacht zu verlassen, als zu bleiben. Und dass jeder Soldat, der sich weigerte, Hitlers Wahnsinn zu unterstützen, auf der richtigen Seite stand." Besser hätte man den Artikel nicht beenden können!

Thomas Ludwig,

1130 Wien

Zur Kolumne von Konrad Paul Liessmann, 18. Juni

Die Politik der
"roten Linien"

Rote Linien verhindern den Austausch vernünftiger Argumente und Gespräche über Lösungsmöglichkeiten. Um rote Linien zu setzen, müssen Themen extrem vereinfacht und zugespitzt werden, womit deren tatsächliche Komplexität ausgeklammert wird. Es gibt nämlich selten einfache Lösungen, wenn überhaupt. Denken wir nur an die Klima-, Energie- oder Migrationsdebatte.

Rote Linien dienen also dazu, Unwissen zu tarnen und Wissen vorzutäuschen. Jene, die rote Linien setzen, nehmen Deutungshoheit und moralische Macht in Anspruch und sprechen beides dem Gegenüber ab.

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

Zum Beitrag von Harald W. Kotschy, 18. Juni

Derbe Worte nicht nur
von Marko Arnautovic

Es muss Herrn Botschafter Harald W. Kotschy sehr gedankt werden, dass er darlegt und semantisch erklärt, was der serbische Spruch "jebem ti majku" bedeutet. Dieser war sogar hoffähig: König Alexandar Karadjordjevic wurde 1934 in Marseille ermordet. Seine letzten Worte waren nicht, wie es die Königspartei erfand, "Čuvajte moju Jugoslaviju" ("Behütet mein Jugoslawien"), sondern "Jebem vama svima majke!", also: "Ich f*** alle eure Mütter!"

Dr. Herbert Michner,

1170 Wien

Sanktionen schädigen auch
die Gegner von Diktatoren

Mit dem Rücken zur Wand steht derzeit Alexander Lukaschenko. Neue Sanktionen sollen ihn treffen, wenn er nicht den gekidnappten Regimekritiker freilässt. Aber wenn er nachgibt, könnte er nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Herrschaft verlieren. Die gegenseitige Abhängigkeit zwischen ihm und Wladimir Putin wird außerdem eher bestärkt: Beide brauchen einander. Obendrein schädigen die Sanktionen ganz Weißrussland, also auch seine Gegner.

Ganz ähnlich ist die Lage der Militärs in Myanmar: Auch die Junta kann nicht einfach nachgeben, schon formiert sich bewaffneter Widerstand.

Es widerstrebt einem, offenbare Übeltäter davonkommen zu lassen, und doch kann es die momentan beste Lösung sein, mit der Hoffnung auf spätere Gerechtigkeit.

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Ein Parkpickerl
für ganz Wien

Dieser Tage musste ich den Medien entnehmen, dass das Parkpickerl in Wien flächendeckend eingeführt wird. Meines Erachtens geht es hier aber längst nicht mehr um gerecht aufgeteilten Parkraum, sondern nur noch darum, die Stadtkasse auf Kosten der Autofahrer aufzufüllen. Denn das Parkpickerl kostet dann 10 Euro im Monat plus 40 bis 50 Euro an Verwaltungsabgaben. Und wenn ich zum Beispiel ein Pickerl für den 11. Bezirk habe und meine Eltern im 22. Bezirk und die Schwiegereltern im 18. Bezirk versorgen muss, dann muss ich dort überall extra Parkgebühr bezahlen, da das Pickerl ja nur im 11. Bezirk gilt. Wenn ich das alles aber öffentlich erledigen will, muss ich mir dafür einen Urlaubstag nehmen.

Mein Vorschlag: Parkpickerl wie geplant in ganz Wien von 9 bis 22 Uhr. Kosten: 40 bis 50 Euro pro Jahr. Gültig in ganz Wien, nicht nur im eigenen Bezirk. Berechtigt dafür sind Bürger, die ihren Hauptwohnsitz in Wien haben und auf die ein Auto angemeldet ist.

Franz Wamser,

1230 Wien