Das Heer bereitet sich
auf einen Blackout vor

Um den Klimawandel zu bremsen, stellen Netzbetreiber immer häufiger auf erneuerbare Energien um. Seit immer mehr Gas- und Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, gibt es einerseits weniger verfügbare Stromreserven, anderseits führen erneuerbare Energiequellen zu verstärkten Schwankungen. Ein Blackout kann deshalb jederzeit passieren.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner will das Bundesheer auf Stromausfälle vorbereiten und die Autarkie der Kasernen stärken. Bis 2025 sollen 100 Liegenschaften so adaptiert werden, dass sie zumindest eine 14-tägige Autarkie erreichen. Zwölf Kasernen sollen zu "Sicherheitsinseln" aufgebaut werden. Blaulichtorganisationen und Teile der staatlichen Verwaltung haben dann bei besonderen Ereignissen (Terroranschlag, Blackout, Naturkatastrophe) geschützte Anlaufhäfen.

Oberst i.R. Kurt Gärtner,

4600 Wels

Klimaschutzmaßnahmen
sind kostspielig und riskant

Letztendlich gilt auch in Sachen Umwelt- und Klimaschutz der alte ökonomische Grundsatz, dass wir die gesetzten Maßnahmen selbst bezahlen werden. Die CO2-Steuer wird auf die Waren und damit die Verbraucherpreise umgelegt werden, denn den Warenverkehr kann man nicht auf Leiterwagen umlegen.

Thermische Sanierungen sind gleichfalls von den Betroffenen zu bezahlen, mögen auch teilweise Förderungen gewährt werden, die aber wiederum von Steuern getragen werden müssen. Vielfach sind Öl- und Gasheizungen nicht klimafreundlich zu gestalten, und ob man Klimaschutz mit Wärmepumpen und Photovoltaik schaffen kann, ist unwahrscheinlich.

Schwer ins Gewicht fällt die Auflassung von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Wir weigern uns, allenfalls Atomkraftwerke zu errichten. Der Blackout steht knapp bevor, und wenn wir nicht Strom aus Mochovce zukaufen, werden wir uns an Kerzen gewöhnen müssen. Ich habe es damals erlebt, als private Haushalte jeweils ein paar Tage lang keine elektrische Energie geliefert bekamen.

Dr. Heinrich Geuder,

1180 Wien

Europa überschätzt
sich beim Klimaschutz

Europas Pläne zum Umweltschutz sind ein Irrweg und total realitätsfern. Mit seinem Anteil von circa 6 Prozent der Weltbevölkerung kann Europa alleine die Klimaerwärmung nicht aufhalten. Das Klimaproblem ist ein globales Problem, welches nur von der gesamten Welt gemeinsam zu lösen ist. Es ändert sich nichts, wenn in Europa Kraftwerke abgeschaltet werden, während anderswo neue Atom- und Kohlekraftwerke gebaut und weiterhin Regenwälder abgeholzt werden.

Ernst Pitlik,

1220 Wien

Polen steht in der EU in
vielen Bereichen abseits

Die Diskussion zu Polen nur auf den Justizbereich - ob nationales Recht über dem EU-Recht stünde - herunterzubrechen, greift zu kurz. Polen weigerte sich auch, sich an der Flüchtlingsverteilung zu beteiligen, und ist vor allem dagegen, muslimische Migranten im erzkatholischen Land aufzunehmen. Polen ließ zu, dass sich einige Regionen für "LGBT-frei" erklärten. Und Polen hatte nichts gegen geheime Gefangenenlager der CIA auf seinem Territorium einzuwenden.

Polen stellt sich in vieler Hinsicht abseits der EU-Linie. Russland, China und auch die USA sehen solchen Konflikten in der EU genüsslich zu, ist doch für diese Länder ein geschwächtes, uneiniges Europa durchaus von Nutzen.

Max Cholewka,

1220 Wien

Zur Analyse von Hans Kronspieß, 23. Oktober

Die Haltung der Kirchen
zur Migration ist naiv

Die Wiener Pastoraltheologin Regina Polak glaubt offenbar, "die" Kirchenposition zur Massenimmigration zu kennen und zu vertreten. Diese angeblich unwidersprochene Position fordert, verkürzt gesagt, grenzenlose Weltloyalität, permanente Willkommensekstase und hypermoralischen Maximalismus.

Dem möchte ich ein Zitat des bedeutenden katholischen Philosophen Robert Spaemann entgegenstellen: "Uneingeschränkt kann die Hilfsbereitschaft sein, aber nicht die tatsächliche Hilfe. Es kann nicht unsere Pflicht sein, uneingeschränkt zu helfen, weil es nicht möglich ist. Wir können es nicht. Und wir sollten auch kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir unserer Hilfe Obergrenzen setzen. Zudem ist es so, dass, wenn es solche Grenzen gibt, man auswählen muss, wen man nimmt und wen nicht."

Eigenartig: Je mehr Menschen die Kirchen verlassen, umso vehementer fühlt sich der kirchliche Mainstream berechtigt und bemüßigt, der großteils widerstrebenden Bevölkerung möglichst viele und vorwiegend andersgläubige Migranten aufs Auge zu drücken. Für 2021 wird mit mindestens 30.000 Ankömmlingen gerechnet - ist die Bewältigung der damit verbundenen Aufgaben noch immer nicht groß genug?

Karl Steinkogler,

4802 Ebensee

Zum Gastkommentar von
Christoph Leitl, 16. Oktober

Die EU sollte nicht
auf Afrika vergessen

Christoph Leitl hat erkannt, wie wichtig afrikanisch-europäische Wirtschaftsbeziehungen künftig sein werden, wie bereits die Römer und Bruno Kreisky vor ihm. Als Leiter der Wirtschaftskammer Österreich hat er eine Abteilung "Marshallplan für Afrika" geschaffen, die bei der Regierungsmehrheit keine Euphorie erzeugte. Leitl wurde als Präsident von Eurochambres weggelobt.

Die SPÖ hat die Kreisky-Idee wiederentdeckt. Eine Chance, dass weiterdenkende Europäer und Afrikaner unseren gemeinsamen Wirtschaftsraum zum Wohle aller entwickeln.

Arch. DI Bernd Stanzel,

1070 Wien