Zum Gastkommentar von Gabu Heindl und Drehli Robnik, 23. Juni

Die Gegner des Lueger-Denkmals

Mit Entsetzen musste ich diesen weiteren Hetzartikel der Lueger-Jagdgesellschaft lesen. Diesen Menschen ist nicht bewusst, dass die politischen Gegner Karl Luegers - die Austromarxisten, die in Wien die absolute Macht hatten - dem größten Bürgermeister der Stadt 1926 ein Denkmal setzten.

Lueger sei ein Antisemit gewesen, wird ständig hinausposaunt: Diesen Unsinn haben die Nazis aus Reklamegründen verbreitetet. Im Artikel steht richtig, dass die Geschichtswissenschaft gegen die Entfernung des Denkmales ist, gleichzeitig wird vorgeworfen, jeder Selbstdenker bagatellisiere den Antisemitismus.

Manfred Köppl,

2500 Baden

Das Denkmal vor
Vandalismus schützen

Während Lueger einen pragmatischen Umgang mit Juden in einer seit Jahrhunderten antijüdischen Zeit pflegte, hatte Maria Theresia extravagante Praktiken im Umgang mit Juden. Ihr Denkmal zu beschmutzen, wäre fremdenverkehrsschädlich. Gleiche Berurteilungsmaßstäbe sind erforderlich Das Lueger-Denkmal sollte bleiben und vor dummen Vandalen geschützt werden.

Arch. DI Bernd Stanzel,

1070 Wien

Covid durch Verknüpfung
von Daten bekämpfen

Natürlich können trotz Anonymisierung und überhaupt bei einer Pseudonymisierung Rückschlüsse auf Personen gezogen werden. Entsprechende Korrelationen zwischen den Datenattributen erlauben solche Erkenntnisse. Sie müssen nicht unbedingt auf eine einzelne Person hinweisen, es genügt, wenn bei einer Auswertung der Daten beispielsweise Gruppen von fünf bis zehn Personen als Kandidaten ausgewiesen werden.

Ich hatte selbst diese persönliche Erfahrung in einer Task Force, die eine anonyme Mitarbeiterbefragung eines großen Unternehmens auswertete. Beim besten Willen um Anonymität durch die Organisatoren der Befragung waren Rückschlüsse auf einzelne Personen möglich.

Peter Jürß,

1160 Wien

Akten und Mails für den Untersuchungsausschuss

Finanzminister Gernot Blümel sagt, alle relevanten Unterlagen seien geliefert worden und die Ordnungsmäßigkeit sei von den zuständigen Beamten durch Unterschrift dokumentiert. Damit ist seitens des Ministeriums ein überprüfbarer Tatbestand dargestellt. Die Opposition behauptet, es seien nicht alle relevanten Unterlagen geliefert worden.

Es stellt sich die Frage: Warum wird die Opposition nicht aufgefordert, ihre Behauptung zu beweisen? Woher wollen sie wissen, dass nicht alles geliefert wurde? Wer sind die diesbezüglichen Informanten? In jedem Gerichtsverfahren werden die Aussagen beider Seiten, Kläger wie Angeklagter, auf ihre Richtigkeit geprüft.

Günter Braun,

1020 Wien