Die Wahlergebnisse in Oberösterreich und Graz

Zugedeckt von den Deutschland-Wahlen mit unklaren Mehrheiten, könnte sich Europa fragen, was in Österreich los ist: Im drittgrößten Bundesland zieht eine Verweigerer-Partei aus dem Stand in den Landtag ein, und in der zweitgrößten Stadt des Staates werden die Kommunisten die stimmenstärkste Partei.

Das Ergebnis in Oberösterreich lässt den Schluss zu, dass eine "Volkspartei" nicht allein die Wirtschaft, sondern auch Sozialthemen wie erschwingliches Wohnen oder Lenkungsmaßnahmen gegen Bodenversiegelung durch Straßenbau und Supermärkte mit riesigen Parkflächen im Auge haben muss.

In Graz lässt sich ablesen, dass ungedeckelte Mieten den Leuten unter den Nägeln brennen; eine U-Bahn, für deren Kosten dreimal so viele Straßenbahnstrecken errichtet werden könnten, unerwünscht ist; der städtische Individualverkehr eingeschränkt werden muss; allzu lange dienende Politiker selten keine Verbrauchserscheinungen aufweisen, aber eine nahezu selbstlose Politikerin unschlagbar ist.

Auf Bundesebene wird dies alles zu denken geben müssen - auch denen, die nur Corona hinterherwanken.

Wolfgang Riemer,

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Wahlniederlage für die deutschen Konservativen

Die CDU wurde klar abgestraft. Wenn man über eine Jamaika-Koalition diskutiert, so ist das eine glatte Verhöhnung des Wählers. Armin Laschet sollte endlich Verantwortung übernehmen und zurücktreten - und er sollte auch gleich seine Unterstützer wie Wolfgang Schäuble & Co. mitnehmen. Das würde dem Wähler zeigen, dass es die CDU nach dieser Schlappe verstanden hat.

Ernst Pitlik,

1220 Wien