Zur Kolumne von
Christian Ortner, 30. Juli

Gefahren der Atomkraft
werden ausgeblendet

Deutschland und Österreich haben sicher kein "Atom-Trauma". Ein solches haben aber durch die Folgen der Super-GAU von Windscale, Tschernobyl, Fukushima und so weiter die millionenfach unheilbar erkrankten, verstorbenen und vertriebenen Menschen sowie deren Familien.

Die Zeiten haben sich leider nicht geändert, denn es gibt immer noch Journalisten und Politiker, die glauben, dass die "Modernisierung der Atomkraft" dieselbe zur "saubersten Energieform" verwandelt hätte. Die Herkunft und der Abbau des Urans und das Endlagerungsproblem werden natürlich, weil es weit weg von Österreich passiert und erst die nächsten Generationen massiv betreffen wird, total ausgeblendet.

Mag. Walter Ziegler,

2700 Wiener Neustadt

Endlagerung von Atommüll
ist immer noch ungeklärt

Seit meiner AHS-Zeit (ab 1954) höre ich, dass man die Endlagerung von Atommüll demnächst in den Griff bekommen wird. Solange das nicht gelingt, ist Werbung für Atomstrom dumm!

DI Bernd Stanzel,

1070 Wien

Uranabbau schadet vor
allem indigenen Völkern

Dass Christian Ortner so stark für die Nutzung der Atomkraft eintritt, verwundert mich nicht. Spiegelt er damit doch lediglich die europäische Sicht wider, die bei dieser Thematik immer wieder bedeutende Bereiche ausklammert. Zunächst die Kühlproblematik, die durch die steigenden Temperaturen der Gewässer zu Recht Sorge bereitet. Dann die Frage der Stilllegung ausgedienter AKW, sowohl die Radioaktivität der Bauteile als auch die Endlagerung des Abfalls betreffend.

Wird in unseren Breiten darüber noch berichtet, so gilt beim Abbau von Uran samt seinen Folgen großes Stillschweigen. Von der dabei frei werdenden Radioaktivität und den daraus resultierenden Krebserkrankungen sind vor allem Ureinwohnerinnen und Ureinwohner betroffen. Allein in den USA befinden sich noch immer mehrere tausend aufgelassene Uranminen, dazu kommen unzählige strahlende Abraumhalden in den Abbaugebieten, die das Grundwasser und das umgebende Land verseuchen. Tödliche Krebserkrankungen allerorten, wo Uran abgebaut wurde und wird.

Mittlerweile führt uns die Realität auf atemberaubende Weise vor Augen, dass es eine gute Idee sein könnte, auf die Warnungen und das jahrtausendealte Wissen indigener Völker zu hören.

Alexander Buschenreiter,

8983 Bad Mitterndorf

Anreize zur Impfung
reichen vielleicht nicht

Bei jedem Risikoverhalten (Alkohol, Risikosportarten und so weiter) entschlägt sich jede Versicherung der Haftung. Corona-Leugner und Impfverweigerer glaubt man mit Motivation, Prämien und Anreizen jeder Art zu einer Gratisimpfung zu bewegen.

Ein möglicher Grund, sich impfen zu lassen, wäre ein Haftungsausschluss der Versicherungsleistung wegen risikoreichen Verhaltens: zum Beispiel keine Lohnfortzahlung bei selbstverschuldeter Quarantäne und keine Lohnfortzahlung bei Krankheit.

Franz Möller,

1050 Wien

Impfverweigerer handeln verantwortungslos

Da zeigt die Wissenschaft, was sie in kurzer Zeit zu leisten imstande ist und hilft uns mit den Impfstoffen aus der Pandemieklemme, trotzdem vertrauen viele Menschen immer noch mehr dubiosen Meldungen als Ärzten oder Virologen und lehnen eine Impfung gegen Covid ab. Aber die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Impfstoffe sind wirksam und wiegen die wenigen Schadensfälle bei weitem auf. Ein Restrisiko gibt es auch bei anderen Impfungen.

Wer sich nicht impfen lässt, handelt unsolidarisch und verantwortungslos, weil er sich selbst und andere gefährdet. Außerdem gibt er dem Virus die Chance auf weitere Mutationen. Nach meinem Dafürhalten wäre eine Impfpflicht durchaus angebracht, zumindest in bestimmten Berufsgruppen, und für die Dauerverweigerer kostenpflichtige Tests.

Es ist nicht einzusehen, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung die Einschränkungen wegen einiger weniger Unverbesserlicher akzeptieren muss. Daher: Handeln Sie solidarisch und lassen Sie sich impfen! Es dient unser aller Gesundheit!

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

Noch haben wir Einfluss
auf den Klimawandel

Dürren in Kanada, Hochwasser in Deutschland und China, überflutete Keller von Garsten bis Haidershofen: Die Klimakrise ist angekommen, nicht irgendwo, sondern gefühlt überall. Grundsätzlich freut es mich, dass immer mehr Menschen das Problem erkennen. Doch bald kommt man drauf, dass man ja selber an den Pranger gestellt wird oder werden könnte.

Und genau das ist das Problem, warum wir nicht endlich mit ordentlichem, ernst gemeintem und konsequent verfolgtem Klimaschutz beginnen: Es werden immer noch die Schuldigen gesucht. Das Problem wird herum- und von einem selbst weggeschoben. Das bringt nicht nur nichts - weil wir alle schuld sind -, damit wird auch Zeit verschwendet, die wir schlicht und ergreifend nicht haben. Wir brauchen nicht den Blick zurück, sondern nach vorne.

Fakt ist: In den nächsten 10 bis 20 Jahren werden Extremwetterereignisse schlimmer, sie finden häufiger statt, aber noch ist es nicht zu spät. Unser Tun entscheidet darüber, wie schlimm das Ganze wird und ob wir da noch halbwegs heil rauskommen. Es ist unsere letzte, unsere einzige Chance, das Ruder noch herumzureißen. Gehen wir es gemeinsam an. Prüfen wir konstruktiv jede einzelne unserer Handlungen auf ihre klimatischen Auswirkungen und ändern wir sie gegebenenfalls einfach.

Jürgen Hutsteiner,

per E-Mail