Zum Artikel von Daniel Bischof und Martin Tschiderer, 8. Jänner

Die Impfpflicht sollte
an Elga nicht scheitern

"Die technische Umsetzung der Impfpflicht ist laut der Elga GmbH frühestens ab April möglich", heißt es. Elga ist sehr wohl in der Lage, binnen weniger Tage eine Adressliste aller im Zentralen Patienten-Index verzeichneten Personen zu liefern, die an einem gewissen Stichtag keinen Impfeintrag haben. Genauer: aller ungeimpften Österreicher mit Sozialversicherungsnummer.

Was mit denen geschieht, die keine Sozialversicherungsnummer haben, ist Sache des Gesetzgebers; man kann das Melderegister mit dem Elga-Index abgleichen und die fraglichen Personen per Brief auffordern, einen Impfnachweis vorzulegen. Elga hat keinen Grund, den Termin der Impfpflicht wegen der "Ausnahmen" in Frage zu stellen. Es ist nur ein Störfeuer, das sich gegen die Einführung der Impfpflicht richtet.

Dr. Peter Grosse,

4120 Neufelden

De facto werden viele von
der Impfpflicht nicht erfasst

In der Diskussion über eine Impfpflicht wird völlig ausgeblendet, dass noch wesentlich mehr Gruppen davon ausgenommen sind, da laut Entwurf die Impfpflicht nicht für alle in Österreich Lebenden oder Arbeitenden gelten soll, sondern nur für Personen mit gemeldetem Wohnsitz. Damit sind alle jene ausgenommen, die zwar legal oder illegal in Österreich leben oder arbeiten, aber hier eben keinen gemeldeten Wohnsitz haben - sowie jene, die laut Meldegesetz keinen Wohnsitz in Österreich anmelden müssen, etwa Grenzgänger und Obdachlose ohne Wohnsitzbescheinigung.

Ebenso sind de facto alle von der Impfpflicht ausgenommen, die zwar in Österreich leben und auch der Meldepflicht unterliegen, aber aus irgendeinem Grund "vergessen" haben, sich anzumelden, etwa aus dem Ausland zurückgekehrte Personen, aber auch untergetauchte Einwanderer und Kriminelle. Praktisch ebenso ausgenommen, da nicht sanktionierbar, sind auch alle nicht pfändbaren Personen, da die Drohung einer Geldstrafe ins Leere läuft.

Umgekehrt werden wohl alle mit ordnungsgemäß gemeldetem Wohnsitz in Österreich, die aus irgendeinem Grund im Ausland geimpft wurden und daher nicht in Elga-Impfregister aufscheinen, einen Strafbescheid bekommen, gegen den sie dann berufen dürfen.

DI Gerhard Raimann,

2534 Alland

Eigenverantwortung reicht gegen die Pandemie nicht

Täglich um die 10.000 Neuinfektionen zeigen unwiderlegbar, dass Eigenverantwortung nicht reicht! Wie bei der zweiten und vierten Welle bremst Österreich auch bei der fünften Welle durch ideologiegesteuerte Landeshauptleute zu spät, was höhere Übersterblichkeit und lange Lockdowns kostet. Fünf nach zwölf müssten wir schneller sein als das Virus. Daher: sofortige strikte Einhaltung und Überwachung der bekannten Schadensminderungsstrategien!

Dr. Ewald Maurer,

per E-Mail

Probleme der Nuklearenergie sind immer noch ungelöst

Atomkraft produziert zwar weniger CO2, ist aber keineswegs CO2-
neutral: Die Treibhausgasemissionen sind größtenteils der Stromproduktion vor- und nachgelagert (vom Uranabbau bis zur Brennelementeherstellung, vom Kraftwerksbau bis zur Endlagerung).

Und wohin mit dem Atommüll? Weltweit existiert kein sicheres Endlager für radioaktive Abfälle. Niemand kann seriös garantieren, den strahlenden Müll für hunderttausende Jahre von der Umwelt abzuschirmen (zum Vergleich: Die Steinzeit ist circa 100.000 Jahre her, die Pyramiden entstanden vor 4.500 Jahren).

Unfälle, Kriege, Terrorangriffe können nicht ausgeschlossen werden - wie viele Atommeiler sind gegen den Absturz eines Jumbojets geschützt? Auch der Normalbetrieb birgt Gefahren: So geben AKW, Atommüllzwischenlager sowie Atommülltransporte radioaktive Strahlung ab.

Der Ausbau von Sonnen- und Windenergie wird für die Deckung des künftigen Strombedarfs nicht ausreichend sein. Die einzige wirkliche Lösung ist die Änderung unseres Lebensstils durch massive Einschränkung unseres Ressourcenverbrauchs. Das bedeutet nicht weniger Lebensqualität - nur anders als jetzt!

Mag. Michaela Krizmanits,

1130 Wien

Atomkraft wird den Energiebedarf nicht decken

Man kann sich leicht ausrechnen: Will man bis 2050 den weltweit aus Kohle und Gas erzeugten Strom zur Gänze nuklear produzieren und Uralt-AKW durch Neue ersetzen, so müsste man rund 2.300 neue 1.000-Megawatt-Reaktoren bauen. Mit anderen Worten: Pro Monat hätten sieben Meiler ans Netz zu gehen. Das ist völlig unrealistisch. So ist zu Weihnachten der finnische Reaktor Olkiluoto 3 mit mehr als 13 Jahren Verspätung in Betrieb genommen worden.

Die Atomkraft kann keinen bedeutenden Beitrag zur Energiewende leisten. Offenbar geht es darum, möglichst viele Investitionen für diese Technologie abzuzweigen - Geld, welches dann für echte Alternativen fehlen wird.

Dr. Heinz Högelsberger,

1190 Wien

Wenn Nationalismus
sich am Sport entzündet

Die Affäre um Novak Djokovic führt in Serbien zu chauvinistisch-nationalistischen Sturmszenen. Genauso war es in Österreich vor 50 Jahren, als Karl Schranz wegen Verletzung der (damals noch strengen) Amateurregeln nicht an den olympischen Skirennen in Japan teilnehmen durfte. Wir haben daher wenig Grund, uns über die Serben zu wundern.

Dr. Ernst Bobek,

1140 Wien