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Christian Ortner, 3. September

Geschlechtertrennung im Thermalbad von Bad Vöslau

Die nächste Spaltung in dieser an Spaltungen so reichen Zeit. Man fragt sich auch, wer durch diese Vorgangsweise vor wem geschützt werden soll: moslemische Frauen vor einheimischen Männern oder einheimische Frauen, die möglicherweise auf diese Art von "Apartheid" keinen Bock haben, vor moslemischen Männern? Mit Sicherheit kein konstruktiver Lösungsansatz für interne gesellschaftliche Bruchlinien.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Wissenschaftsstandort Österreich in Gefahr

Die Corona-Pandemie hat nachdrücklich verdeutlicht, welche enorme Bedeutung die Wissenschaft für die Gesellschaft hat. Umso mehr erstaunt es, dass am 1. Oktober 2021 eine Neuregelung des Universitätsgesetzes in Kraft treten soll, die der überwiegenden Mehrzahl der in Projekten und als Lektorinnen und Lektoren befristet beschäftigten Forscherinnen und Forscher das Ende ihrer akademischen Laufbahn in Aussicht stellt: Wer nicht innerhalb von acht Jahren definitiv angestellt wird, soll demnach die Universität verlassen müssen.

Damit wird für Tausende von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern die Ausübung ihres Berufes faktisch nicht mehr möglich sein. Österreich leistet sich also den Luxus, die viele Jahre dauernde Qualifizierung seiner besten Köpfe aus Steuermitteln zu fördern, um sie letztlich ins Ausland abwandern zu lassen.

Will unser Land nicht einen Brain Drain mit langfristig gravierenden Folgen riskieren, ist es erforderlich, Wissenschafterinnen und Wissenschafter aller Fachdisziplinen nicht zu behindern, sondern sie nachhaltig zu fördern. Die Gesetzesnovelle muss daher rasch repariert werden. Nur so kann weiterer Schaden vom Wissenschaftsstandort Österreich abgewendet werden.

Priv.-Doz. Alexander Pinwinkler,

Universität Wien, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte

Migration als eine Form
der Marktwirtschaft

Freie Marktwirtschaft herrscht, wenn Anbieter und Nachfragende einander auf Augenhöhe begegnen. Wo die Kräfte zu stark differieren, tritt an die Stelle des Ausgleichs die Übervorteilung.

Der "Migrationsmarkt" ist im Zuge des exorbitanten Bevölkerungswachstums aus allen Regeln geraten und der akuten zivilisatorischen Pandemie unterworfen, welche die Lebensqualität ruinös und das Überleben tödlich gefährdet. Die Migrationszüge werden immer mehr in Richtung Wohlstand ziehen, vermutlich auch bald in Richtung Überleben.

Im Dreischritt des Lebens, das Gute auszubauen, das Schlechte zu überwinden und Besseres neu zu schaffen, wird es eine Wende zu kontrolliertes und qualitatives Wachstum tragenden Märkten brauchen. Oder können bei nachhaltiger Globalisierung Grenzen ohne Kulturverluste fallen?

Reinhard Horner,

per E-Mail