Zum Gastkommentar von
Christian Felber, 9. September

Eine Verharmlosung
der Corona-Gefahr

Vor der Befolgung des Punktes 9 der von Christian Felber genannten "zehn mögliche[n] Schritte zu einem neuen Umgang mit dem Virus" ("Forschung und Information zu Alternativen", etwa Vitaminpräparaten oder Homöopathie, Anm.) ist dringend zu warnen. Sein Ratschlag ist völliger Nonsens, ein medizinischer Super-GAU, als Empfehlung hochgefährlich und toxisch. Erstaunlich, dass die "Wiener Zeitung" dem Gastautor dafür Raum bietet: Seine Thesen reichen von esoterischer Corona-Verharmlosung bis knapp an die Corona-Verleugnung. Völlig indiskutabel.

em. RA Dr. Wolfgang Rainer,

3420 Kritzendorf

Eine Anregung für Expertenkreise

Ein großes Danke für diesen Text: Der nüchterne, faktenorientierte und sachliche Ton wäre die einzige echte Möglichkeit, zu einem "Pandemie-Handling" zu finden. Vielleicht lesen ja doch der eine oder andere Politiker, Epidemiologe, Virologe und alle anderen -logen diesen Text und denken einmal eine Stunde auf neuen Wegen nach, bevor sie die nächste panikmachende oder besorgniserregende Wortspende an die Öffentlichkeit lassen.

Angelika Matzka,

1180 Wien

Nicht längst bewährte Maßnahmen aufheben

Nein, nein und nochmals nein zu den Punkten 3, 4, 5 und 6 (Ende der Test-, Masken- und Impfausweispflicht, geheime Impfentscheidung nach umfassender Aufklärung, Anm.). Aufgeklärt wurde genug, und Egozentrikern muss nicht noch Unterstützung gewährt werden. Solidarität mit solchen Leuten ist fehl am Platz, die wissen doch gar nicht, was das ist. Mir kommt jedenfalls kein Nicht-Getesteter und Nicht-Geimpfter ins Haus.

Eva Karas,

1130 Wien

Zum Gastkommentar von
Heiner Boberski, 7. September

Mit klaren Daten die Impfskepsis zerstreuen

Dem Gastkommentar kann lediglich ein Erfahrungsbericht aus dem Bekanntenkreis hinzugefügt werden. Zwei Damen Mitte 70 verweigern die Impfung, weil sie Kontakt mit Krankenpflegerinnen haben, die über eine horrende Zahl von Todesfällen unter geimpften Intensivpatienten berichteten. Die beiden gehen lieber dreimal die Woche testen (hoffentlich).

Hier hilft nur eine Impfwerbeaktion mit einer ehrlichen Darstellung der Statistik: "Gehören Sie zu den Geimpften, sind Sie zu soundsoviel Prozent vor Ansteckung, schwerem Krankheitsverlauf und Post-Covid-Beschwerden geschützt. Wollen (oder können) Sie nicht geimpft sein, ergibt das ein Risiko von soundsoviel Prozent für Sie und ihre engere und weitere Umgebung."

Wolfgang Riemer,

per E-Mail

Den Anteil der Ungeimpften stärker hervorheben

Es ist für jeden vernünftigen Menschen unbestreitbar, dass in Pandemiezeiten nur die Covid-Impfung Sinn macht. Während von der Politik Maßnahmen verlangt und die erfolgten Maßnahmen in erster Linie kritisch durchleuchtet werden, sind meines Erachtens auch die Medien in der Verantwortung.

In den Nachrichtensendungen hören wir täglich von den Infektionszahlen und den Spitals- und Intensivbettenbelegungen. Könnte etwa der ORF nicht in allen diesen Berichten auch festhalten, wie viel Prozent der Spitalsfälle Ungeimpfte sind? Zugegeben, das würde mit der Zeit nerven, aber nach dem Prinzip "Steter Tropfen höhlt den Stein" könnte das à la longue wirksamer sein als jede mögliche Initiative der Politik.

Günter Braun,

1020 Wien

Zu späte Maßnahmen
gegen die vierte Welle

Die Regierung verschärft die Corona-Regeln in einem Stufenplan. Jedoch werden wirksame Maßnahmen gegen die Überlastung der Krankenhäuser mit großer Wahrscheinlichkeit zu spät kommen. Experten prognostizieren in zwei Wochen 100 Intensivpatienten mehr und weisen auch auf die niedrigen Impfquoten bei jüngeren Menschen hin.

Ich meine, wir werden bald Covid-19 nicht mehr im Griff haben. Was nützen Gesetze und Verordnungen, wenn eine Überprüfung der Corona-Regeln fehlt? Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Impflicht für klinisches
und Schulpersonal

Mir fehlt unter den vielen Statistiken eine über die Quellen der Ansteckung. Wie viele Infizierte wurden in der normalen Gastronomie, in den Spitälern, in Schulen und so weiter angesteckt? Eine statistische Reihung der Ansteckungsherde ist dringend nötig.

Warum Krankenhaus-, Schul- und Pflegepersonal nicht zur Impfung verpflichtet werden kann, ist nicht nur mir schleierhaft; denn da es sich hier um streng abgegrenzte Gruppen handelt, würde weder der Gleichheitsgrundsatz verletzt, noch läge ein allgemeiner Impfzwang vor. In Bezug auf jene Schulen, für die die Bundesländer zuständig sind, sind die Landeshauptleute in die Pflicht zu nehmen.

Wie kommen Geimpfte dazu, sich bei notwendigen Aufenthalten an solchen Orten der Gefahr auszusetzen, von nicht geimpften, unwissentlich Infizierten angesteckt zu werden?

Erwin W. Grund,

4020 Linz

Zum Artikel vom 9. September

Schon wieder Kritik
an Straßennamen

Man könnte durchaus den Eindruck gewinnen, dass die Zahl der tätigen Historiker die Zahl der Gassen, Plätze, Straßen, Stege und Brücken in manchen Gegenden Österreichs übersteigt. Absolventen eines "Orchideenstudiums" sollten sich, selbst wenn die Betätigungsfelder rar sind, auch andere Prioritäten setzen, als zu forschen, wer was wann zu wem gesagt hat.

Die Ausweitung auf "Rassismus" und "Kolonialismus" wird zweifellos die Auftragslage verbessern. Ob das Vorbild der römischen Cäsaren, betreffend die Tilgung jedweder Erinnerung an Vorhergehende, nachahmenswert ist, darf jedenfalls hinterfragt werden. Man kann das Kind auch mit dem Bad ausschütten.

Dr. Karl Zweymüller,

1190 Wien