Zum Gastkommentar von
Christian Felber, 9. September

Ein anderer Umgang
mit der Covid-Pandemie

Ich möchte Christian Felber meinen höchsten Dank aussprechen, für seine Analyse des Geschehens und die durchaus konstruktiven, sehr praktischen Vorschläge. Wie man an manchen abschätzigen Kommentaren sehen kann, ist es offenbar nicht leicht für manche Menschen, einen versöhnlichen Umgang überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Als Systemikerin weiß ich, dass es für jedes Problem immer mehrere gute Lösungswege gibt. Diese können aber nur mit einer offenen Herangehensweise, tatsächlichem Interesse und im Dialog gefunden werden. Also im Austausch zwischen Vertretern verschiedener Gruppen, die sich um gegenseitiges Verständnis bemühen. Als Sozialanthropologin sehe ich die aktuellen Entwicklungen schon in zukünftigen Geschichtsbüchern unter: Welche Art des menschlichen Umgangs wir keinesfalls wiederholen wollen.

Mag. Birgit Valbuena-Lenger,

3124 Oberwölbling

Impfgegner quer durch
das politische Spektrum

Wenn schon jemand wie Christian Felber, dessen Lebensthema das "Gemeinwohl" ist, mit Versatzstücken aus der FPÖ-Parteilinie gegen die Covid-Impfung argumentiert, muss sich wirklich niemand mehr über die niedrige Impfquote in Österreich wundern. Offenbar gibt es eine breite Impfablehnungsfront von ganz rechts bis sogar links-grün. "Christian Felber und die Pandemie" schlägt sogar "Eva Glawischnig und die Novomatic". Schade ...

Ing. Gerhard Rieck,

1030 Wien

Sportliche Vorbilder
bei der Impfbereitschaft

Fußballer sollten als mediale Aushängeschilder Österreichs und als (noch) Vorbilder für viele Jugendliche auch hinsichtlich der Covid-Impfung einen Beitrag leisten. Bei den Berichten über Ansteckungen von einem oder mehreren Spielern in diversen Mannschaften, über ganz Europa verstreut, bleibt der Verdacht, dass die Durchimpfungsrate unter jener der Gesamtbevölkerung liegt. Vereine hüten Daten zu diesem Thema wie einen Schatz.

Warum gehen nur einige Ausnahmemannschaften (mit hoher Durchimpfungsrate) damit an die Öffentlichkeit? Bei den meisten, auch ganz prominenten Mannschaften herrscht hierzu Schweigen. Vom Spitalspersonal, von Ärzten bis zur Reinigungskraft, vom Pflegepersonal, von Lehrern, Kindergärtnerinnen, Supermarktmitarbeitern und vielen anderen wird diesbezüglich sehr viel verlangt - und auch geleistet.

Fritz Kallinger,

1190 Wien

Ein Feld von Solarpaneelen
in Nachbars Garten?

Stellen Sie sich vor, Sie wachen eines Tages auf - und Ihr Nachbar hat seinen Garten, ehemals eine schöne Blumenwiese, mit bis zu 1,8 Meter hohen Solarpaneelen zugepflastert. Und das gleich vor Ihrem Schlafzimmer. Statt auf die Natur haben Sie nun den direkten Blick auf übergroße Solarpaneele.

In der Tat hat derzeit jeder in Niederösterreich die Möglichkeit, ohne Bauverhandlung ein Solarkraftwerk bis zu 50 kWp in seinem Garten aufzustellen, das sind circa 130 Solarpaneele. Auch im verbauten Gebiet, wo Grünflächen bereits rar sind. Und dazu kommt noch ein Wechselrichter, der surrende Geräusche von sich gibt.

Zusätzliche Verordnungen bezüglich Mindestabständen, Lärmbelästigung, Schallschutz etc. sind nötig. Denn das nächste Solarkraftwerk kann schon morgen bei Ihrem Nachbarn gebaut werden. Und Sie haben das alles mitfinanziert. Denn satte Förderungen stehen dahinter.

Rudolf Hofstätter,

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Die zivilen Opfer
des Bombenkrieges

Mit Recht wird zum 20. Jahrestag des 9/11-Attentats die Brutalität der Tötung möglichst vieler Zivilisten hervorgehoben. Doch die USA und Großbritannien haben in den Jahren 1943 bis 1945 bei ihren "Terror"-Angriffen gegen die deutsche Zivilbevölkerung ein Vorbild dafür geliefert.

Ich war damals ein Teenager in München und erinnere mich gut an die fast täglichen Meldungen über die Angriffsziele der letzten 24 Stunden: Eine dreistellige Zahl von Toten war das Mindeste, eine vierstellige Zahl nicht selten, und nur Angriffe mit einer fünfstelligen (!) Opferzahl wurden detaillierter kommentiert. Die Angriffsziele waren Wohnviertel, die Opfer fast ausschließlich Zivilisten. Die Gesamtzahl der Getöteten ist nur ungefähr bekannt: zwischen einer und zwei Millionen.

Nach dem Kriegsende wäre es niemanden eingefallen, die Amerikaner für dieses Kriegsverbrechen - wie sonst soll man es bezeichnen? - an den Pranger zu stellen. Aber die Reportagen zu "9/11" könnten heute eine "Spalte" für ein Gedenken an die damalige Brutalität öffnen.

em. Univ.Prof. Dr. Hans J. Stetter,

per E-Mail