Eine Entscheidung zum Schaden des Landes

- © apa / Roland Schlager
© apa / Roland Schlager

Ja, die "Wiener Zeitung" gehört der Republik Österreich. Nein, die "Wiener Zeitung" gehört nicht dieser Regierung. Ich bin zutiefst erschüttert darüber, mit welcher Arroganz Susanne Raab und Eva Blimlinger die Appelle namhafter Institutionen und Personen sowie zahlreicher Leser und Leserinnen ignorieren und betonen, dass sie an der sogenannten "Reform" festhalten wollen.

Diese Regierung hat schon lange keine Mehrheit mehr in der Bevölkerung. Trotzdem trifft sie folgenschwere Entscheidungen, die sich nachhaltig auf die Zukunft dieses Landes auswirken werden. Und die Vernichtung von Kulturgut - sprich: die Einstellung der "Wiener Zeitung" in ihrer bisherigen Form, also eine Reduktion von Qualitätsjournalismus - ist langfristig ein enormer Schaden für dieses Land.

Friederike Pacik,

1230 Wien

Drängende Fragen
zur Medienpolitik

Zu der geplanten Qualitätsjournalismusförderung und der Neuaufstellung der "Wiener Zeitung" wurde schon viel (sinnvolle) Kritik vorgetragen. Leider bisher ohne Erfolg. Folgende Fragen würde ich gerne von den Verantwortlichen beantwortet bekommen:

1. Ex-Kanzler Sebastian Kurz hat nachweislich die Boulevardmedien mit hohen Inseratenschaltungen gefördert und den Qualitätsjournalismus damit ausgetrocknet. Die großen Medienhäuser werden von der neu geplanten Förderung weiterhin ungleich stärker profitieren. Warum geht die aktuelle Bundesregierung, vor allem die Grünen, diesen Weg unverdrossen weiter?

2. Warum will man nicht das auf Tradition beruhende, ausgewogene Qualitätsblatt "Wiener Zeitung" in Zeiten wie diesen mit Wissenschaftsjournalismus innovativ ausbauen, quasi als Benchmark für andere, und das auch als gedruckte Zeitung?

3. Warum werden nicht zukünftig Inserate von Kommunen, Ländern und Bund nur noch auf ein staatliches Online-Portal (eventuell der "Wiener Zeitung") gestellt?

4. Warum soll die Journalistenausbildung per "Media Hub Austria" zentralisiert werden, auch wenn die Frage einer "Weisung durch den Eigentümer" gelöst werden kann?

5. Warum nivelliert der Staat seine Qualitätsmedien nach unten und fördert nicht die qualitätsbewussteren Redaktionen? Was hat er davon?

6. Warum können Gratiszeitungen, die komplexere Zusammenhänge oft in Schwarz-Weiß-Logik abbilden, immer noch bei den Wiener Linien aufgelegt werden?

Last but not least: Warum wird Medienkompetenz, generell und besonders für den Schulunterricht, gefordert, und dann werden jene, die sie bringen wollen und könnten, beschnitten - warum?

Ing. Mag. Armin J. Hanschitz,

1090 Wien

Die Renovierung des Parlamentsgebäudes

Nun ist nach vielen Jahren die Renovierung des Parlamentsgebäudes endlich fertig. Rund 470 Millionen Euro hat diese gekostet.

Während die prächtigen Säle, Gänge und sonstigen Räumlichkeiten penibel den historischen Glanz wiedererhalten haben, wurde der Sitzungssaal des Nationalrates leider in seiner schlichten Nachkriegsfadesse belassen. Der ehemalige prunkvolle Sitzungssaal des Herrenhauses war im Krieg durch Bomben schwer beschädigt und danach sachlich und schmucklos in eintönigem Braun errichtet worden.

Gerade jetzt wäre die Gelegenheit gewesen, diesen Saal entweder in historischer Form wieder zu errichten, zumal ja die Originalpläne von Theophil Hansen vorhanden sind - oder aber einen modernen, jedoch eleganten und repräsentativen Saal entstehen zu lassen. Warum das Denkmalamt die schlichte Tristesse wieder haben wollte, bleibt ein Rätsel.

Dieser wichtigste Saal im ganzen Parlamentsgebäude, der ja nicht nur Österreich, sondern auch dem Ausland unsere Parlamentsbeschlüsse zeigt, ist im Gegensatz zu praktisch allen anderen vergleichbaren Ländern ein trauriger, billiger Nachkriegsbau. Wenn wir im Fernsehen die Sitzungssäle der Parlamente in Paris, Rom, London, Budapest oder Berlin sehen, dann schmerzt der Unterschied zu Wien erheblich. Selbst das Ausweichquartier in der Hofburg mit seinem hellen Mobiliar wirkte ungleich eleganter als der braune Holzkasten.

Bei einem Kostenvolumen von fast einer halben Milliarde Euro wäre sicher ein ansprechenderes repräsentatives Herzstück des Parlamentsgebäudes möglich gewesen. Schade um die vergebene Chance!

Mag. Alexander Maksimovic,

per E-Mail

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 6. Dezember

Autoraserei unter kontrollierten Bedingungen

Ich hätte eine Idee: Wer sich ein Auto mit enormer Leistung und irrsinniger Höchstgeschwindigkeit kauft, will dies auch einmal ausprobieren. Wie wäre es, den Besitzern solcher Autos die Möglichkeit zu geben, auf einer Rennstrecke die Geschwindigkeit zu testen? Zirka zwanzig Minuten sollten reichen, einmal oder zweimal im Jahr. Freilich muss jener zuvor eine Versicherung für einen Tag abschließen.

Möglich wäre auch, dass ein solcher "Test" zwingend abzuhalten wäre. Im Gegenzug müssten die Strafen für Geschwindigkeitsübertretungen im Straßenverkehr so hoch sein, dass die Leute gerne auf den Rennstrecken fahren und sonst die offiziellen Geschwindigkeiten einhalten.

Horst Streber,

per E-Mail