Digitalisierung des Schulunterrichts

Die große digitale Aufrüstung in den Klassenräumen wird die Öko-
Bilanz der Schulen deutlich verschlechtern. Neben dem Rohstoff- und Energiebedarf für die Geräte wird der Aufwand für Kühlung und Licht steigen: Bildschirmarbeit ist bei Tageslicht oft nur schwer möglich, man wird die Jalousien herunterlassen und die Beleuchtung einschalten.

Durch die Abwärme der Geräte wird in vielen Räumen der Unterricht von Mitte Mai bis Ende September massiv leiden. Man wird also viele Klassenzimmer mit Klimaanlagen nachrüsten müssen. Auch wenn die Kühlaggregate mit "grünem" Strom betrieben werden, so bleibt die Öko-Bilanz der Digitalisierungswut katastrophal schlecht. Von der Politik werden Digitalisierung und Ökologisierung häufig als harmonische Zwillinge dargestellt. Da kann man nur noch staunen!

DI Manfred Uttenthaler,

8053 Graz

Zum Kommentar von Christian Mayr, 17. Mai

Alte Bausubstanz
und neue Bausünden

Multifunktionsstadien sind out - warum? Muss das Fußballpublikum unbedingt an der Out-Linie sitzen, anstatt durch eine Laufbahn mit Respektabstand vom Spielgeschehen getrennt zu sein?

Zugegeben, das Prater-Stadion ist in die Jahre gekommen; aber hier scheint sich ein weiterer Fall der grassierenden Unsitte zu zeigen, Bausubstanzen schnell abzureißen, statt eine Instandsetzung anzugehen. Beispiele dieser Unart gibt es genug, wie das ehemalige Rechenzentrum der Stadt Wien von Harry Glück (jetzt die unschöne Zentrale der Bundesimmobiliengesellschaft), diverse Kaufhäuser auf der Kärntner oder Mariahilfer Straße oder die unverantwortliche Flächenumwidmung in Wiener Villenvierteln, wo reihenweise viergeschoßige Mehrfamilienhäuser entstehen.

Wolfgang Riemer,

per E-Mail

Bundesheer-Kooperation mit der Nationalgarde von Vermont

Die Meldung vom ersten "State Partnership Program" der USA mit einem neutralen Staat, in dem das österreichische Bundesheer Expertise im alpinen Bereich und Gebirgskampf anbietet, erhöht mein Sicherheitsgefühl nicht. Im Gegenteil, dieser "Türöffner" (so Verteidigungsministerin Klaudia Tanner) der Neutralität ist wieder ein Beitrag zu deren schrittweisem Abbau.

Dabei gäbe es so viele Konfliktherde, die mit diplomatischen Mitteln zu befrieden wären, bevor sie in Kämpfe münden. Wie wäre es, wenn der angekündigte "Neutralitätsfonds" für eine Verstärkung der diplomatischen Aktivität des Außenministeriums eingesetzt würde? Zum Beispiel kündigte das Regierungsabkommen die Schaffung eines Zivilen Friedensdienstes unter der Leitung des Außenministeriums an, der zur aktiven Neutralität beitragen würde. Neutralität bedeutet nicht, nichts tun!

Peter Degischer,

1040 Wien