Afghanistan ist nur
eine Krise unter vielen

Die Caritas warnt vor einer dramatischen Hungerkrise im Südsudan. 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind von akuter Unterernährung bedroht. Die Corona-Pandemie hat die ohnehin schwierige Ernährungssituation weiter verschärft. - © apa / Caritas Österreich / Nyokabi Kahura
Die Caritas warnt vor einer dramatischen Hungerkrise im Südsudan. 1,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind von akuter Unterernährung bedroht. Die Corona-Pandemie hat die ohnehin schwierige Ernährungssituation weiter verschärft. - © apa / Caritas Österreich / Nyokabi Kahura

"Wenn es keine Schlagzeile gibt, ist die Katastrophe dann wirklich passiert?" Ein Unicef-Bericht für 2020 nennt mehrere Krisen:

Jemen: Alle zehn Minuten stirbt dort ein Kind an einer vermeidbaren Krankheit, zwei Millionen Kinder gehen nicht zur Schule, tausende haben ihr Leben verloren, wurden verstümmelt oder zwangsrekrutiert.

Tigray im Norden Äthiopiens: 2,3 Millionen Kinder sind von jeglicher Hilfe abgeschnitten.

Südsudan: Jahrelanger Bürgerkrieg in einem der ärmsten Länder der Welt.

Republik Kongo: Dort gab es 2020 die zweithöchste Zahl Vertriebener weltweit, zusätzlich hatte das Land zwei voneinander unabhängige Ebola-Ausbrüche.

Laut frieden-fragen.de fanden 2020 insgesamt 29 Kriege und bewaffnete Konflikte statt. Wo fangen wir mit unserer Hilfe wie an, wie viele Menschen aus welchen Krisenregionen können wir aufnehmen und versorgen? Ich habe keine Lösung. Aber bitte nicht hetzen, auch nicht blauäugig sein und bitte keine einseitigen Berichterstattungen.

Mag. Michaela Krizmanits,

1130 Wien

Hilfe für Flüchtlinge
wird erschwert

Bezüglich der geradezu unerträglichen Flüchtlingsdebatte ist es mir ein Bedürfnis, an Folgendes zu erinnern: 2015 haben wir Großartiges geleistet, sowohl von offizieller Seite als auch spontan und privat seitens der Zivilgesellschaft. Letztere ist derzeit eher machtlos, wenn nächtens Hausdurchsuchungen vorgenommen werden, um etwaige versteckte Flüchtlinge zu finden; oder wenn Kinder, die seit Jahren hier leben, gar hier geboren wurden und trotz aller erdenklichen Schwierigkeiten bestens integriert sind, trotz alldem in Nacht-und-Nebel-Aktionen abgeschoben werden.

Niemand erwartet, dass Österreich im Alleingang Millionen Vertriebener aufnimmt. "Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt" - ein wunderschöner Sinnspruch.

Dr. Helga Künzl,

1060 Wien

Wie verfahren mit
straffälligen Asylwerbern?

Es wird halt auch nicht gehen, dass alle, die wollen, nach Österreich kommen dürfen und dann nicht einmal bei schwerer Straffälligkeit eine Abschiebung möglich ist, weil dies aus rechtlichen oder faktischen Gründen nicht geht. Wo ist die Lösung?

Dr. Alfred Müller,

per E-Mail

Zum Artikel von Julius Müller-
Meiningen, 25. August

Die Katholische Kirche
wächst global weiter

Die Römisch-Katholische Kirche hat weltweit 1,4 Milliarden Mitglieder. Am stärksten wachsen die Mitgliederzahlen in den geburtenstarken Regionen, also in Afrika, Asien und teilweise in Südamerika. Der Anteil der Europäer und Nordamerikaner ist inzwischen bedeutungslos: Auch wenn die
alle austreten würden, die Römisch-Katholische Kirche wüchse weiter. Da von einem Weg in die Bedeutungslosigkeit zu sprechen, ist eine Verkennung einfachster Tatsachen.

Für den nächsten Papst ist es wichtig, sich von den Urteilen der westlichen Medien und Mitglieder zu lösen und das Wort "Reform" nicht mehr zuzulassen. Die Römisch-Katholische Kirche ist ausdifferenziert und bedarf keiner weiteren Entwicklung. Das Credo des Kapitalismus, alles würde sich endlos entwickeln und immer besser werden, ist auch religiös unhaltbar.

Ralf-Raigo Schrader,

per E-Mail

Zum Artikel von Michael Ortner, 24. August

Mit Wasserstoff ist
man schlecht beraten
Ich kann die Begeisterung für Wasserstoff nicht teilen, da der Wirkungsgrad dieser Technik viel zu schlecht ist. Solange "grüner Strom" nicht im Überfluss verfügbar ist, kann die Wasserstofftechnik keinen Beitrag zur Lösung der CO2-Problematik liefern.

Besonders skurril wird es, wenn die Bahn auf Wasserstoff setzt. Wasserstoff hat einen Energieinhalt von 39,39 kWh pro Kilogramm, damit errechnet sich ein spezifischer Energiebedarf von gut 80 Wattstunden (Wh) pro Tonne und Kilometer. Wird ein Zug direkt mit elektrischer Energie aus der Oberleitung gespeist, werden nur gut 30 Wh pro Tonne und Kilometer benötigt. Wird Wasserstoff über Elektrolyse mittels elektrischer Energie gewonnen, treten circa 40 Prozent Verluste (kaum nutzbare Prozesswärme) auf.

Der Umweg über Wasserstoff ist also um den Faktor 4 schlechter als die direkte Zuführung der elektrischen Energie über Oberleitung. Diese Erkenntnisse gelten auch für den Busbetrieb. Städte wie Graz oder Klagenfurt sollten aus ökologischen Gründen auf den bewährten O-Bus setzen.

Den Mächtigen geht es noch immer nicht um eine deutliche CO2-Reduktion, sondern darum, der Industrie Aufträge zukommen zu lassen: Für die neue Wasserstofftechnik werden viel mehr moderne Produkte (Elektrolyse, Wasserstofftank, Brennstoffzellen und Batterien) benötigt.

DI Manfred Uttenthaler,

8053 Graz

Auf den Sommer folgt
ein risikoreicher Herbst

Urlaubszeit und Ferien neigen sich dem Ende zu. Einige werden ein nicht ungefährliches "Souvenir" mitgebracht haben. Der Blutzoll bei Verkehrs-, Berg-, Bade- und anderen, oft leichtsinnig verursachten Unfällen ist entrichtet. Hunderte Eltern haben ihre Kinder vom Schulunterricht abgemeldet. Die Lambda-Variante ist in Niederösterreich aufgetaucht. Die ersten Zimtsterne liegen schon in den Regalen. Es dürfte ein spannender Herbst werden!

Mag. Wilfried Ledolter,

8680 Mürzzuschlag