Zur Kolumne von Ernest G.
Pichlbauer, 28. April

Gegen den Mangeln an Kassenarztstellen

Ernest G. Pichlbauer kritisiert zu Recht die oft eigenmächtige Gesundheitspolitik einzelner Bundesländer. Der burgenländische Weg zur Behebung des Kassenärztemangels hingegen ist es wert, imitiert zu werden.

Für den Aufnahmetest zum Medizinstudium am 8. Juli haben sich 15.788 Personen angemeldet. Nur 1.850 Studienplätze stehen zur Verfügung. Wer 13.938 Prüflinge abweist, dem scheint der Mangel an Vertragsärzten egal zu sein. Ein Blick ins Burgenland: Dort finanziert die Landesregierung jährlich 55 Medizin-Studienplätze an einer Privatuniversität in Krems. Im Gegenzug müssen sich die Geförderten verpflichten, nachher mindestens fünf Jahre im Burgenland tätig zu sein, entweder als Kassenarzt oder in einem der fünf Spitäler. Tun sie das nicht, haben sie die gesamten Studiengebühren zurückzuzahlen.

Dies sollte der Bund in modifizierter Form übernehmen: Für Maturanten, welche sich per Notariatsakt verpflichten, später kassenärztlich tätig zu sein, entfällt der nervenbelastende Aufnahmetest. Sie haben ihren Studienplatz fix in der Hand.

Dr. Wolfgang Geppert,

1010 Wien

Fragwürdige Parteinahme
des Westens für die Ukraine

Der Ukraine-Krieg ist kein Konflikt zwischen zwei Völkern, weil in der Ukraine viele ethnische Russen und in Russland viele ethnische Ukrainer leben, die zum Land ihres Aufenthaltes stehen, sondern vielmehr eine Auseinandersetzung zweier eher weniger demokratisch legitimierter Regime, die mit Propaganda ihre Staatsvölker indoktriniert haben.

Die Unterstützung durch den Westen soll den Ukrainern zum Durchbruch verhelfen, verlängert aber den Krieg und erhöht die Opferzahl auf beiden Seiten. Ist dies gerechtfertigt, wenn so erreicht werden soll, dass das nach dem "Corruption Perceptions Index" von 2021 zweitkorrupteste Land Europas das korrupteste besiegt (was aufgrund der Machtverhältnisse ohnehin unrealistisch ist)? Ich glaube nicht.

Mag. Michael Müllner,

3830 Waidhofen an der Thaya

Neugestaltung der Parteienfinanzierung

Fakt ist, Parteien sind in einer Demokratie unverzichtbar und müssen natürlich auch finanziert werden. Hier sollten aber keine Ungerechtigkeiten auftreten und die Parteien mit weniger wohlhabenden Mitgliedern und Freunden nicht benachteiligt sein.

Da gäbe es prinzipiell ein einfaches Rezept: Die Parteien finanzieren sich aus Mitgliedsbeiträgen, deren Höhe gesetzlich begrenzt ist, und der Staat alimentiert sie zusätzlich in plausibler Höhe. Ein gerechter Wettbewerb zwischen den Parteien soll möglich sein. Der Rechnungshof hat volle Einsicht in die Buchhaltung der Parteien. Warum so ein Gesetz noch nicht beschlossen ist ... das liegt an den Parteien.

Jürgen Jauch,
4040 Linz