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Schönhuber, 7. Mai

Russlands Kapazitäten
zur Kriegsführung

Es ist wohl reichlich naiv zu glauben, dass Russland wegen bisher rund 10.000 Gefallener - und sollte es auch ein Mehrfaches davon sein - vom Ukraine-Krieg ablässt oder sogar zu schwach für dessen Fortsetzung sein sollte. Russland hat in so mancher Schlacht seiner Geschichte höhere Opferzahlen seiner jüngeren Männer "verkraftet" und nicht nachgegeben. Auch dieses Mal wird es so sein, außer die Ukraine ist so sehr zerstört, dass Moskau deren Wiederaufbau eher westlichen Geldgebern überlässt. Ein gewisses Maß an Beherrschung, zumindest einiger Regionen, wird es nicht aufgeben.

Dr. Franz Rader,

1070 Wien

Die naive Sichtweise
westlicher Pazifisten

Manche Leute hier in Westen meinen, man solle die Waffenlieferungen einstellen und auf die Ukraine Druck ausüben, sich mit Wladimir Putin zu arrangieren. Aber was wäre das Ergebnis? Die von den russischen Kräften eroberten Gebiete würden an Russland angeschlossen, mit starker Russifizierung, und widerstrebende Personen würden einer Sonderbehandlung zugeführt, wie das ja schon bisher in Russland mit oppositionellen Kräften geschieht. Die restliche Ukraine wäre ähnlich von Russland abhängig wie derzeit Belarus und würde hinter einem neuen Eisernen Vorhang verschwinden.

Wir hier können uns wünschen, was immer wir wollen - die Entscheidung liegt aber nicht bei uns. Sie liegt einerseits bei Putin und andererseits bei den Ukrainern, die auf ihre Freiheit und ihre staatliche Unabhängigkeit nicht verzichten wollen - und weiterkämpfen werden.

Peter F. Lang,

per E-Mail

Die Verschwendung
von Lebensmitteln

Dem Konsumenten den Frevel der Lebensmittelverschwendung vorzuhalten, hat nur zum Teil seine Berechtigung. Niemand spricht das Überangebot in Lebensmittelmärkten an. Niemand wird glaubhaft machen können, dass all die Produkte, die in schier endlos langen Regalreihen angepriesen werden, auch tatsächlich innerhalb des Ablaufdatums verkauft werden können. In einem Supermarkt erfuhr ich von einem Metzger, dass allein in seinem Markt monatlich circa 3.000 bis 4.000 Kilo Wurst- und Fleischwaren zur Vernichtung (Verbrennung) vorbereitet werden. Allein Innsbruck hat mehr als 40 Supermärkte.

Von einer Großbäckerei erfuhr ich, dass man allein aus den in ihren Filialen nicht verkauften belegten Brötchen täglich so viel Biogas produziert, dass man dieses für die Erzeugung von Wärme für die Gärkammern verwendet. Es wird mit fertig zubereiteten Lebensmitteln geheizt!

Ein besonders kritisch zu bewertendes Überangebot sehe ich in Tankstellen-Shops. Mir kann niemand weismachen, dass dort alles wirklich verkauft wird.

Michael Hladik,

6161 Natters-Innsbruck