Zum Gastkommentar von
Ingrid Thurner, 22. März

Ukrainische Flüchtlinge
und russische Künstler

Ingrid Thurner hat das Problem von Diskriminierungen und Doppelmoral hervorragend auf den Punkt gebracht und ist so auch gegen Rassismus aufgetreten, der sich in der derzeitigen Flüchtlingsfrage wieder zeigt, wo man unterscheidet zwischen Flüchtlingen, die "zu uns gehören", und den anderen, die man draußen lässt. Und sie tritt gegen Diskriminierungen russischer Künstler auf, denen man eine öffentliche Stellungnahme gegen den Krieg und Wladimir Putin abverlangt.

Dr. Christel Hirn,

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Unterschiedliche Faktoren
bei den Fluchtbewegungen

Im Gastkommentar von Ingrid Thurner über "gute und schlechte Flüchtlinge" sind wesentliche Fakten nicht berücksichtigt: Aus der Ukraine kommen praktisch nur Frauen, Mütter mit Kindern und Alte, die Männer kämpfen für die Freiheit und Unabhängigkeit des Landes. Der Großteil der Geflüchteten will wieder zurück. Aus dem vorderen Orient und Afrika kommen hingegen vorwiegend junge Männer, die ihre Familien zurückgelassen haben und nicht beabsichtigen, in ihre Heimat zurückzukehren. Entsprechend reagiert die EU.

Dipl.-Ing. Friedrich Dechant,

per E-Mail

Zum Leitartikel von
Walter Hämmerle, 19. März

Keine wirklich vorbildliche Strategie gegen Corona

Walter Hämmerle stimmt ein in den Chor der Regierungskritiker, "dass Österreichs Corona-Strategie irrlichtert". Doch schaut man rundum, gibt es keinen Staat, der wirklich erfolgreich ist. Deutschland, Frankreich, England und die USA pendeln ähnlich getrieben von der Öffentlichkeit. Selbst die Schweiz spricht das Wort Durchseuchung öffentlich nicht aus.

Dass das österreichische Regierungsteam nach den Kanzlerwechseln schwächer geworden ist, ist unbestritten. Die prekäre Situation mit Corona- und Ukraine-Krise lässt eine Verbesserung durch einen Regierungswechsel, mit anderem Partner oder nach Neuwahlen, kaum erwarten beziehungsweise opportun erscheinen.

Wolfgang Riemer,

per E-Mail

Österreichs Teilnahme an
der EU-Eingreiftruppe

Auch wenn sie nur dezent als "Eingreiftruppe" bezeichnet wird, steht eine EU-Armee trotzdem in krassem Widerspruch zum österreichischen Neutralitätsstatus. Letztlich wurde die Neutralität in ihrer reinen Form schon mit dem EU-Beitritt aufgegeben, und jetzt geht es um Schadensbegrenzung, wobei man sich nicht mehr zu weit aus dem Fenster lehnen darf. Fast vorbildlich verhält sich die Türkei, die trotz Nato-Mitgliedschaft die Sanktionen gegen Russland nicht mitträgt und sich für eine Vermittlerrolle anbietet.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien