Zum Gastkommentar von
Fritz Edlinger, 26. April

Konzeptlose österreichische Politik im Ukraine-Krieg

Fritz Edlinger müht sich ab, das Versagen der EU und Österreichs hinsichtlich einer Beilegung des Konflikts Ukraine-Russland zu dokumentieren und Alternativen zu entwickeln. Zweifellos hat die österreichische Außenpolitik kein Konzept, um einen positiven Beitrag zur Beendigung dieses Konflikts anzubieten. Völlig unverständlich ist, dass gerade ein Despot wie Recep Tayyip Erdogan sein Nato-Land für Gespräche zwischen dem ukrainischen und dem russischen Außenminister anbieten kann - und das neutrale Österreich belämmert dasteht.

Alexander Peter,

1100 Wien

Europäisches Friedenskorps statt weiterer Aufrüstung

Der Aufruf von Fritz Edlinger ist mit Nachdruck zu unterstützen. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU (2012) sollte in diesem Zusammenhang Ansporn, ja eine gewisse Verpflichtung sein.

Eine noch deutlicher auf militärische Stärke ausgerichtete "Sicherheitspolitik der EU" marginalisiert nicht nur die pazifistische ukrainische Widerstandsbewegung, sie verstärkt die "bellizistische Logik" weltweit nachdrücklich. Waffen für den Frieden führen eher zu einem Diktatfrieden àla Versailles als zu einer friedlichen Nachkriegsordnung. Die enormen Beträge, die der Westen für die Aufrüstung ausgeben will, sollten in einen Strukturumbau der Heere investiert werden. So wäre ein Ingenieurkorps in vielen Ländern der Welt willkommener als Bomber oder ein Pioniertrupp zum Bau von Straßen und Brücken hilfreicher als ein Sprengkommando.

Kurz gesagt, selbst eine waffenstrotzende Armee könnte ähnlich einem Friedenskorps agieren. Für Europa ergibt sich damit eine zusätzliche Möglichkeit, zum Beispiel in Afrika beim Ausbau der Infrastruktur des Kontinents den Chinesen Paroli zu bieten. Der Jugend unserer Länder bietet sich ein Zivildienst verknüpft mit einem erfahrungsreichen Auslandsaufenthalt. Als Nachkriegsordnung stünde ein derartiger Wettlauf der Friedensnobelpreisträgerin EU doch gut an?

Dr. Werner Varga,

1020 Wien

Die falsche Zeit für
naiven Pazifismus

Dieses aus dem mit russischem Gas gewärmten Wohnzimmer vernehmbare Mantra von "Frieden schaffen ohne Waffen", "Worte statt Kanonen", Besuche in Moskau statt in Kiew, alles ohne konkrete Lösungsvorschläge und nur mit dem Gewäsch eines falsch gedeuteten Pazifismus, steht einem bis zum Hals - angesichts des Genozids, der Kriegsverbrechen und des Elends in der Ukraine, die gerade um ihr Überleben ringt.

Dr. Wolfgang Rainer,

3420 Kritzendorf

Zum Gastkommentar von
Christian Felber, 20. April

Wahlentscheidungen
für den Frieden

Danke an Christian Felber dafür, in Kriegszeiten wie diesen auf die Utopie des ewigen Friedens hinzuweisen. Er vergisst aber einen wichtigen Aspekt: Erst wenn autoritäre Charakter keine Chance mehr haben, zur Macht zu kommen, weil niemand solche Führer wählen will, erst dann kann diese Utopie umgesetzt werden. Solange wir autoritär-narzisstischen Personen unsere Wahlstimme geben, wird sich nichts an der militärischen Kriegslogik ändern, das ist leider traurige Realität.

Eine andere Grundvoraussetzung ist, dass wir Demokratie nicht delegieren können und jeder von uns eine Mitverantwortung daran in sich trägt und sich dessen bewusst wird.

Mag. Alfred Zopf,

4822 Bad Goisern

Die Zerstörung fruchtbarer Böden sofort beenden

Unsere Erde hat einen Durchmesser von 12.742 Kilometern. Davon sind nur die obersten 50 Zentimeter so fruchtbar, dass daraus 100 Prozent unserer Lebensmittel entstehen können. Dies sind nur Zahlen, aber es fällt mir schwer, anders zu erklären, wie ich mich fühle, wenn ich durch Oberösterreich fahre und sehe, wie diese wertvolle Lebensgrundlage durch Betonierwut zerstört wird.

In wenigen Jahren werden durch die Klimaerwärmung große Teile Niederösterreichs und des Burgenlandes nur noch eingeschränkt für die Produktion vonLebensmitteln geeignet sein. Dann wäre Oberösterreich die letzte Kornkammer Österreichs. Leider werden wertvolle Böden bis dahin für immer durch Beton zerstört worden sein.

Ich befürchte, dass wir schon in wenigen Jahren in Europa Kriege um Essen führen werden. Lasst uns gemeinsam um unsere Lebensgrundlage kämpfen! Wir brauchen jeden Quadratmeter Boden. Ich fordere eine Null-Quadratmeter-Bodenverbrauchspolitik!

Jürgen Hutsteiner,

4400 Steyr