Umweltschäden durch Lobau-Tunnel und Stadtstraße

Je tiefer ich in die Materie der Stadtstraße/Lobau-Autobahn eintauche, desto dunkler wird es. Gesundheitsgefahren stapeln sich über Umweltkatastrophen, die auf CO2-Tonnen liegen, unter denen sich Milliarden an Steuergeld verstecken. Je mehr ich lese, desto weniger verstehe ich, wie so ein Projekt noch am Leben sein kann.

Bedrohte Arten und Pflanzen würden aussterben. Der Verkehr würde zunehmen. Die größte zusammenhängende Au-Landschaft Europas würde zerstört. Flächen würden versiegelt. Das Wiener Trinkwasserreservoir würde gefährdet. Mikroplastik in die Umwelt geschleudert.

Der aktuelle Plan richtet sich nach der schlechtesten Variante. Die Lobau müsste nicht an der breitesten Stelle untergraben werden. Es müsste gar kein Tunnel gebaut werden. Ja, es wäre sogar möglich, eine Verkehrsentlastung ohne Stadtstraße und Lobau-Autobahn durchzuführen (laut Barbara Laa von der TU Wien). Ist das der Politik nicht peinlich?

Elisabeth Seirl,

per E-Mail

Bodenversiegelung und
höherer CO2-Ausstoß

Nun geht der Wiener Bürgermeister gestärkt aus dem Konflikt mit der ÖVP hervor, und schon macht er ungeachtet der Proteste und der Besetzung der Baustellen mit seinem Bauvorhaben weiter. Wie die Bodenschutzexpertin Maria Schachinger vom WWF betont, haben wir im Bereich der Bodenversiegelung bereits die "Alarmstufe Rot" erreicht, aber ungeachtet dessen halten SPÖ, ÖVP, FPÖ und andere an dem irrwitzigen Bau der Stadtautobahn und der Untertunnelung der Lobau fest.

In Österreich sind bereits 57 Millionen Quadratmeter an Böden für immer verbaut worden. Und Tag für Tag gesellen sich 11,5 Hektar dazu. Das betrifft nicht nur den Verlust von naturbelassenen Grünflächen, sondern auch unsere Versorgung mit Grundwasser und letztendlich den Ackerbau samt Viehwirtschaft.

Wir brauchen keine weiteren Straßen, wir brauchen Lebensqualität! Nicht mehr Abgase und ansteigende Temperaturen, nicht mehr CO2-Ausstoß! Verwenden wir diese Milliarden doch lieber für den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und Radwege. Die verantwortlichen Politiker müssen endlich aufwachen und das Projekt ad acta legen.

Rudolf Faaker,

1070 Wien

Eine Verpflichtung
gegenüber der Gesellschaft

Die Erklärung der Wissenschaft zur Stadtstraße und zur Lobau-Autobahn spricht eine klare Sprache: Dieses Projekt gefährdet unsere Zukunft und die unserer Kinder. Auch aus verkehrstechnischer Sicht ist es nicht sinnvoll. Wieso lenkt die Politik nicht ein? Ja, es wurden Verträge abgeschlossen, und die betroffenen Firmen verlangen Rechtssicherheit. Das ist verständlich. Doch die Politik hat vor allem Verpflichtungen gegenüber der Gesellschaft. Was wiegt hier schwerer?

Nico Waschkowski,

1090 Wien

Die Finanzierung
von Kinderbetreuung

Sebastian Kurz hat die von Christian Kern und Reinhold Mitterlehner geplante (einmalige) "Kindergarten-Milliarde" für den Neubau von Kinderbetreuungsstätten blockiert. Er hatte offenbar eine wirkungs- und daher sinnvollere Verwendung im Auge.

Kinderbetreuung wird seit den 1970er Jahren im Steuertarif nicht mehr berücksichtigt. Es gibt daher zwei Möglichkeiten, Eltern bei der Betreuung ihrer Kinder zu helfen: Entweder man besteuert den für die Betreuung notwendigen Einkommensteil der Eltern und verwendet diese Steuereinnahmen für die Errichtung von zusätzlichen Kindergärten.

Oder, und das hatte Kurz offensichtlich im Sinn: Man senkt die Steuer auf Betreuung um den sogenannten Familienbonus. Dadurch haben Eltern mehr Möglichkeiten, die für sie beste Betreuungsform auszusuchen. Diese Milliarde kommt offensichtlich bei den Betroffenen gut an, und das, ohne dass der Staat zusätzliche Budgetmittel einsetzen muss.

Dieter Mack,

9020 Klagenfurt

Staatlicher Einfluss auf Deutschlands Wirtschaft

Es wundert einen eigentlich, dass in Deutschland überhaupt noch etwas funktioniert. Wo man hinsieht, delegiert der Staat hinein. Das gilt insbesondere für den Energiemarkt: Gerade hier hätte man aus dem Irrsinn der Atomsubventionen der vergangenen 60 Jahre seine Schlüsse ziehen müssen. Daran wird auch das absehbare Herumdoktern an der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nicht wirklich etwas ändern. Dieses Land ist längst in den Staatskapitalismus nach chinesischem Vorbild abgeglitten.

Claus Reis,

D-91126 Schwabach