Zur Kolumne von
Robert Sedlaczek, 6. Oktober

Gendern löst
keine Probleme

Ich finde es gut, wenn in der "Wiener Zeitung" immer wieder die Problematik des Genderns behandelt wird. Machen Sie da so weiter. In meinem Umfeld sind fast alle Frauen gegen das Gendern, weil es die eigentlichen Probleme nicht löst, ja sogar überdeckt.

Dr. Christel Hirn,

per E-Mail

Grammatisches und natürliches Geschlecht

Robert Sedlaczek hat einen interessanten Aspekt angeführt: weibliche Substantiva, die keine männliche Entsprechung haben. Ist die Koryphäe ein Frauenzimmer oder ein Mannsbild? Wenn ich an die Koryphäe im Corps de Ballet denke, imaginiere ich eine Frau. Herausragende Wissenschafter oder Ärzte wie Max Planck oder Theodor Billroth waren auch Koryphäen, allerdings männliche. Bei Marie Curie hingegen passen das grammatische und das natürliche Geschlecht wieder zusammen.

Als Autorität wird trotz der weiblichen Form oft der Institutsvorstand oder der Chefarzt bezeichnet. Die Autorität wird dann doch eher männlich konnotiert, was jedoch nicht heißt, dass es keine weiblichen Autoritäten gibt; ich denke da nur an meine Mutter.

Mag. Herbert Bamberger,

1140 Wien

Die vielen Opfer des Nationalsozialismus

Die Betroffenheit rund um Auschwitz und Mauthausen hat schon ihre Gründe. Aber warum werden nicht sämtliche Kriegerdenkmäler in den Gemeinden mit Tafeln ergänzt, auf denen die zivilen Opfer angeführt sind? Wenn ich im
Zuge von Friedhofsbesuchen die Kriegerdenkmäler sehe, stelle ich mir die Frage: "Und wer ist der grässlichen NS-Justiz, den medizinischen Experimenten und so weiter zum Opfer gefallen?"

DI Manfred Uttenthaler,

8053 Graz

Probleme beim neu beschlossenen Klimabonus

Problematisch am Klimabonus aus verfassungsrechtlicher Sicht sind folgende zwei Punkte:

Erstens ist Wien die einzige Region, in der die niedrigste Stufe gezahlt wird, obwohl es in Österreich noch fünf weitere Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohner gibt. Mit welcher sachlichen Rechtfertigung steigen Bewohner dieser Großstädte beim Ökobonus besser aus?

Zweitens sind die niedrigeren Beiträge für Krankenkassen verfassungswidrig, weil durch das Gleichbleiben der Beiträge bei einem Verdienst über 2.500 Euro brutto gegen das Versicherungsprinzip verstoßen wird.

Der Bundesregierung wird man den Vorsatz, es gut gemeint zu haben, nicht absprechen können, doch manchmal ist gut gemeint einfach nicht gut genug.

Dr. Paul Schwarzenbacher,

1070 Wien