Zum Gastkommentar von
Cornelia Fink, 29. Juni

Sprache kann zu
einer Waffe werden

"Wir alle wünschen uns Frieden. Und doch prägt Kriegsrhetorik unseren sprachlichen Alltag." Ich danke Cornelia Fink, dass sie so eindringlich darauf aufmerksam macht. Denn ich halte es für sehr wichtig, dass immer wieder darauf hingewiesen wird, welch große Bedeutung dem Sprachgebrauch in der Gesellschaft zukommt. Denn Worte können als vernichtende, ja tötende Waffen eingesetzt werden - absichtlich oder unabsichtlich. Viele Menschen haben schon erlebt, wie schmerzhaft das sein kann und wie langsam Verletzungen durch aggressive Worte heilen.

Allen Medien kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu, als Vorbild, als Wegbereiter für Änderungen in der Gesellschaft. Und damit eine große Verantwortung. Sie können kalmierende Worte bei ihrer Bild- und Tonberichterstattung wählen oder die Stimmung aufheizende. Aber auch uns Konsumenten trifft eine große Verantwortung, denn solange reißerische, aggressive Titel mehr Interesse wecken, höhere Einschaltquoten oder höhere Auflagen bringen als ein sachlich formulierter Bericht - wofür werden sich die Medien entscheiden?

Dr. Helga Kerschbaum,

per E-Mail

Bei der Digitalisierung
sollte man Maß halten

Meiner subjektiven Ansicht nach geht der Trend hin zur "totalen Digitalisierung". Mir scheint, als hätten all die diesbezüglichen Plädoyers einen schon pseudoreligiösen Charakter; kritische Aspekte werden bagatellisiert. Ja, ein Hackerangriff ist ein krimineller Akt. Die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Daten-Verwundbarkeit sehe ich jedoch als eine diesbezügliche Einladung; so ähnlich, wie wenn ein Hausbesitzer die Fenster gekippt lässt und auf Reisen geht.

Ein anderer Aspekt ist der Umstand, dass auch Bürger mittleren Alters sich mit den digitalen Errungenschaften schwertun. Und schließlich ist da noch die Frage nach der Zuverlässigkeit - nach technischen Pannen, Diebstahl oder Verlust des Smartphones, Stromausfall, Blackout.

Gewiss, in vielen Bereichen kann eine Digitalisierung Erleichterungen bringen. Aber vergessen wir nicht die psychologisch nicht zu unterschätzende Funktion der Haptik. Deshalb werden Dokumente, Ausweise und dergleichen in Papier- oder Kartenform immer ihre Wichtigkeit behalten - sofern man sie lässt.

Johann Ziegler,

3400 Klosterneuburg

Russlands Bevölkerung
ist mitschuldig am Krieg

Am 24. Februar startete der russische Angriff auf die Ukraine, nach vier Monaten ist die "Operation" noch immer nicht abgeschlossen. Die russische Bevölkerung rührt sich nicht und ist damit Beitragstäter an diesem unmenschlichen Völkermord. Russland muss endlich entnazifiziert und entmilitarisiert werden!

Ing. David Paul,

1220 Wien