Verkehrspolitik gegen
die Klimaziele

Das Streben fast aller Parteien nach dem Bau der S1, der vierspurigen Stadtautobahn und des Lobautunnels hat - außer der angeblichen Verkehrsentlastung und dem Stadterweiterungsprojekt Donaustadt - noch ein weiteres Motiv: den Ausbau des Transeuropäischen Verkehrsnetzes.

Diese Dreck- und Emissionsschleuder soll dem Schwerverkehr zwischen Italien und Polen das Fortkommen auf den Autobahnen erleichtern. Die zu erwartenden Emissionen durch die Verkehrsbelastung sind mit unseren Klimazielen in keiner Weise zu vereinbaren. Die Stadtautobahn und der Lobautunnel werden, so die Meinung der Fachleute, den Verkehr nicht mindern, sondern ganz im Gegenteil ansteigen lassen. Von den Folgen für das Naturschutzgebiet der Lobau ganz abgesehen.

Was ist mit den all den Ideen, den Gütertransfer von der Straße auf die Schiene zu verlagern? Anstelle des Ausbaus der Schienen kommt es zu einer Verlagerung des Verkehrs von einer niederrangigen auf eine vierspurige höherrangige Straße.

Als Umweltministerin Leonore Gewessler vor einigen Wochen ankündigte, nicht nur den Lobautunnel, sondern auch andere Straßenbauprojekte "bis zum Herbst 2021 zu evaluieren", kam aus dem Wiener Rathaus heftiger Protest. Sehr geehrte Frau Ministerin, bitte vergessen Sie nicht die angestrebten Klimaziele und denken Sie an die Welt, die wir an unsere Nachkommen weitergeben! Sie haben jetzt die Möglichkeit, im positiven Sinne Geschichte zu schreiben.

Petra Heger,

per E-Mail

Die Nachfolge von
Angela Merkel

Für mich stand von Anfang an fest, dass Angela Merkel einen schwachen Nachfolger kreiert hat, der ihren vermeintlichen Heiligenschein nicht gefährden hätte können. Sie hat Armin Laschet, abgesehen vom letzten Wahlauftritt, keine Unterstützung gewährt. Sah sie die von ihr verursachte Götterdämmerung bereits voraus?

Ernst Steinbrenner,

3150 Wilhelmsburg

Sturm aufs Pastoralamt
der Diözese Linz

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Karl-Franzens Universität Graz drückt ihre Abscheu gegenüber dem Überfall auf das Pastoralamt der Diözese Linz aus.

Es wird in einer Demokratie verschiedene Positionen zum politischen Umgang mit Menschen geben, die sich auf der Flucht befinden. Dafür mögen verschiedene Gründe und unterschiedliche Emotionen eine Rolle spielen. Es ist aber aus christlicher Sicht unverzichtbar, darauf hinzuweisen, dass alle Menschen Kinder Gottes sind. Und deswegen ist es ein zutiefst christliches Anliegen, derer zu gedenken, die auf der Flucht ertrunken oder ums Leben gekommen sind. Viele von ihnen waren unbegleitete Minderjährige oder Mütter mit ihren Kindern. Oft hatten sie vor der Flucht aus ihrer Heimat und bei ihrem Wunsch, eine Zuflucht zu finden, unbeschreibliches Grauen erlebt.

Wir unterstützen ausdrücklich das Anliegen und die Position des Linzer Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer.

Univ.-Prof. Dr. Christoph Heil, Dekan der Theologischen
Fakultät Graz

Die Einvernahme
von Sebastian Kurz

Bei der richterlichen Vernehmung am 3. September hat der Bundeskanzler seine Aussagen im parlamentarischen Untersuchungsausschuss am 24. Juni 2020 als wahrheitsgemäß bezeichnet, weil er ja gewusst habe, dass die Staatsanwälte alle SMS hätten und es absurd gewesen wäre, dort etwas davon Abweichendes zu sagen.

Zur Erinnerung: Unmittelbar vor der Hausdurchsuchung im Oktober 2019 hat Thomas Schmid alle Chats von seinem später beschlagnahmten Handy gelöscht. Dass mehr als 300.000 Nachrichten auf einem externen Server gefunden und wiederhergestellt werden konnten, war nicht vorhersehbar. Für uns alle ebenso überraschend war auch der darin verwendete rüde Umgangston dieses machtbewussten Kreises, der sich selbst als Familie bezeichnet.

Dass dem Kanzler bei seiner Befragung im Untersuchungsausschuss der Inhalt der gesamten Familienkorrespondenz präsent gewesen ist, ist unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht überblicken konnte, was in den Chats alles gefunden werden könnte. Unvorstellbar war und ist für ihn wahrscheinlich auch, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft als weisungsgebundene Behörde der Message Control Grenzen setzen kann.

DI Peter Zweimüller,

8043 Graz

Heikle Punkte unseres Pensionssystems

Natürlich muss die Finanzstruktur des Pensionssystems in Ordnung gehalten werden, Einzahlende und Verbraucher müssen in ausgewogenem Verhältnis stehen. In einer stark schrumpfenden Bevölkerung gibt es zu wenige Arbeitende: Die Zuwanderung muss so gesteuert werden, dass die Schrumpfung in gewissen Grenzen bleibt.

Und dann passieren noch so unvorstellbare Fälle wie der von "Tamara S." (Artikel in der Ausgabe vom 25. September, Anm.), die mit 72 Jahren nach einer Gesetzesänderung überhaupt kein Geld mehr erhält. Allein mit ihren Sprachkenntnissen könnte sie, wenn schon nicht als Gerichtsdolmetscherin, so doch bei Arztbesuchen und ähnlichen Anlässen ehrliches Geld verdienen. Ganz abgesehen von all ihren sonstigen Fähigkeiten. Aber dazu scheint unser Sozialsystem zu starr zu sein. Da muss noch gewaltig daran gearbeitet werden!

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 22. September

Klügere Umsetzung bestehender Regeln

Die bestehenden Corona-Maßnahmen würden locker reichen, wenn man sie schärfer kontrollieren würde. Man könnte sie in Wien auch lokal begrenzt umsetzen, wie in manchen Städten schon erfolgreich praktiziert, denn die Inzidenzen sind in den einzelnen Bezirken höchst unterschiedlich.

Und wenn dann in der Bundeshauptstadt bei Veranstaltungen über 500 Personen die Besucher geimpft sein müssen, für das Personal aber PCR-Tests reichen, wird die Angelegenheit grotesk.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien