Zum Gastkommentar von
Elisabeth Graf, 30. April

Politische Bildung
im Schulunterricht

Elisabeth Graf hat in vielem recht - dennoch ist die Wurzel der Problematik nicht angesprochen, weil die Misere nicht erkannt wird. Vielmehr doktern seit Jahren "Experten" für Politische Bildung, wie etwa Historiker, Soziologen oder Psychologen an einem Lehrplan herum. Seit den 1970er Jahren gibt es das Studium Politikwissenschaft, das heißt, dass es inzwischen genügend Wissensreservoir gibt, wie Politische Bildung sinnvoll zu vermitteln wäre, und zwar sowohl unter Berücksichtigung eines Mindestzeitrahmens als auch inhaltlich.

Unter Einbeziehung derartiger Fachleute würde es unisono abgelehnt werden, dass man erst ab der 8. Schulstufe damit beginnt und noch dazu in Kombination mit Geschichte und Sozialkunde, was leider nur zu einem ziemlich kargen Grundverständnis der politischen Bildung führt. Tatsache ist, dass es genügend professionelles Personal für dieses Unterrichtsfach geben würde und keine Ausrede darin zu suchen ist, dass es erst jetzt einen Masterlehrgang für Politische Bildung in Linz gibt.

Mag. Dr. Friedrich Geber, MA,

2340 Mödling

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 29. April

Umschulungen statt Arbeitsmigration

Unter dem Vorwand des Fachkräftemangels die Zuwanderung zu erleichtern, ist unsinnig. Höchste Priorität hat der Abbau der Arbeitslosigkeit, und solange auf einen Job im Durchschnitt mehr als drei Bewerber kommen, sind trotz räumlicher Disparitäten Arbeitsmigranten in nur überschaubarem Umfang notwendig. Vorhandene Ressourcen sollten primär in Umschulungs- und Weiterbildungsprojekte und nicht in die Akquisition zusätzlicher Arbeitskräfte investiert werden.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Zum Artikel von Paul Vécsei,
23. April

Ein KPÖ-Politiker und Österreichs Wiedererrichtung

Die Klage, dass nach Johann Koplenig (einem der Unterzeichner von Österreichs Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945, Anm.) keine Verkehrsfläche benannt ist, ist unverständlich. Die Kommunisten dieser Tage hingen einem menschenverachtenden System an. Der Kampf gegen den Faschismus rettet nicht vor dem Unheil, das unter dem Titel "Kommunismus" angerichtet wurde. Es ist ein übler, dialektischer Trick, wenn eigene Untaten zum Verschwinden gebracht werden, weil es andere Übeltäter gab, die zu Recht zu bekämpfen waren.

Reinhold Sulz,

1210 Wien