Zum Gastkommentar von
Christian Felber, 20. April

Die harte Realität
der Kriegszeiten

Wer der Parole "Frieden schaffen, ohne Waffen" anhängt, wird die Vorschläge von Christian Felber gut finden. Sie klingen schön und sind logisch nachvollziehbar, sind aber absolut nicht umsetzbar: Sie sind Utopie und Träumerei.

Der Traum der waffenlosen Gesellschaft ist in sehr weite Ferne gerückt und seit dem 24. Februar ferner denn je. Völkerrechtliche Verträge sind das Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben stehen. Die Ukraine verließ sich 1994 auf das Budapester Memorandum und gab die auf ihrem Territorium stationierten Atomwaffen an Russland ab. Hätte sie sie behalten, hätte Russland wohl nie einen Angriffskrieg gewagt.

Wer angesichts der Aggression Russlands immer noch Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.

em. RA. Dr. Wolfgang Rainer,

3420 Kritzendorf

Zum Gastkommentar von
Kurt Baier, 19. April

Friede nur durch eine Verständigung mit Russland

Die Analyse Kurt Baiers zum gegenwärtigen Ukraine-Krieg gehört zu den besten, die erfreulicherweise in der "Wiener Zeitung" ihre Verbreitung finden.

Ich finde, es geht jedoch noch um mehr: Einerseits sollte die EU ihre Haltung der ukrainischen Staatsführung gegenüber gründlich überdenken, andererseits ist eine Balance in den Beziehungen zu den USA und Russland anzustreben. Zugleich kann es nicht zielführend sein, Russland und Wladimir Putin weiterhin ins Eck zu stellen, wenn ein dauerhafter Frieden in Eurasien erreicht werden soll und, last not least, die Klimafrage auf Sicht nur mit Hilfe Russlands und durch seine Gaslieferungen zu lösen ist. Die Umstellung auf Fracking-Gas, egal woher, widerspricht jeder klimagerechten Logik.

Es wird ohne eine Abrüstung der Worte und Taten, gefolgt von Kompromissen, nicht gehen. Es ist zu hoffen, dass sich insbesondere Deutschland seiner bedeutenden Position bewusst wird. Österreich und Ungarn könnten sich aufgrund ihrer langjährigen Verbundenheit mit Russland und der Ukraine anschließen und behilflich bei der Suche nach Verbündeten sein.

Alexander Buschenreiter,

8983 Bad Mitterndorf

Zeitenwende für
die globale Sicherheit

Russland hat mit seinem Angriff auf die Ukraine die Weltfriedensordnung in Trümmer gelegt. Die UNO ist nicht in der Lage, die Friedensstörung zu unterbinden, auf Völkerrecht und geschlossene Verträge ist kein Verlass mehr. Es gilt anscheinend wie in der Steinzeit das Recht des Stärkeren. Und als Mitglied eines Verteidigungspaktes ist man nur dann sicher, wenn starke Verbündete tatsächlich zu angemessener Hilfe bereit sind. Ja, die Welt hat sich geändert, man kann das als Zeitenwende ansehen. Man sollte für die neue Situation vorsorgen!

Peter F. Lang,

per E-Mail

Die deutsche Politik
gegenüber Russland

2003 hat Otto von Habsburg in öffentlicher Rede dargelegt, warum er davon ausgeht, dass das, was die russische Expansionspolitik heute in der Ukraine anrichtet, durchaus zu erwarten wäre. Lesen und damit der Realität ins Auge sehen wollte das niemand.

Damals war für die europäische Politik der deutsche Kanzler Gerhard Schröder bestimmend, der eine Intrige gegen Österreich wegen der Regierungsbeteiligung einer Partei startete, deren Vorsitzenden Schröder heute als Putin-Versteher herzlichst in die Arme schließen würde. Schröders Gehilfe bei dieser (Ost-)Politik, der heutige deutsche Präsident Frank-Walter Steinmeier, zeigt wenigstens späte Einsicht. Von Schröder ist das vermutlich nicht zu erwarten. Pecunia non olet!

DDr. René Laurer,

1030 Wien

Zum Artikel von Felix Lill,
16. April

Japan als Vorbild
beim Energiesparen

Der Artikel ist wichtig und zeigt auf, wie es weitergehen muss, um die Energieabhängigkeit von Russland zu verringern und - viel wichtiger - den Klimawandel zu verzögern. Man könnte etwa die Beleuchtung von Burgen, Schlössern und Kirchen eine halbe Stunde früher oder noch zeitiger abschalten, ebenso Nachtwerbungen aller Art, und in der späten Nacht kann man ohne Verringerung der Sicherheit die Straßenbeleuchtung reduzieren. Oder generell die Geschwindigkeit auf Autobahnen mit 110 km/h begrenzen. Das würde eine Treibstoffeinsparung zwischen 5 und 10 Prozent bringen, bei meinem Selbstversuch war sie sogar wesentlich höher.

Gertraud Ruth,

per E-Mail