Den Fortbestand der
"Wiener Zeitung" sichern

Alles, was gegen die Einstellung der "Wiener Zeitung" spricht und von den verschiedensten Personen veröffentlicht wurde, kann ich nur unterstreichen, und ich möchte - Petitionen habe ich unterschrieben - noch einmal die zuständigen Stellen ersuchen, bitten, auffordern, den Fortbestand der "Wiener Zeitung" zu gewährleisten. Alles andere ist eine Schande für die kulturelle Identität Österreichs.

Gernot Halsmayer,

per E-Mail

Gedruckt, digital und
auch zum Anhören

Seit Jahren abonniere ich die "Wiener Zeitung". Seit ich in Pension bin, nutze ich sie hauptsächlich als Hör-Zeitung. Doch ich will die Printausgabe nicht missen: Ich brauche beides. Die digitale Version zum Anhören beim Kochen oder Wandern, die Printausgabe wegen der vielen interessanten Artikel, Wandertipps und Kritiken. Diese Dinge hebe ich auf. Sie kommen in mein Tagebuch oder warten auf Besuche in Museen oder in der Natur. Deshalb hoffe ich, dass es weiterhin die gedruckte Zeitung geben wird.

Angela Schubert,

per E-Mail

Ein spezieller Wunsch
zur Weihnachtszeit

Liebes Christkind!

Ich schicke dir nach 80 Jahren wieder einmal einen Brief und ich hoffe, dass ich mir jetzt auch was wünschen darf. Schau, ich bin jetzt 84 Jahre alt und lese jeden Tag die "Wiener Zeitung". Und jetzt wollen sie diese einstellen und wir alle, die wir sie lesen, können das nicht verstehen.

Bitte mache Du den zuständigen Leuten ein bissl mehr Zeit, damit sie auch diese Zeitung lesen können und wissen, warum wir das weiterhin gern tun wollen, nämlich, weil sie so g’scheit ist und ohne Schmäh und Lügen versucht, das zu vermitteln, was uns im Moment betrifft.

Liebes Christkind, ich bitt’ dich darum, bitte hilf uns, also nicht nur mir, weil ich schon bald nimmer die digitale Fassung werd’ lesen können. Und worüber soll ich dann mit meinen Kindern und Enkelkindern reden? Also, ich werd’ es auch sehr vermissen, im Lehnsessel mehrfach nachzulesen, meine seit Jahrzehnten geliebte "Wiener Zeitung"!

Carlotta Paolina,

per E-Mail

Ist die Eisenbahn
wirklich unentbehrlich?

Herzlichen Glückwunsch den Eisenbahnergewerschaftern! Sie haben fulminant bewiesen, dass es auch ganz ohne Personenschienenverkehr geht: kein Verkehrschaos auf den Straßen, überwiegend pünktliches Erscheinen in Schulen und Büros, keine überfüllten S-Bahnzüge. Auf die Zivilgesellschaft ist wirklich Verlass! Da kann man ja viele Leistungen einsparen und damit auch unnötiges Personal abbauen. Warum jeden Werktag fahren, zwei bis drei Mal pro Woche genügt doch.

Also: Alles paletti, hinter uns die Sintflut, das Klima und die Betroffenen.

Herbert Peherstorfer,

1030 Wien

Zum Artikel von Michael Schmölzer, 19./20. November

In sowjetischer Kriegsgefangenschaft

Das Lager Fogsani, das in diesem Artikel beschrieben wird, muss furchtbar gewesen sein. Auch mein Vater war dort interniert. Er erzählte von, meist älteren, Männern, die durch Krankheiten wie Durchfall oder Ruhr so geschwächt waren, dass sie in die Latrinen fielen. Einer anstehenden weiteren Deportation in ein russisches Lager entzog sich mein Vater durch einen sehr gewagten Trick: Er hatte in seinem Stiefel noch einen Stift versteckt. Mit dem markierte er sich selbst die notwendigen Striche, die ihn als "Kranken" auswiesen. Als solcher war er für den sowjetischen Wiederaufbau uninteressant und wurde heimgeschickt. Sein Freund und Kamerad wagte dies nicht. Er kehrte aus Stalins Lagern nicht mehr zurück.

Mein Vater war damals 19 Jahre alt, vor elf Jahren ist er verstorben. Er hat über seine Kriegserlebnisse kaum gesprochen. Wahrscheinlich haben wir zu wenig Interesse gezeigt, zu wenig gefragt.

Gabi Barfuss,

per E-Mail

Unser Umgang mit
Meister Isegrim

Wölfe: Zusehends gefährden sie unser Dasein. So möchte man meinen, sobald Meldungen von gerissenen Schafen durch die Medien gehen. Abschuss!, tönt es in Folge lautstark aus so manch berufener Kehle. Unser Wohlstand ist gefährdet, ja unser Leben, vor allem das unserer Kinder. Auf jeden Fall das des Weideviehs.

Versuchen wir einmal einen anderen Blickwinkel: Afrika ist Heimat von etwa 20.000 Löwen, 7.500 Geparden, 700.000 Leoparden, dazu kommen weitere gefährliche Tiere wie Krokodile, Hyänen, Schakale, von den 400.000 Elefanten gar nicht zu reden. Käme ein Afrikaner auf die Idee, etwa sämtliche Löwen ihrer Gefährlichkeit wegen abzuschießen, würde das wohl einen Aufschrei in Europa verursachen.

Wir, das reiche und so fortschrittliche Österreich, sehen unseren Wohlstand durch ein paar Dutzend Wölfe gefährdet? Circa 18.000 Wölfe soll es laut WWF im gesamten Europa geben, 40 davon in Österreich. Im Jahr 2020 wurden hierzulande etwa 300 Schafe von Wölfen gerissen. Wie viele Menschen wurden in diesem Zeitraum von Wölfen attackiert, womöglich mit tödlichem Ausgang? Meines Wissens gibt es keinen einzigen Fall.

Dagegen werden etwa 3.900 Menschen jährlich nach Hundebissen im Krankenhaus behandelt, darunter mehrere hundert Kinder. Todesfälle inklusive. Ganz zu schweigen von Hundeattacken auf Tiere, Weide- oder Waldtiere. Kommt deswegen jemand auf die Idee, Hunde abzuschießen oder ihre Haltung zu verbieten? Warum sind 300 gerissene Schafe pro Jahr ein derart großes Problem, während über das durch Hundebisse verursachte Leid und die damit verbundenen Kosten hinweggesehen wird?

Etwas mehr Mut wäre angebracht im Umgang mit Meister Isegrim. Aber der Umgang mit dem Wolf ist symptomatisch für unseren Umgang mit der Natur: Wir erschießen das Problem. Bei anderen Problemen wie der Klimakatastrophe wird das nicht möglich sein. Was sich nicht rechnet, wird vernichtet: pflanzliches "Unkraut" ebenso wie für den Menschen unangenehme Tiere. Vor nicht allzu langer Zeit fielen diesem Denken ebenso "unwerte" Menschenleben zum Opfer.

Johann Grabner,

4040 Linz