Schlamm statt Wasser
im Neusiedler See

45 Jahre Zweitwohnsitz am Ufer des Neusiedler Sees machen mich zum Zeitzeugen des Austausches von Flora und Fauna gegen Beton, Asphalt und Schlammwüste als Folge des Bauwahns. Die Vernachlässigung der Schilfernte mit Abnahme der Wassertiefe, Schlammzuwachs sowie unprofessionelle Ausbaggerungen kann ich für Weiden aus der ersten Reihe fuß- und wasserfrei bestätigen. Beim Brustschwimmen zerkratzt man sich die Knie, der Großteil der Segel- und Motorboote ist wegen der geringen Wassertiefe unbenutzbar. Vor kurzem gab es den niedrigsten Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1965. Der Status als Unesco-Welterbe ist in Gefahr.

Dr. Ewald Maurer,

per E-Mail

Feuer in Badeorten
an der Adria

Vorletzte Woche fuhr ich mit meiner Familie nach Lignano in den Urlaub, um nach zwei Jahren Pandemie endlich wieder einmal ein paar erholsame Tage zu genießen. Kaum angekommen hörten wir, dass zum Glück ein Brand in Bibione unter Kontrolle war. Aber nach vier Tagen weckte mich mitten in der Nacht ein unangenehmer Feuergeruch aus dem Schlaf: In Caorle brannte es. Als wir in der Früh aufwachten, lag ganz Lignano unter einer Rauchglocke. Wir entschieden uns, sofort abzureisen.

Mir wurde klar, wie privilegiert unsere Situation war. Wir konnten einfach unsere Sachen packen und abhauen. Was ist aber mit den Menschen, die hier leben? Die müssen wahrscheinlich wochenlang mit der schlechten Luft und der Angst leben, dass ihr Besitz oder gar ihr Leben Opfer des Feuers werden könnte.

Zu Hause angekommen, bin ich dankbar, dass es in den letzten Wochen öfter geregnet hat und es unwahrscheinlich ist, dass so etwas auch bei uns passiert. Mein Wissen über die Klimakrise sagt mir aber, dass dies Szenarien sind, die in wenigen Jahren auch uns treffen könnten.

Jürgen Hutsteiner,

4400 Steyr

Windkraft im
Unteren Mühlviertel

Die fünf Bürgermeister/innen von Steyregg, Luftenberg, St. Georgen an der Gusen, Langenstein und Mauthausen sollten gemeinsam mit ihren Gemeinderatsgremien einmal die höchstgelegenen Hügel ihrer Heimatorte inspizieren. Mit der Schaffung einer eigenständigen Energieregion mit einer koordinierten Nutzung von Windenergie können diese Orte ein europaweites Zeichen setzen, dass da auch im Kleinen etwas weitergehen kann.

Windräder werden demnächst einen positiven Imagewandel erleben. Jeder weggesparte Kubikmeter Erdgas, jeder weggesparte Liter Erdöl wird die ökonomische Autarkie stärken und bei den Bürgern ein wohltuendes Gefühl von Autonomie hervorrufen. Die technische und standortoptimierte Weiterentwicklung von leisen Windrädern scharrt schon in den Startlöchern.

Fritz Baumgartner,

4222 St. Georgen an der Gusen