Dänemark als Vorbild
bei der Covid-Impfrate

Dänemark hebt sämtliche Corona-Einschränkungen auf. Das hätte auch Österreich schaffen können, wenn die Regierung wichtige Corona-Abwehrmaßnahmen wegen der Wien-Wahl 2020 und der Oberösterreich-Wahl am 26. September nicht aufgeschoben hätte. Wir schafften nur eine Impfrate von 59 Prozent gegenüber 70 Prozent in Dänemark. Daher drohen uns wegen der Delta-Variante im Herbst Engpässe bei den Spitalskapazitäten. 95 Prozent der Intensivpatienten sind ungeimpft. Daher gilt das veränderte "Hamlet"-Zitat: "Etwas ist faul im Staate Österreich."

Dr. Ewald Maurer,

1160 Wien

Corona-Einschränkungen
auch für Geimpfte

"Mehr Normalität für Geimpfte" versprach die Schlagzeile der "Wiener Zeitung" vom 9. September. Aber meine Freude währte nicht lange. In der Folge las ich nämlich, dass ich als vollständig Immunisierter wieder FFP2-Masken tragen muss. Das angebliche Privileg besteht darin, dass ich im Gegensatz zu Ungeimpften an bestimmten Orten "nur" den Mund-Nasen-Schutz anzulegen habe.

Eine Verschärfung der Corona-Regeln in ein Mehr an Normalität umzudeuten, das ist schon abenteuerlich. Derartige Verdrehungen bilden genau den Nährboden, aus dem sich das Misstrauen gegen Presse, Politik und letztlich auch die Wissenschaft speist. Die beklagenswerte Impfskepsis hat ihre Wurzel nicht zuletzt darin, dass sich viele Menschen für dumm verkauft fühlen.

Gerhard Menzl,

1080 Wien

Zum Artikel von Emran Feroz,
11. September

Unkontrollierte Geldflüsse nach Afghanistan

Zu den "korrupten Eliten, die in Kabul von den USA an die Macht gebracht wurden": Man vergleiche das mit dem Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg: Da schickten die USA Kontrolleure, die für die richtige Verwendung des Geldes sorgten. Hielt man das jetzt nicht für notwendig? Jetzt können die USA höchstens, mit geringen Erfolgsaussichten, versuchen, etwas von den verschobenen Summen in den Geldinstituten der Steuerparadiese ausfindig zu machen.

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Zum Artikel vom 10. September

Die neue Direktorin des Jüdischen Museums Wien

Es ist erstaunlich, dass es in dem Artikel undenkbar scheint, dass Barbara Staudinger, eine fachlich exzellente Frau, Wienerin noch dazu, allein wegen ihrer Expertise und speziellen Erfahrung diese Position bekommt. Da bedarf es mühsamer Vermutungen und vermuteter Beleidigtheiten, um zu erklären, dass der Vertrag der durchaus verdienten Direktorin Danielle Spera nach elf Jahren nicht verlängert wurde. Sie hat mit ihrer journalistischen Erfahrung das Jüdische Museum Wien sehr gut in die Wiener Museumslandschaft eingebracht, aber jetzt ist eben auch eine fachkundige Weiterentwicklung kein Schaden. Ich bin jedenfalls neugierig, vielleicht bekommt das Jüdische Museum Wien ja auch ein Archiv.

Dr. Dieter Scholz,

1040 Wien

Zum Gastkommentar von
Heinrich Geuder, 10. September

Anmerkungen zur
Novelle der Bauordnung

Nachdem zu meinem Gastkommentar "Eine fragwürdige Bauordnungsnovelle" wenig freundliche Äußerungen bei mir einlangten, möchte ich folgende Ergänzung vornehmen, die entweder bewusst verschwiegen oder nicht gewusst wird:

Die Drittelverbauung des Paragrafen 76 Absatz 10 der Bauordnung, die in der Bauklasse I in der offenen Bauweise (neben anderen dort genannten Bauweisen, bei denen das Aneinanderbauen erst recht zu "Monsterbauten" führen kann, wie in der Gruppenbauweise) gilt, begrenzt etwa bei einer Bauplatzfläche von 1.000 Quadratmetern, sofern sie nicht ohnehin mit Baufluchtlinien begrenzt wird, die mögliche Verbauung auf 333 Quadratmeter, sodass auch eine 350-Quadratmeter-Bestimmung gar nicht voll angewendet werden kann. Das gilt schon seit jeher. Auf den kleinen Bauplätzen ist in der offenen Bauweise ein Bau ohnehin auf ein maßgebendes Drittel reduziert.

Ausgehend von der Bauplatzgrenze von 1.050 Quadratmetern ist es aber nicht einerlei, ob dort zwei oder drei Bauten (oder bei großen Flächen noch mehr) hingestellt werden, weil das jene Flächen sind, die dem Mehrfamilienzweck dienen. Es wird nicht, wie behauptet, damit mehr Grün geschaffen. Die Drittelverbauung bleibt gleich, aber zwei oder drei Häuser hinzustellen, bedeutet auch bei kleineren Kubaturen nicht nur einen arbeits- und materialmäßigen Mehraufwand, sondern eine dreifache statt einer zweifachen Infrastruktur. Das zahlen die neuen Wohnungseigentümer und auf Sicht auch die neuen Mieter.

Hon.Prof. Dr. Heinrich Geuder,

per E-Mail

Zum Interview von Bernd Vasari,
4. September

Skepsis gegenüber der allgemeinen Digitalisierung

Die Aussage von Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck: "Die Digitalisierung ist nicht unser Feind, sondern sie hilft uns", ist eine schöne Wunschvorstellung. Die Digitalisierung hat anfänglich wirklich viele Abläufe rationalisiert und vereinfacht. Die Produktivität ist gestiegen, die Arbeitszeit wurde verkürzt, die Lebensqualität ist gestiegen.

Dieser Trend hat schon längst aufgehört. Automatisierung ist vielfach zum Selbstzweck verkommen. Wem nützt die totale Digitalisierung?

DI Manfred Uttenthaler,

8053 Graz