Wasserstoff als die Energiequelle der Zukunft

Jules Verne machte bereits 1874 eine unglaublich anmutende Aussage, nämlich dass Wasserstoff, gewonnen mittels Elektrolyse, die Energie der Zukunft sei. Als grundlegende Annahmen für die Lösung des globalen Energieproblems und der globalen Erderwärmung können nach den seitherigen technologischen Fortschritten genannt werden:

1. Die wichtigste Energiequelle der Zukunft, die "Null-Emissions-Technologie", kann tatsächlich nur Wasserstoff sein, dessen Möglichkeiten in allen Sektoren des Lebens genutzt werden können - einschließlich der gesamten Mobilität. Sofern die laufenden Forschungen es ermöglichen, das "Multitalent Wasserstoff" auch in Benzin- oder Dieselmotoren einzusetzen, wird die bisher für Pkw favorisierte Batterietechnologie keine Zukunft haben. Asiatische Länder setzen bereits jetzt verstärkt auf Wasserstoff.

2. Die Diskussion über die Umwelt-, Energie- und CO2-Thematik muss auch für die Digitalbranche geführt werden: Sie erzeugt so hohe CO2-Emissionen wie der gesamte weltweite Flugverkehr.

3. Damit Brennstoffzellen mit Wasserstoff ohne klimaschädliche Emissionen arbeiten, sind weltweit gigantische Mengen an "grünem Strom" nötig. Hier gibt es durchaus optimistische Ausblicke, etwa sas sogenannte Sahara-Projekt: Mit einem Solarpark von lediglich 400 Quadratkilometern - die Sahara hat 9.200.000 - könnten ganz Europa und Afrika mit sauberem Solarstrom versorgt werden.

Josef Draxinger,

84364 Bad Birnbach

Zum Gastkommentar von Heinz Högelsberger, 12. September

Vom öffentlichen Eigentum
zu Luxusimmobilien

Der Autor hat völlig recht. Die Goldgräberstimmung bei den Immobilienhaien hat ja - aufgrund der politischen Verquickungen in alle Parteien hinein - schon vor 20 Jahren und mehr begonnen.

Die "Vergesellschaftung von Grund und Boden" erfolgt durch die Übertragung von vormals öffentlichen Liegenschaften an private Immobiliengesellschaften, die häufig nur zur Errichtung eines einzigen Projektes gegründet und anschließend liquidiert wurden. Die Buwog war nur der Anfang. Aus Finanzämtern, Gerichtsgebäuden, Kasernen, Schulen, Sparkassen oder Spitälern wurden Luxuswohnungen, vielfach wesentlich überteuert und zum Teil von architektonisch minderer Qualität. Viele sind derzeit noch in Bau und weitere werden folgen. Und immer liegt ein Hauch von Korruption in der Luft, wenn wieder irgendwo ein neues Projekt aufpoppt.

em. RA Dr. Wolfgang Rainer, 3420 Kritzendorf

ÖBB-Immobilienstrategie
im öffentlichen Interesse

In dem Gastkommentar wird die These vertreten, dass auf Grundstücken, die früher der Allgemeinheit gehörten, immer häufiger Luxusimmobilien errichtet würden. Um das zu untermauern, werden auch die ÖBB angeführt, die gezwungen wären, Grundstücke an den Meistbietenden zu verkaufen. Bei näherer Betrachtung sind die ÖBB aber für diese Theorie kein gutes Beispiel:

Die ÖBB ermöglichten und ermöglichen zahlreiche Stadtentwicklungsgebiete wie Sonnwendviertel, Neues Landgut oder Nord- und Nordwestbahnhof. Hier wird keineswegs nur an private Bauträger rein gewinnmaximierend verkauft, sondern sehr stark auf einen Mix an Verkäufen an die Stadt Wien für Gemeindewohnungen und an Genossenschaften zur Errichtung von gemeinnützigen Genossenschaftswohnungen geachtet.

Zudem werden dort auch Parkflächen zur Naherholung und als konsumfreie Räume geschaffen, wie zum Beispiel der Helmut-Zilk-Park (Sonnwendviertel) oder der Rudolf-Bednar-Park und die Freie Mitte im Nordbahnviertel.

Für jedes dieser Stadtentwicklungsgebiete sind auch Bildungseinrichtungen vorgesehen oder schon gebaut. Die Bauflächen wurden der Stadt meist unentgeltlich überlassen.

Das Stadtentwicklungsgebiet Deutschordenstraße umfasst ein rund 3,2 Hektar großes Areal. Hier werden in der Käthe-Dorsch-Gasse zwei Wohnobjekte errichtet. Die ÖBB haben hier ein 80-jähriges Baurecht an die WBV-GPA vergeben. Damit kann dort gemeinnütziger Wohnbau, die sogenannten Wientalterrassen, vorrangig für Alleinerzieher:innen, eine selten finanzkräftige Gruppe, realisiert werden.

Andererseits wurde daneben, in der Käthe-Dorsch-Gasse 15, ein weiteres Baufeld mit einem 80-jährigen Baurecht vergeben. Im Bauprojekt "(Tante) Käthes Grätz‘l" werden neben freifinanzierten auch geförderte Mietwohnungen errichtet.

Auch auf einer großen ehemaligen ÖBB-Fläche wird der Bildungscampus Deutschordenstraße der Stadt Wien auf einer Fläche von rund 1,3 Hektar errichtet, der bis September 2022 fertiggestellt werden soll. Dieser Baugrund wurde, wie viele andere der ÖBB, nicht verkauft, sondern der Stadt geschenkt.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich also, dass die ÖBB-Immobilienstrategie keineswegs Gewinnmaximierung zum Ziel hat. Vielmehr zeugen obige Beispiele von einem bedachten Vorgehen der ÖBB und der Stadt Wien in der Stadtentwicklung für ein gutes, leistbares Leben für alle Menschen der Bundeshauptstadt.

Mag. Franz Hammerschmid,

Kommunikation/Interim. Leiter, Stabstelle ÖBB-Infrastruktur AG

Die Umgestaltung des Petersplatzes in Wien

Ein Bild zur Neugestaltung des Petersplatzes zeigt, dass ein Baum direkt neben der Kirchenmauer vorgesehen ist. Derartiges sollte unbedingt vermieden werden: Der Anblick der Peterskirche als barockes Gesamtkunstwerk sollte zur Gänze erhalten bleiben. Bäume sind gut, aber mit Abstand.

Univ.Prof. Dr. Elfriede Stangler-Zuschrott, 1030 Wien