Die Ukraine sollte zu einem neutralen Staat werden

Abgesehen vom durchaus aggressiven Auftreten Russlands in dieser Sache ist das Ziel, dass die Ukraine nicht der Nato beitritt, nachvollziehbar. Eine Rakete braucht von Schostka an der Grenze zu Russland für die circa 600 Kilometer nach Moskau wenige Minuten, und es müsste nicht einmal eine Interkontinentalrakete sein. Das gefällt Wladimir Putin noch weniger als damals John F. Kennedy die Stationierung der russischen Atomraketen auf Kuba, die bis Washington D.C. immerhin 1.800 Kilometer zurücklegen hätten müssen.

Diese Problematik lässt sich nur durch eine absolute Neutralität der Ukraine lösen, und die Nato wäre gut beraten, dies zu forcieren. Um andererseits die bestehenden Ängste der Ukraine abzufangen, wäre ein Beistandspakt für den Fall eines Einmarsches denkbar. Da es sich um einen Krisenherd mitten in Europa handelt, sollte die EU endlich aus ihrer
außenpolitischen Lethargie erwachen und kreative Vorschläge vorbringen.

Peter Kremmel,

1160 Wien

Die EU vernachlässigt
die Sicherheitspolitik

Die Nato versteht sich als Gemeinschaft freier demokratischer Staaten, der Schutz von Demokratie und Menschenrechte sowie die kollektive Selbstverteidigung sind die Ziele. Laut dem Generalsekretär Jens Stoltenberg sind die Meinungsunterschiede zwischen Russland und der Nato kaum zu überwinden. Ein Mitspracherecht bei einer Nato-Erweiterung, wie es sich Russland vorstellt, wird es nicht geben.

Wahrscheinlich hat Russland nicht nur Angst vor einer Nato "vor der Haustüre" in der Ukraine, zusätzlich würde ein demokratisches Land mit Wohlstand an der Grenze zu Russland stören. Westliche Lebensgewohnheiten könnten überschwappen. Daher ist auch ein Beitritt der Ukraine zur EU nicht im Sinne Russlands.

Eigentlich müsste man meinen, der Ukraine-Konflikt wäre ein europäisches Problem. Die EU überlässt die eigene Sicherheitspolitik jedoch der amerikanisch geführten Nato und duckt sich weg. Es kümmert die EU auch gar nicht, dass sich im südöstlichen Europa ein militärisches Vakuum gebildet hat - anscheinend sind nur die Wirtschaftsbeziehungen entscheidend.

Oberst i.R. Kurt Gärtner,

4600 Wels

Zum Artikel von Michael Schmölzer, 14. Jänner

Die deutsche Justiz hat ein wichtiges Zeichen gesetzt

Endlich hat die Justiz eines Staates es gewagt, das Weltrechtsprinzip auch anzuwenden: Die deutsche Justiz hat einen in der Bundesrepublik lebenden syrischen "Folterhäuptling" des Assad-Regimes angeklagt und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Es wäre wünschenswert, würden alle demokratisch geleiteten Staaten ab sofort diese Rechtsprechung anwenden. Dies müsste völkermordende Despoten, wie Bashar al-Assad einer unter vielen ist, darüber nachzudenken anregen, wie viel Blut an ihren Händen klebt.

Hans Gamliel,

CH-9400 Rorschach

Afghanistan wird in
der Not allein gelassen

Die jammervollste Meldung des 13. Jänner war ein Zitat von Asuntha Charles, der Landesdirektorin von World Vision in Afghanistan: "Die humanitäre Lage im Land verschlechtert sich gerade bedrohlich, und das sehr schnell. Mütter und Väter verkaufen alles, sogar ihre Organe, damit die Kinder überleben."

Die in weiterer Folge angesprochene internationale Gemeinschaft, die erschüttert sein müsste, wird das vielleicht sein, aber was hilft das? Das Sagen haben in Afghanistan die Taliban, die das Land offensichtlich nicht verwalten können. Große Mitschuld trägt aber auch das Land, das seine militärische Präsenz in Afghanistan so abrupt beendete und damit ein Chaos auslöste.

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Zum Nachruf auf Ali Mitgutsch vom 13. Jänner

Vor Ali Mitgutsch gab
es bereits Wimmelbilder

Abgesehen von frühen Vorläufern der Wimmelbilder (von Hieronymus Bosch, Pieter Brueghel und anderen) wurden die ersten derartigen Bilderbücher von Gudrun Keussen geschaffen. Die liebevoll gezeichneten Ausgaben "So leben wir in der Stadt" von 1961 und "So leben wir auf dem Land" von 1962 sind auch heute noch antiquarisch erhältlich.

DI Eva Baumgartner,

3003 Gablitz

Freiheit bringt auch Verantwortung mit sich

Freiheit existiert niemals ohne Ziel. Es kommt darauf an, welche Ziele verfolgt werden und wovon man sich hierzu befreien muss. In Zielen erfährt Freiheit ihren Sinn. Und da gibt es wahrlich Ziele von sehr unterschiedlichem Wert, von hohem und außerordentlichem bis zu minderem und alltäglichem. Von hohem Rang sind jedenfalls die Verantwortung für sich selbst, die Nächsten, die Gemeinschaft und die Natur. Dies in der Gemeinschaft eines Volkes, das die Demokratie zu tragen vermag.

RgR Prof. Reinhard Horner,

1100 Wien