Ein Weihnachtswunder geschehen lassen

Die "Wiener Zeitung" ist ein rares Exempel für Qualitätsjournalismus in diesem Land. Ich hoffe inständig, dass sich doch noch eine Koalition der Willigen findet, welche die Fortführung der "Wiener Zeitung", im Wesentlichen in der gegebenen Form, vor allem aber in unverminderter Qualität, ermöglicht.

Auf die zuständige Ministerin braucht man dabei allerdings nichts zu geben. Man muss geradezu den Eindruck gewinnen, dass die Degradierung der "Wiener Zeitung" sogar einen kalkulierten Schlag gegen unabhängigen, unbestechlichen und zugleich luziden Qualitätsjournalismus darstellt: ein weiterer Schritt hin auf die insgeheim angestrebte Orbanisierung der österreichischen Medienlandschaft.

Ich wünsche dem Team der "Wiener Zeitung" alles Gute. Bitte geben Sie die Hoffnung noch nicht auf, so wie sie viele Leserinnen und Leser noch nicht aufgegeben haben! Es bedarf nun freilich einer Art Weihnachtswunder. Ich hoffe, dass die Zivilgesellschaft stark und verantwortungsbewusst genug ist, dieses Wunder jetzt auch geschehen zu lassen.

Dr. Heinz Königsmaier,

4802 Ebensee

Gedruckte Zeitungen
in allen Altersschichten

Wie so viele andere bin ich vom drohenden Ende der "Wiener Zeitung" als ältester gedruckter Tageszeitung der Welt entsetzt. Dabei geht es nicht nur um die hervorragende journalistische Qualität, die ohnehin bekannt ist, oder um von mir und meiner Familie besonders geschätzte Teile wie die "Zeitreisen". Schlussendlich sollte es jedem eine Herzensangelegenheit sein, eine Zeitung, die alleine schon durch ihr langes Bestehen zum Kulturerbe dieses Landes zählt, auch in der Form bestehen bleibt, in der sie wortwörtlich Jahrhunderte überstanden hat.

Ich bin 33 Jahre alt und somit ein "Digital Native". Ich kann daher davon ausgehen, dass ich in den Augen von Ministerin Susanne Raab nicht zur "Zielgruppe" einer gedruckten Ausgabe gehöre. Natürlich stimmt das nicht. Im Gegenteil, seit Jahren schneide ich Artikel, die mich interessieren, aus und klebe sie in mein Tagebuch.

Gedruckte Zeitungen werden in allen Alters- und Bevölkerungsschichten gelesen, und das wird allen Prophezeiungen zum Trotz auch so bleiben - auch die Printausgabe der "New York Times" erfreut sich großer Beliebtheit, obwohl sie über eine hervorragende Online-Präsenz verfügt.

Mag. Elisabeth Huberger,

1220 Wien

Klare Haltung gegen die Aggression Russlands

Wir sind Mitglied und Teil der Europäischen Union. Und die EU steht für Werte, die auch die unseren sind. Dazu gehören Recht und Gerechtigkeit, Einhaltung von abgeschlossenen Verträgen, Demokratie, internationale Sicherheit, Ächtung des Krieges und Wahrung der Menschenrechte.

Russland unter Wladimir Putin hat alle diese Werte gröblich verletzt und tut dies weiterhin. Es ist unsere Pflicht, mit der Wertehaltung des demokratischen Europas solidarisch zu sein, unsere Werte nicht zu verraten und unsere Ablehnung der russischen Aggression auch durch Sanktionen zum Ausdruck zu bringen.

Peter F. Lang,

per E-Mail

Wem würden jetzt
Neuwahlen nützen?

Als alter Hainburg-Besetzer habe ich große Sympathien für die derzeitigen Aktionen der Klimaaktivisten und bin äußerst befremdet über die FPÖ, die gesetzlich gegen die politischen Mahnungen vorgehen will. Würde die FPÖ an die Macht kommen, dann gute Nacht für Österreich. Deshalb muss man konsequent gegen Neuwahlforderungen seine Stimme erheben: Die Stimmung in Österreich neigt derzeit zur FPÖ. Warum sich SPÖ und Neos zum Steigbügelhalter von Herbert Kickl degradieren lassen, verstehe ich nicht.

Mag. Alfred Zopf,

4822 Bad Goisern

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Aufgrund meiner Erfahrungen an der Schnittfläche zwischen Schule und Psychotherapie (ich unterrichte seit mehr als 20 Jahren an einer HAK und arbeite selbständig als Psychotherapeutin/Systemische Familientherapie) begrüße ich grundsätzlich die erhöhte Sensibilität für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen. Als Wirtschaftspädagogin bin ich mit der Realität konfrontiert, dass tendenziell immer mehr Jugendliche einer psychotherapeutischen Unterstützung bedürfen.

Das Problem besteht darin, dass die Zahl der fachlich qualifizierten Psychologinnen und Psychologen zu gering ist und alle anderen "Player" über eine unzureichende fachliche Ausbildung verfügen. Aus meiner Sicht ist es nicht verständlich, warum die Schulverwaltung (Bundesministerium und Bildungsdirektionen) kein Konzept realisiert, Psychotherapeutinnen und -therapeuten in den schulischen Entwicklungs- und Erziehungsprozess einzubinden. Dieser Mangel ist umso bedauerlicher, weil bereits vom Österreichischen Berufsverband für Psychotherapie (ÖBVP) ein Kooperationskonzept ("Fit4school") entwickelt und den Schulverwaltungen kommuniziert wurde.

Angesichts der aktuellen Budgetnöte könnte man argumentieren, dass für diese Initiative keine finanziellen Ressourcen verfügbar sind. Dazu ist festzustellen:

1. Psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen rechnet sich, weil dadurch zukünftige Krankenstände reduziert werden (dazu hat unser Verband bereits Kalkulationen angestellt).

2. Es ist ärgerlich, wenn vereinzelte Schulen Initiativen setzen und Bildungsdirektionen diese behindern.

Im Kern geht es mir darum, dass die österreichische Schulverwaltung der psychischen Gesundheit von Schülerinnen und Schüler mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Dazu ist eine engere Kooperation der bestehenden Unterstützungseinrichtungen notwendig, aber auch eine Nutzung der bisher weitgehend vernachlässigten Ressource "psychotherapeutischer Beratung".

Dr. Regina Heidenhofer,

per E-Mail