Zur Kolumne von Konrad Paul Liessmann, 16. Juli

Wissen über die
deutsche Sprache

Die Fehlleistung, die Konrad Paul Liessmann zu Recht bemängelt, ist für mich die erstaunlichste von allen: Der neue Salzburger Jedermann, ein doch recht bedeutender deutscher Schauspieler, weiß über die deutsche Sprache so wenig, dass er das Wort "Weib" generell als "abstoßend" bezeichnet und nicht in seinen sprachgeschichtlichen Zusammenhang einordnen kann. Wie würde er wohl staunen, wenn er erführe, dass Walther von der Vogelweide befand: "Wip daz muos iemer sin der wibe hohste name." ("Weib muss der Frauen höchster Name bleiben.")

Karl Steinkogler,

4802 Ebensee

Zur Kolumne von Claudia Aigner, 16. Juli

Geschlechtsneutrale
Anrede allerorten

Claudia Aigners satirischer Kommentar "Heimat großer Töchter, diverser Kinder und Söhne" war höchst vergnüglich zu lesen. Bitte weiter so!

Mag. Thomas Krug,

1010 Wien

Eine vitale und
prägnante Sprache

Auch die Wiener Linien haben nun, anderen Verkehrsbetrieben eilig nachfolgend, das Wort "Schwarzfahrer" gestrichen. Ich finde das nicht so schlimm, denn ich hoffe doch, dass es nicht so schnell verloren gehen wird, wie auch das Wort "Schwarzarbeiter", die "Schwarzen" (eine Partei), der Schwarzwald und so weiter. Bürokratensprech ist etwas anderes als die kraftvolle Alltagssprache. Klar und knapp, so wünschen sich und pflegen viele die Sprache. "Fahrgast ohne gültiges Ticket" ist lang, nicht nur für jene, die gerne twittern.

Karl Brunner,

9020 Klagenfurt

Aufnahmetests für
das Medizinstudium

Es werden rund 18.000 junge Menschen zu einem mehrstündigen, kostenpflichtigen Aufnahmetest gezwungen. Ein teurer Vorbereitungskurs erhöht die Wahrscheinlichkeit des Bestehens. Aber garantiert dieses Auswahlverfahren tatsächlich die Laufbahn von patientenorientierten Ärzten? Der effizientere Weg wäre, nur Studierende aufzunehmen, die im Inland (gilt auch für Ausländer) zwei Jahre Erfahrung in medizinischen Bereichen vorweisen können. Damit würde sich die Studienzeit wesentlich verkürzen, und nur jene würden studieren, die tatsächlich für den Beruf des Mediziners geeignet sind. Das jetzige Procedere, tausende junge Menschen in einen Wissenstest zu drängen, ist ineffizient.

Dr. Erne Hackl,

5201 Seekirchen