Dringender Appell an die Nationalratsabgeordneten

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete des Österreichischen Nationalrates!

Ihnen liegt ein Entwurf eines Bundesgesetzes über die "Wiener Zeitung" vor, mit dem das Ende der bisherigen Erscheinungsform beschlossen werden soll. Es liegt an Ihnen, dieses Vorhaben zu stoppen und den Erhalt der "Wiener Zeitung" als unabhängiges Medium zu ermöglichen. Gerade in Zeiten großer Verwerfungen ist alles zu unternehmen, um die Fähigkeit des Menschen zu stärken, eine Vogelperspektive auf die je aktuellen Ereignisse einnehmen zu können. Dazu bedarf es insbesondere einer unabhängigen und qualitätsvollen Informationsschiene, die gegenüber den überbordenden Sozialen Medien mit hohem Niveau Wissen und Nachrichten vermittelt.

Ich appelliere an Sie, mit dem Erhalt der "Wiener Zeitung" gegen eine schleichende Diktatur des Nicht- beziehungsweise Halbwissens einzutreten!

Mag. Dr. Günter Felbinger,

8045 Graz

Die Zeitung primär als gedrucktes Medium

Als langjährige Abonnentin der "Wiener Zeitung" (Jahrgang 1944, auch mein Vater, geboren 1899, war täglicher Leser) erlaube ich mir die Anmerkung, dass gerade die "Wiener Zeitung" als seriöse, unaufgeregte, eher konservative Tageszeitung vermutlich überwiegend eine Leserschaft in etwas gehobener Altersstruktur hat und junge Leser nicht die Mehrheit sind. Aus diesem Grund ist mir die Meinung der Medienministerin Susanne Raab völlig unverständlich, dass die Neuausrichtung in Richtung Online-Markt eine gute Sache sei.

Sie selbst gehört vermutlich einer Generation an, die mit der digitalen Welt kein Problem hat. Es gibt aber auch eine sehr große Zahl älterer Menschen, die mit der Internet-Zeit trotz Bemühens nicht mehr gut vertraut wird, wozu ich mich selbst zähle. Ich finde es wirklich traurig, dass auch von verantwortungsvoller, offizieller Seite so wenig Rücksicht genommen wird.

Ich bin sicher nicht alleine mit der Meinung, dass eine Zeitung - und speziell die "Wiener Zeitung" - ein Printmedium ist und ich selbst und viele andere niemals Online-Leser werden würden.

Ilse Gerhart,

1170 Wien

Keine Änderung der Pläne
zur "Wiener Zeitung"

Sehr geehrte Frau Minister Susanne Raab, ich lese, dass Sie mit dem Gesetzesentwurf über die Zukunft der "Wiener Zeitung" zufrieden sind und ihn für eine gute Lösung halten. Dies sehe ich als Ihre subjektive Meinung, die selbstverständlich zu akzeptieren ist. Gestatten Sie mir dazu einige - ebenfalls subjektive - Anmerkungen:

Diese Zeitung steht im Eigentum der Republik Österreich und gehört also zum "Familiensilber", mit dem sorgfältig umzugehen ist. Wenn Sie tatsächlich deren Zukunft im Online-Bereich sehen, warum schaltet die Regierung ihre Inserate nicht online, sondern in den bekannten Printmedien? Wieso wird nicht überlegt, dies über eine neu aufgestellte "Wiener Zeitung" zu tun? Wieso liest man nichts über eine mögliche Anhebung des Kaufpreises?

Noch eine letzte Frage: In keiner Ihrer Äußerungen zu diesem Blatt habe ich den Begriff "Qualitätszeitung" gefunden. Halten Sie die "Wiener Zeitung" nicht für eine solche?

Hedda Loimer-Homm,

per E-Mail

Klimaaktivismus an
den richtigen Stellen

Die Damen und Herren Umweltaktivisten (Last Generation, Fridays For Future etc.) sollten sich lieber an die Raketen kleben, die US-Milliardäre und deren europäische Mithelfer reihenweise ins All schicken, damit der Welraumtourismus ein fettes Geschäft wird. Hier geht es nicht um Wissenschaft, sondern nur ums Geld! Eine einzige Rakete verpestet die Atmosphäre vermutlich mehr als tausende Diesel-Pkw mit KAT.

Diesen Unsinn zu stoppen, täte der Umwelt weit besser, als Kunstwerke zu bespritzen oder (wie in Berlin) Rettungsfahrzeuge zu behindern.

Dkfm. Michael Stradal,

2344 Maria Enzersdorf

Ein offenes Geheimnis
des Gesundheitswesens

In der ORF-"Pressestunde" vom vergangenen Sonntag befand Andreas Huss, Obmann der Österreichischen Gesundheitskasse, "ein gewisses Korruptionspotenzial", wenn ein hauptberuflicher Spitalsarzt zusätzlich als Wahlarzt arbeitet. Der ÖGK-Boss sprach das aus, was bei Kranken zum Allgemeinwissen gehört: In so manchem Spital ist es ungeschriebenes Gesetz, vor geplanten Operationen die Praxis eines der Oberärzte aufzusuchen.

Die Kassenfachärzte können da nicht mit, denn ihre Verbindung zur Klinik ist bereits abgerissen. Einflussnahme auf den OP-Termin oder die Auswahl des Krankenbettes ist nicht mehr möglich. Auch die Privatpraxen der Abteilungsvorstände sind zu hinterfragen: Wer umsorgt werden will, findet sich vor stationärer Aufnahme in der Ordination des zuständigen Primararztes ein. So lässt sich manchmal auch ohne Zusatzversicherung ein Sonderklassebett ergattern.

Saure Wiesen, so weit das Augen reicht, aber niemand hatte bisher den Mut, mit der Trockenlegung zu beginnen.

Dr. Wolfgang Geppert,

1010 Wien