Echte Maßnahmen gegen
den Hausärztemangel

Ein neu geschaffener Lehrstuhl soll Medizinstudierende in Linz für die Allgemeinmedizin begeistern. Das klingt, als würden wir schlichtweg auf diese Karriereoption vergessen. Dabei gäbe es genügend motivierte Kollegen, die - wie ich - an der medizinischen Grundversorgung mitwirken möchten.

Während die Allgemeinmedizin in den heimischen Curricula durchaus mehr Beachtung erfahren sollte, kann ein eigener Lehrstuhl den hausärztlichen Nachwuchsmangel (43 Kassenstellen sind aktuell allein in Oberösterreich unbesetzt) unmöglich beheben. Zum Vergleich: Juristen verlangen Stundensätze, die dem vielfachen des Honorars für Kassenärzte entsprechen. Zudem ist die Anzahl an Patienten, die verrechnet werden dürfen, gedeckelt: Jeder weitere Patientenkontakt darf dann umsonst erledigt werden. Dies kann der elementaren Bedeutung des Allgemeinmediziners niemals gerecht werden!

Der wahre Grund, warum Hausärzte keine Nachfolger finden, sind unattraktive, knebelhafte Kassenverträge, die junge Mediziner in die sichere Facharztausbildung treiben, wo hohe Gehälter und steile Karrieren locken. Aber auch mangelndes betriebswirtschaftliches und rechtliches Wissen, das es für den Schritt in die Selbständigkeit braucht. Dabei ist für die meisten das Honorar tatsächlich nicht die Triebfeder für Studien- und Berufswahl.

Die Ärztekammer und die Politik müssen endlich Bedingungen schaffen, die junge Mediziner motivieren, als Allgemeinmediziner tätig zu werden. Ansonsten könnte das System der ärztlichen Grundversorgung in den nächsten Jahren implodieren - und damit enorme Kosten, aber auch persönliches Leid verursachen.

Martin Angerer,
4600 Wels

Zum Artikel von Petra Tempfer,
11. September

Wasserknappheit durch Wasserstofftechnologie

Wasser wird um einiges wertvoller werden: Dafür verantwortlich ist der angeblich "grüne" Wasserstoff, den wir weltweit vor allem für Industrie und Schifffahrt brauchen. Bei dem Thema redet man immer nur davon, dass man viel "grüne" Energie für die Erzeugung von Wasserstoff braucht. Ein Bestandteil wird meist nur nebenbei erwähnt: Wasser.

Woher will man das nehmen? Von Wasserknappheit hört man jetzt schon seit Jahren, auch werden wir zum Wassersparen angehalten. Falls man Meerwasser verwenden kann, so ist die Entsalzung wiederum sehr energieaufwendig, und es bleiben Schlacke und Reststoffe zu entsorgen. Für ein Kilo Wasserstoff braucht man mindestens neun Kilo Wasser; auch Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung fordert beim Thema Wassersoff dazu auf, auf Wasserknappheit zu achten.

Julius Bauer,

1020 Wien