Die unentbehrliche
Doyenne der Zeitungswelt

Welch Armutszeugnis! Welch Peinlichkeit! Welch Kurzsichtigkeit? Die Regierung lässt offensichtlich die älteste Tageszeitung der Welt im Stich. Mit anderen Worten: Das Zeitungssterben im Printmedien-Bereich geht in Österreich munter weiter. Dabei hat sich die "Wiener Zeitung" gerade in den letzten Jahren zu einem interessanten Medium mit zahlreichen Hintergrundberichten, messerscharfen Analysen, ausführlichen Kulturbetrachtungen, Gastbeiträgen und bunten Reportagen entwickelt.

Gerade eine funktionierende Demokratie braucht eine funktionierende vierte Gewalt. "Brüllende" und vorverurteilende Boulevardmedien und das Zuschütten von Infos aus den sozialen Medien mit schlecht recherchierten Berichten oder Fake-News setzen dem Qualitätsjournalismus zu. Das ist leider ein Zeichen schlechter Medienpolitik: Man geht ausgerechnet auf jenes Medium los, das sich kaum wehren kann. Schließlich befindet sich das gute Stück im Eigentum der Republik.

"Manche Zeitungen sind nur unbequem wegen ihres unhandlichen Formats", schrieb der deutsche Aphoristiker Harry Pegas. Das kann man von der "Wiener Zeitung" nicht behaupten. In treffenden Leitartikeln und umfassenden Kommentaren gab und gibt es ständig "unbequeme" Meinungen - gegen durchsichtige Aktionen gewisser Volksvertreter und Institutionen, die sich nicht gerne in die Karten blicken lassen. Die freuen sich sicher, wenn wieder ein unbequemes Blatt von der Bildfläche verschwindet.

Die "Wiener Zeitung" war bisher eine Zeitung, die ihre Medienmacht nicht missbraucht oder für irgendwelche billigen Aktionen eingesetzt hat. Wenn sie eingestellt wird, stirbt mit ihr ein Stück österreichischer Geschichte und eine unermüdliche Kämpferin gegen die aufkeimende Volksverdummung und Fans eines unlesbaren Einheitsbreis. Die Medienlandschaft wird um eine scharfe Beobachterin des gesellschaftlichen Lebens ärmer. Wir brauchen diese "alte Dame". Heute mehr denn je.

Prof. Dr. Harald Raffer,

ehemaliger Chefreporter der "Kärntner Tageszeitung" (die längst im Medienhimmel schwebt)

Verständnis für
den Bahnstreik

Die überparteiliche Fahrgast-Initiative "probahn Österreich" hat großes Verständnis für die Haltung der Gewerkschaft vida, eine notwendige Forderung durchsetzen zu wollen. In der zwei Jahre andauernden Corona-Zeit mussten die Bahnbediensteten den Unmut vieler Fahrgäste ertragen und auch das Beste daraus machen. Dafür gebührt ihnen großer Dank und auch ein entsprechendes Entgelt. Die Unsitte der Einmalzahlungen darf nicht einreißen, da diese auf die künftige Gehaltentwicklung keinen Einfluss haben.

Angesichts des Arbeitskräftemangels und der Pensionierungswelle täten die Eisenbahnunternehmen gut daran, bessere Arbeitsbedingungen zu bieten. Die ÖBB haben beispielsweise den Mindestlohn für alle ihre Beschäftigten auf 2.000 Euro brutto angehoben. Daher ist es umso unverständlicher, dass es nun zu keiner Einigung gekommen ist. So fordert die Gewerkschaft ein Gehaltsplus von 400 Euro zusätzlich. Hier nur 208 Euro anzubieten, ist nicht fair.

"probahn Österreich" spricht den Eisenbahnern ein großes Dankeschön aus und wird sich weiterhin für eine faire und gerechte Bezahlung einsetzen.

Peter Haibach, Sprecher für
"probahn Österreich"

Lohndumping durch
übergroße Zuwanderung

Ein Vorschlag: Asylwerber mit Aussicht auf Anerkennung können vom ersten Tag an einen Job nach ihren Möglichkeiten annehmen und werden dafür nach Kollektivvertrag bezahlt. Der Staat zahlt nur noch für jene, die keinen Job bekommen. Dann schaue ich mir an, wie groß der "Arbeitskräftebedarf" der Wirtschaft ist.

Peter Baumgartner,

9300 St. Veit an der Glan