Zum Artikel von Franzobel,
19./20. November

Die "Wiener Zeitung"
und Österreichs Medien

Was für ein Plädoyer für die "Wiener Zeitung". Gratulation an Franzobel, grandios seziert er die österreichische Medienlandschaft. Wenn er von einem "Abmurksen" der "Wiener Zeitung" spricht, das von der Politik toleriert werde, muss ich ihm widersprechen: Es wird nicht nur toleriert, sondern offenbar von der Regierung gewollt! Aber im letzten Punkt muss ich ihm als Abonnentin recht geben. "Die ‚Wiener Zeitung‘ darf nicht sterben. Punkt."

Friederike Pacik,

1230 Wien

Die Prioritäten der Medienförderung

Franzobels Plädoyer für den Erhalt der "Wiener Zeitung" hat vom ersten bis zum letzten Satz meine uneingeschränkte Zustimmung. Es ist eine Schande, diese unabhängige Qualitätszeitung dem Tode preisgeben zu wollen.

Die Auflistung, in welche Kanäle die üppigen Presse- und Medienförderungen fließen, zeigt auf, welchen Stellenwert Bildungsauftrag und Meinungspluralität für die dafür Zuständigen haben. Es ist eine Zumutung für jeden nicht dem Zeitgeist verfallenen Medienkonsumenten. Ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich doch noch eine positive Lösung für die "Wiener Zeitung" findet.

Dagmar Hampel,

1130 Wien

Zur Kolumne von Christian Ortner, 18. November

Eine Diffamierung
anderer Positionen

Den Wünschen für einen Erhalt der "Wiener Zeitung" schließe ich mich gerne und leidenschaftlich an, als fast täglicher Leser dieses geschätzten Blattes. Was mir bei einem - Gott und die Proteste mögen es verhüten - etwaigen Ende der "Wiener Zeitung" allerdings nicht abgehen würde, sind die Kommentare von Christian Ortner. Sein letzter Streich bestand darin, der Umweltbewegung pauschal einen Antisemitismusverdacht umzuhängen. Man kennt die Methode: Bereits in den Achtzigerjahren diffamierte man die Friedensbewegung, indem man ihr Moskau-Hörigkeit unterstellte.

Nichts gegen einen Schlagabtausch kontroverser Meinungen. Doch was Christian Ortner Woche für Woche abliefert, ist Tendenzjournalismus übelster Sorte.

Erich Leonhard,

per E-Mail

Klimaschützer auf fragwürdigen Abwegen

Ich stimme Christian Ortner völlig zu. Grundsätzlich: Den Klimawandel hat es immer gegeben, aber natürlich sind wir verpflichtet, für die Schöpfung Sorge zu tragen. Manche Aktionen, etwa das Beschütten von Kunstwerken, sind schlicht kriminell. Der Zweck heiligt niemals die Mittel.

Dr. Alexander Georg Brenner,

1200 Wien

Keine Spur von
Antisemitismus

Christian Ortner meint, die "Fridays for Future"-Bewegung habe jüngst Kritik am Staat Israel verbreitet. Was der Autor, völlig inakzeptabel, als antisemitische Äußerung missdeutet.

Dass sich die "Fridays" in Richtung Antisemitismus bewegen, kann ich als 73-jähriger "Opa for Future" überhaupt nicht nachvollziehen. Als Teilnehmer an zahlreichen friedfertigen "Fridays"-Demonstrationen weiß ich, wovon ich spreche. Diesen in der Mehrzahl jungen Menschen ist, berechtigterweise, um ihre Zukunft bang. Immer wieder fordern sie die verantwortlichen Politiker auf, endlich Entscheidendes gegen die Erderhitzung auf den Weg zu bringen. Von antisemitischen Tendenzen habe ich in meinen Gesprächen und auf den Transparenten nie etwas bemerkt.

Norbert Bors,

4810 Gmunden

Wenn schon Aktivismus,
dann bitte konstruktiv

Ich begrüße jeden Klimaaktivismus, weil die Zukunft unseres Planeten und der Menschheit auf dem Spiel steht. Die wirklichen Ursachen für die brennenden Probleme liegen aber in den Systemen Politik und Marktwirtschaft und können nur dort gelöst werden.

Warum greift die "Letzte Generation" nicht punktuell in diese Systeme ein, indem sie einzelne Akteure (Politiker, Unternehmungen) herausgreift und mit einer Ampel (Grün, Gelb, Rot) bewertet - sowohl was das bisher Erreichte als auch was die Pläne für die Zukunft betrifft? Natürlich faktenbasiert. Oder es werden sowohl positive als auch negative Beispiele der Öffentlichkeit vorgestellt. Das würde mehr bewirken als das Beschmieren von Gemälden.

DI. Dr. Franz Labek,

per E-Mail

Ein Bösendorfer im
renovierten Parlament

Schön, dass man einen Flügel ins Parlament stellt - von der letzten österreichischen Klaviermanufaktur. Man fragt sich nur, warum das Klavier nicht gekauft, sondern gemietet werden muss. Ein Ankauf wäre bei den Gesamtkosten der Renovierung auch nicht ins Gewicht gefallen.

RgR Ernst Wiedermann,

per E-Mail