Zum Gastkommentar von
Peter Diem, 30. Juni

Christlicher Antisemitismus und Kritik an Israel

Unbestritten ist, dass es ein langes Sündenregister von Christen gegenüber Juden gibt. Vermag fundierter Glaube an einen gemeinsamen Gott vor Rassismus zu schützen? Wichtiger als die religiöse Orientierung ist das gemeinsame Bekenntnis zu den Menschenrechten.

Peter Diem schreibt: "Dazu (zur Tradition des Antisemitismus in Österreich, Anm.) traten in jüngster Zeit aggressive Töne gegen den Staat Israel." Natürlich werden nicht alle jüdischen Bürger Israels religiös sein. Glaube ist nur relevant, wenn er auch das Handeln bestimmt. Aber gerade die fanatisch religiösen Siedler - wie sieht ihr Handeln aus?

Ihre Vertreter sitzen in der Regierung, und die Siedler wissen, dass gegen ihre Aggressionen nichts unternommen wird. Palästinensische Bürger in Österreich und wache Mitbürger wissen das und kritisieren den Staat Israel, kritische jüdische Bürger in den USA, in Deutschland, ja selbst in Israel kritisieren das auch öffentlich, nur in Österreich ist keine kritische Stimme zu hören.

Karl Helmreich,

2552 Hirtenberg

Ähnliche Politik in
Österreich und Ungarn

Abgesehen davon, dass die zwei Regierungen von Sebastian Kurz schon dutzende Gesetze und Ideen aus der Fidesz-Küche übernommen haben, erstaunt mich immer wieder, wie ähnlich Kurz und Viktor Orbán ticken. In Österreich ist die Islam-Landkarte erschienen, angeblich nur zur Information, und in Ungarn das sogenannte Jugendschutzgesetz, das angeblich Kinder und Jugendliche vor Pädophilie schützen soll. Beide haben dieselbe Intention: Sie wollen durch völlig legale Phänomene gezielte Vermischung in die kriminelle Sphäre schieben: Islam wird mit Terror gleichgesetzt, Homosexualität mit Pädophilie.

Gabor Kerenyi,

per E-Mail