Gütertransporte auf
die Schiene verlagern

Beim Gütertransport per Bahn gibt es noch Luft nach oben. - © apa / Harald Schneider
Beim Gütertransport per Bahn gibt es noch Luft nach oben. - © apa / Harald Schneider

Güter wählen nicht! Das war der Wahlspruch während meines Berufslebens im Kombinierten Güterverkehr, als Initiativen für den Personenverkehr gesetzt und der Güterverkehr wieder einmal hintangestellt wurden. Ja, Güter wählen nicht, nicht einmal das Transportmittel! Sonst würden schon viele mehr auf der Schiene als in scheinbar endlosen Lkw-Kolonnen auf der Autobahn befördert. Was sind die Ursachen?

Einmal sicher die Kostenwahrheit. Abgesehen vom "Dieselprivileg" beim Treibstoffpreis, wird für jeden Schienenkilometer eine Art Maut (Infrastrukturbenützungsentgelt) eingehoben, für Autos nur auf Autobahnen und Schnellstraßen. Aber auch wenn ein Waggon nur auf der Schiene steht, wird eine Abgabe fällig, während viele Lkw über das Wochenende gratis auf öffentlichem Grund abgestellt werden.

Wäre einer früheren Empfehlung einer Infrastrukturkommission Folge geleistet worden, würde ein Güterterminal auf einem brachliegenden Gelände im Norden Wiens (Breitenlee) existieren, statt dass sich der ganze Lkw-Verkehr über die Südosttangente zu einem der beiden Terminals südlich der Donau wälzen müsste. Mit einer entsprechenden Verkehrslenkung des Güterverkehrs könnte auch der sündteure Lobautunnel eingespart werden.

Stattdessen wären schon mit einer einspurigen weiteren Schiene entlang der Stadlauer Eisenbahnbrücke ausreichende Schienenkapazitäten und zudem ein weiterer Anreiz zur Nutzung des Schienengüterverkehrs gegeben. Denn wenn ein Behälter einmal auf dem Waggon steht, ist es sinnvoll, dass er auch auf diesem Transportmittel verbleibt.

Es geht oft nur um den kreativen Willen, auch mit einem umweltverträglichen Güterverkehr wesentlich zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beizutragen.

Dr. Herbert Peherstorfer,

1030 Wien

Die deutsche Bundestagswahl wegen Corona verschieben

Die kommende Bundestagswahl am 26. September werden zwei Ereignisse überschatten: die Corona-Pandemie und Angela Merkels Abgang nach 16 Jahren Kanzlerschaft. Es stellt sich die Frage, ob nicht eine Wahlverschiebung sinnvoll wäre, denn die hochansteckende Delta-Variante lässt in Deutschland aktuell die Corona-Fallzahlen zwar nicht dramatisch ansteigen, aber doch moderat. Die Folge: Der Verbreitungshöhepunkt dieser gefährlichen Variante soll laut Fachleuten im Herbst liegen - wenn gewählt wird. Dann könnte die Inzidenz aufgrund der Delta-Variante womöglich exponentiell ansteigen, was die Experten als "vierte Welle" bezeichnen.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr wären die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland dann einer großen Gefahr ausgesetzt, weshalb die Bundestagswahl im Herbst als sehr problematisch angesehen werden muss. Um Virenfänger wie Wahllokale geschlossen zu lassen und damit die Ansteckungsgefahr zu reduzieren, müsste die Wahl eben verschoben werden, was mittels Verfassungsänderung - aufgrund zwingender Gründe (unter anderem durch Seuchen) - möglich wäre. Andernfalls stellt die Bundestagswahl ein sehr hohes - womöglich ein zu hohes - infektiologisches Risiko dar. Wir müssen die Fachleute hierzu sehr ernst nehmen, denn bereits im vorigen Jahr stiegen im August die Fallzahlen anfangs nur allmählich an, ehe sie zum Monatsende hin beinahe explodierten.

Wilhelm Westerkamp,
per E-Mail

Zum Gastkommentar von
Herbert Kickl, 17. August

Unseriöse Polemik gegen
die Corona-Impfung

Wie geduldig Papier (in diesem Fall das der "Wiener Zeitung") und wie strapazierfähig unsere Demokratie ist, beweist die "Analyse" von Herbert Kickl zur Corona-Impfung. Das Rezept ist einfach: Man nehme einige Fakten (etwa Impfdurchbrüche, Erkrankungen von Vollimmunisierten), ignoriere ihre Relationen und schon hat man eine "Expertise", die sich in die Reihe der verantwortungslosen und skurrilen Stellungnahmen der FPÖ einreiht.

Der Zweck ist so durchschaubar wie schäbig: die Gesellschaft durch krasse Wahrheitsverdrehungen verunsichern und dadurch politisches Kleingeld machen.

Mag. Gottfried Zykan,

per E-Mail

Zum Gastkommentar von
Ernst Smole, 12. August

Immer mehr Abmeldungen
von öffentlichen Schulen

Only bad news are good news: Mit unsachlicher Polemik und vermeintlich illegalen Stundenplänen kommt man nicht weit bei der Bearbeitung unreflektierter Bildungspanik. Wie wär’s mit: trägheitsbefreiter Bildungshierarchie, echter Schulautonomie, praxisgerechter Ausbildung und öffentlichem Diskurs über die Aufgaben der Schule? Wie lauten die Kriterien für die Abmeldung zum häuslichen Unterricht und die notwendige Qualitätssicherung? Werden bei der jährlichen Kontrolle der Ergebnisse des häuslichen Unterrichts alle Bildungsbereiche ernsthaft überprüft?

Sind Eltern die besseren Lehrenden? Selbsternannte Bildungsexperten haben wir in unserem Land zu Hauf. Auf zum ernsthaften Umgang mit Schulproblemen!

Dr. Manfred Teiner,

1230 Wien

Verantwortung der Eltern
für die Bildung ihrer Kinder

Man kann nicht nur dem Bildungssystem die Schuld daran geben, dass Kinder nicht zusammenhängend lesen können. Ich beobachte vermehrt, dass Kinder, vom Kleinkindalter bis ins Volksschulalter, mit elektronischen Medien vollgepumpt werden, statt mit ihnen zu spielen oder ihnen vorzulesen. Eltern können sich nicht aus der Verantwortung stehlen, dass ausschließlich der Kindergarten oder die Schule für die Sprach- und Leseförderung zuständig ist. Von Natur aus sind Eltern mit Bauchgefühl und Hausverstand ausgestattet, auf das und den sie hören sollten. Zeit und Liebe sind das Wichtigste für Kinder, damit sie zufriedene, selbständige Erwachsene werden.

Brigitte Blaim,

1170 Wien

Zum Gastkommentar von
Franz Nauschnigg, 17. August

Währungspolitik vor
dem Neoliberalismus

Ich finde, Franz Nauschnigg übertreibt etwas mit der Überbetonung staatlicher Erfolge. Die Schwächen des Bretton-Woods-Systems waren schon vor den Ausgaben der USA im Vietnam-Krieg ersichtlich, da durch das starke Wachstum der Weltwirtschaft einfach die Goldreserven vor allem der USA nicht mehr reichten. Schließlich überschritt auch die Erfolgsgeschichte der österreichischen Verstaatlichen schon unter Bruno Kreisky ihren Höhepunkt und schrumpfte dann bis heute auf ein Beteiligungssystem mit überschaubarer Einflussnahme. In einem Land mit starker Währung ist eine Staatsindustrie nicht effizient genug, um den Wettbewerbsdruck zu überstehen.

Auch der Eindruck, dass der österreichische Staat allein die Währungspolitik des Landes betrieb, ist nur im Umfeld mit den anderen Ländern zu sehen. Man hat sich naturgemäß hauptsächlich an die D-Mark angelehnt, und das mit gutem Erfolg.

Dkfm. Gerhard Suppin,

per E-Mail

Zur Kolumne von Christian Ortner, 13. August

Ein global durchaus erfolgreiches System

Danke für diesen mutigen Artikel. Man könnte zur Verteidigung des Kapitalismus noch hinzufügen, dass er hunderten Millionen Menschen zu einem besseren Leben verholfen hat. Ich glaube an die Zukunftsvision von Bill Gates, mittels technischer Innovationen die Klimakatastrophe in den Griff zu bekommen.

Ludwig Berka,

per E-Mail

Dringend nötige Reform
des Kapitalismus

Demokratie und Kapitalismus sind die einzigen seriösen Systeme, die nachhaltig funktionieren, sie sollten aber auf ihre Kernkompetenzen (Rückkehr zu einem Währungssystem mit Golddeckung, Einschränkung des spekulativen Raubtierkapitalismus, korrekte Besteuerung internationaler Großkonzerne) reduziert werden. Wenn man wirklich etwas für Klima und Umwelt tun möchte, müssen Bodenversiegelung und systematische Zerstörung der Wälder drastisch eingeschränkt werden.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien