Ein zahnloser Vertrag zum Verbot von Atomwaffen

Auf der UN-Konferenz über den Atomwaffen-Verbotsvertrag, die vor kurzem in Wien stattgefunden hat, diskutierten Delegierte atomwaffenfreier Staaten über die Gefahr eines Atomkrieges und die Möglichkeiten einer Reduzierung nuklearer Waffen. Die UN-Generalversammlung erhielt ein Verhandlungsmandat für den Atomwaffen-Verbotsvertrag, den bisher 86 Staaten unterzeichneten und 65 ratifizierten. Die Atommächte haben bisher die Verhandlungen ignoriert und den Vertrag nicht unterzeichnet.

Befürworter des Vertrags meinen, dass er helfen kann, Atomwaffen zu stigmatisieren, und als Katalysator für die Abschaffung wirken wird. Alle bilateralen amerikanisch-sowjetischen Verträge zu strategischer Rüstungskontrolle sind ausgelaufen und wurden nicht mehr verlängert. Dadurch gab man jede Kontrolle von Atomwaffen auf, und die Menschheit ist den Atommächten ausgeliefert. Die UNO muss zur Kenntnis nehmen: Ohne Russland und die USA sind Verträge bezüglich Atomwaffen das Papier nicht wert.

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Zur Kolumne von Ernest G.
Pichlbauer, 23. Juni

Viel zu viele Spitäler
in Österreich

Ernest G. Pichlbauer beleuchtet die chaotische Gesundheitsplanung der Bundesländer. Folge: Die Spitalslastigkeit des heimischen Systems ist rekordverdächtig. Wir leisten uns den Luxus von 280 Krankenanstalten. Selbst bei Einbeziehung nur jener Anstalten, welche der Allgemeinversorgung (öffentlich und privat) dienen, bleiben noch immer 161 bettenführende Spitäler übrig. Im Gegensatz dazu reduzierte Dänemark (knapp 6 Millionen Einwohner) seine 90 Spitäler aus dem Jahr 1999 auf 32 Kliniken im Jahr 2016. Derzeit läuft ein engagiertes Programm, um mit nur noch 21 Einheiten auszukommen.

Als weiteres Beispiel für den heimischen Krankenhauswildwuchs dient ein Vergleich Norwegens (5,5 Millionen Einwohner) mit Niederösterreich (1,7 Millionen Einwohner). Während die Norweger mit nur 39 öffentlichen Spitälern das Auslangen finden, leistet sich das kleinere Niederösterreich 27(!) Landesspitäler. Zur Verdeutlichung: Norwegen ist flächenmäßig zwanzigmal größer.

Damit wird klar, warum die künstlich aufgeblähte Spitalswelt Österreichs vor dem Kollaps steht.

Dr. Wolfgang Geppert,

1010 Wien

Kein Verständnis für Sicherheitspolitik

Mit dem Rückzug des Tiroler Landeshauptmannes Günther Platter verlässt endlich jener ÖVP-Politiker die politische Bühne, der dem Bundesheer in seiner Funktion als Verteidigungsminister (2003 bis 2007), wohl im Einvernehmen mit dem damaligen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und vor dem Hintergrund der herannahenden Nationalratswahlen 2005, mit der Verkürzung des Wehrdienstes von acht auf sechs Monate und der begleitenden Abschaffung der verpflichtenden Milizübungen den schwersten Schlag in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten versetzt hat. Ein Schlag, von dem sich das Bundesheer bis heute nicht erholt hat.

Diese schwerwiegenden Eingriffe in eine halbwegs funktionsfähige Armee erfolgten gegen eindringliche Warnungen des damaligen Kommandanten der Landstreitkräfte General Entacher und zahlreicher weiterer Experten. Die Konsequenzen waren eine signifikante Erhöhung des Bedarfs an Soldaten für die ganzjährige Funktionsfähigkeit der Verbände und Dienststellen des Bundesheeres und vor allem ein rascher Verlust der vollen Einsatzbereitschaft der Miliz, obwohl das Bundesheer laut Bundesverfassung eigentlich ein Milizheer sein müsste.

Wenn nun die amtierende Verteidigungsministerin Klaudia Tanner die dringend gebotene Verlängerung des Wehrdienstes wieder auf acht Monate und die Wiedereinführung der verpflichtenden Milizübungen unter anderem unter Hinweis auf das fehlende Verständnis der Wirtschaft ablehnt, so spricht das Bände über das offenbar fehlende sicherheits- und verteidigungspolitische Verständnis in diesen Kreisen.

Mag. Heinrich Winkelmayer, GenMjr i.R., 8151 Hitzendorf

Gras zur Kühlung
wachsen lassen

Mehr Grünflächen in der Stadt zu schaffen, wird mantraartig gefordert. Die Stadt Wien rühmt sich der Anlage von Parks und versucht, mit teuren Baumpflanzungen die Hitze zu lindern. Doch der Teufel liegt im Detail. 12.600 Hektar öffentliche Grünflächen gibt es in Wien. "Grün",auch gemeinhin als Gras bezeichnet, hat eine positive Wirkung auf das Kleinklima der Umgebung. Die Rasenfläche puffert durch Verdunstung hohe Temperaturen ab: Durch die Spaltöffnungen der Grasblätter wird Feuchtigkeit abgegeben, sodass Verdunstungskälte entsteht. Damit verbessert sich auf Rasenflächen das Wohlbefinden bei erhöhten Sommertemperaturen.

Wenn man die Grasblätter nur ließe! Denn kaum sind die ersten Gräser und Frühlingsblumen gesprossen, rücken die städtischen Mähtrupps aus. Alles wird auf zwei Zentimeter gekappt, manchmal bis auf die Erde. Keine Blumen, keine wilde Wiese. Es ist im Bewusstsein der Bürger noch nicht angekommen, dass das vermeintliche Unordentliche die Ordnung der Natur ist, deren Teil wir sind. Aufklärung ist notwendig - die Natur hilft, wenn man sie nur lässt.

Dipl.-Ing. Hans-Wolfgang Jäger,

per E-Mail