Zum Gastkommentar von
Josef Lueger, 27. August

Wie sich Politiker vor Entscheidungen drücken

Josef Lueger muss Dank gesagt werden. Allerdings meine ich, dass sein Beitrag nur einen Aspekt eines viel breiter zu beobachtenden Sachverhaltes aufzeigt, den ich als "Konfessionalisierung der Wissenschaften" bezeichne. Dass nämlich als objektiv und unabhängig erscheinende Sachverständige als "Feigenblatt" eingesetzt werden, um politisch gewünschte Entscheidungen zu legitimieren, ist heute eher die Regel als die Ausnahme, und zwar nicht nur im Justizbereich.

Generell wird nämlich seit geraumer Zeit der Wissenschaft die Rolle zugewiesen, ähnliche Zauberkunststücke zu vollbringen. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden. Eine davon ist die Statistik, mit der man, wie mir schon als Student beigebracht wurde, alles beweisen kann, was man beweisen will. Diese Trickkiste einmal zu öffnen und einer genauen Analyse zu unterwerfen, wäre gerade in Corona-Zeiten dringend nötig, in der die Statistik zu weitreichender Bedeutung gelangte.

Die Konsequenz daraus ist, dass die Vielfalt wissenschaftlicher Meinungen ohne Diskriminierungen öffentlich dargestellt werden muss.

Univ.Prof.em. Dipl.Ing. Dr.
Manfred E.A. Schmutzer,

2721 Bad Fischau

Ein Wunschtraum von Österreichs Außenpolitik

Wer im Falle Afghanistans von Hilfe vor Ort fabuliert, bei dem obsiegen Wunschträume über die Vernunft. Ein Leiden, das auch die österreichische Außenpolitik seit längerem lähmt.

Arch. DI Bernd Stanzel,

1070 Wien

Die Politik beugt sich
den Impfverweigerern

Sie pochen auf sogenannte Grund- und Freiheitsrechte. Sie treiben einen Spaltkeil durch die Gesellschaft, durch Familien, Freundschaften, Betriebe, das Parlament. Wenn ein geimpfter Fußballstar wegen Covid-19 im Spital landet, wird dieser weltweit als Beweis dafür angeführt, dass Impfen unwirksam sei. Auch, wenn mehr als 90 Prozent der Infizierten, die in den Spitälern die Ärzte um Luft anbetteln, nicht geimpft sind.

Das Virus grinst sich eines, jongliert mit Mutationen, hüpft von Ungeimpfter zu Ungeimpftem, von Zeltfest zu Zeltfest. Bei einem 9-Millionen-Volk und 40 Prozent Nichtgeimpften freut es sich über den riesigen Futtertrog.

Die Politik schweigt. In Oberösterreich sind Landtagswahlen, und keine Partei will das nicht geimpfte Wahlvolk vergrämen. Es wäre kein Wunder, wenn auch den Geimpften bald die Luft ausginge, vor Zorn auf diese Politik.

Fritz Baumgartner,

4222 St. Georgen/Gusen