Ein wertvolles
Kulturerbe bewahren

Dass Ministerin Susanne Raab an ihrem Plan zur Neuaufstellung der "Wiener Zeitung" trotz zahlreicher Kritik namhafter Persönlichkeiten festhält, ist bezeichnend für die Haltung unserer politischen Entscheidungsträger, nur ja keine Fehlentscheidungen einzugestehen. Fällt es so schwer, andere, bessere Lösungen in Erwägung zu ziehen? Unterstützung aus allen Richtungen gäbe es genug.

Dies lässt den Verdacht aufkommen, dass für die Regierung die populären Massenblätter, die großzügig mit Inseraten gefüttert werden, wichtiger sind als eine unabhängige Zeitung mit breitem Meinungsspektrum. Die Republik Österreich, so klein und unbedeutend sie auch ist, besitzt bedeutende Kulturgüter von Weltrang. Die "Wiener Zeitung" mit ihrer jahrhundertealten Tradition gehört dazu. Bewahren wir sie!

Die Regierung und die entscheidungsbefugten Minister sind nach der nächsten Wahl möglicherweise Geschichte. Zurück bliebe der unwiederbringliche Verlust nicht nur eines weltweit einmaligen Kulturerbes, sondern auch einer hervorragenden Qualitätszeitung, deren es in unserem Land wahrlich nicht zu allzu viele gibt.

Mag. Herbert Bamberger,

1140 Wien

Ein solidarischer Gruß
aus Deutschland

Als deutschem Medienrezipienten ist mir jede Gelegenheit höchst willkommen, die "Wiener Zeitung" zu lesen. Ich schätze an ihren Meinungsbeiträgen die nüchterne Art, den Dingen - sine ira et studio - auf den Grund zu gehen und das Wesen der Ereignisse verständlich zu machen. Ihr anspruchsvoller Kulturteil zeugt von Wertschätzung für Qualität und Leistung in diesem Bereich und verzichtet auf marktgängig Seichtes. Die "Wiener G’schichten" bietet Menschen, die diese liebenswerte Stadt schätzen, auf unterhaltsame Weise Wissenswertes aus der Historie.

Diese in Stichworten gehaltene Bekundung sende ich in Besorgnis um die Zukunft dieses einmaligen Blattes. Es ist mir absolut unverständlich, dass es Absichten gibt, die "Wiener Zeitung" abzuschaffen oder auf eine Weise zu "modernisieren", die ihre Eigenart auslöscht. Als Redakteur im Ruhestand bezeuge ich den Damen und Herren, die die älteste Zeitung der Welt Tag um Tag als ein wahres Produkt des realen Qualitätsjournalismus herstellen, von Herzen meinen professionellen Respekt und bekunde als Außenstehender meine Solidarität.

Rudolf Schwinn,

D-53111 Bonn-Castell

Die OSZE als Forum
für den Frieden

Der Ukraine-Krieg bringt die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) offenbar in Gefahr. Beim Treffen der Außenminister in Polen wurde Russlands Vertreter Sergei Lawrow ausgeschlossen. Alexander Schallenberg hat dies verurteilt, denn die OSZE-Charta soll die Kommunikation unter den europäischen Regierungen fördern. Wie können Mitglieder der OSZE den Ausschluss des Außenministers einer Kriegspartei verfügen? Beschlüsse sollten doch einstimmig erfolgen? Folglich gab es auch keine Resolution dieser Konferenz. Was wollen manche Regierungen? Keine Friedensbemühungen? Krieg bis ...?

Unter Berufung auf die österreichische Neutralität und auf den Sitz der OSZE in Wien möge sich unsere Regierung aktiv dafür einsetzen, dass eine Vorbereitungskonferenz für Frieden in der Ukraine abgehalten wird, um weitere Eskalationen zu verhindern und einen europäischen Frieden wiederherzustellen. Das schreckliche Töten und Zerstören soll bis Weihnachten heuer aufhören.

Dr. Peter Weish,
Ing. Gerhard Kofler,
DI. Dr. H.Peter Degischer,

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