Falschinformationen
einer Volksvertreterin

Mehrere Jahre (ab 2013) war ich im Betriebsrat der "Wiener Zeitung", einige Jahre davon auch im Aufsichtsrat. Die Anschuldigung der Nationalratsabgeordneten Eva Blimlinger (während der Veranstaltung im Presseclub Concordia am 5. Dezember), der Betriebsrat hätte gemeinsam mit der Redaktion einige Konzepte für die "Wiener Zeitung" abgelehnt, ist schlicht und ergreifend falsch und entbehrt jeder Realität. Wenn solche Anschuldigungen in den Raum gestellt werden, müsste auch der Beweis dafür geliefert werden. Ihre Aussage, das Magazin "biber" würde mit dem "Media Hub Austria" kooperieren, musste Frau Blimlinger ja bereits im Rahmen der Veranstaltung als Irrtum zurücknehmen.

Als Staatsbürgerin erwarte ich mir von Nationalratsabgeordneten, dass sie sich sorgfältig vorbereiten und nicht Informationen - von welcher Seite auch immer - ungeprüft weitergeben.

Mag. Brigitte Binder-Morawetz, MA, per E-Mail

Den Nationalsozialismus hat die "Wiener Zeitung" überlebt

Als alter Sammler habe ich heute gerade den Artikel von Andrea Reisner vom 10./11. März 2018 gelesen: Darin beschreibt sie, wie die Nationalsozialisten der "Wiener Zeitung" den Garaus gemacht haben. Damals war der Spuk nach sieben Jahren wieder vorbei. Wie sehr würde ich mir wünschen, dass die Pläne der jetzigen Regierung samt Begleiterscheinungen - Journalistenausbildung durch den Staat beziehungsweise die jeweils tonangebende politische Partei - nur ein böser Albtraum sind und sie nicht das Werk der Nazis vollenden. Ich drücke weiterhin die Daumen!

Mag. Roberto David Kalmar Lachs, MA, 3413 Oberkirchbach

Zum Artikel von Karl Ettinger, 10./11. Dezember

Personalnot bei Bundesbediensteten

Von einer anrollenden Pensionswelle im Bund zu reden, ist irreführend. Es gehen nicht mehr in Pension, als der Bund eingestellt hat, weil er sie im Schul-, Polizei- und Verwaltungsdienst gebraucht hat. Es ist nicht nur ihr gutes Recht, in Pension zu gehen, wenn sie das entsprechende Alter erreicht haben, sie dürfen gar nicht länger bleiben. Das Problem ist ja nicht die Zahl der Pensionierungen, sondern dass weniger Menschen für die frei werdenden Stellen da sind. Nicht der Bedarf an Personal steigt (außer man würde neue Posten schaffen), sondern die Zahl der Menschen, die ihn decken können, sinkt.

Dr. Stefan Malfèr,

1140 Wien

Österreichs Blockade der Schengen-Erweiterung

Alexander Van der Bellen, Othmar Karas und andere Vernünftige haben die Regierung vor dem Schengen-Veto gewarnt. Offensichtlich sollte der kurze und längst widerlegte Traum von der geschlossenen Balkanroute als ÖVP-Meilenstein in Erinnerung bleiben. Inzwischen kommt auch die Wirtschaft darauf, dass die ÖVP ihre Interessen nicht vertritt, und meldet sich endlich zu Wort. Erfolgreiche Demokratie lebt auch davon, sich Dummheiten nicht gefallen zu lassen!

Bernd Stanzel, Anna Kaltenböck,

1070 Wien

Grenzüberschreitungen
im Akademietheater

In "Die Traumdeutung von Sigmund Freud" wird eine Zuschauerin auf die Bühne gebeten. Sie soll ihren Traum erzählen. Ein therapeutisches Setting wird konstruiert. Nicht nachgespielt. Vorgezeigt. Beim freien Assoziieren zur Frage "Wo sind Sie gerade?" bleiben die wechselnden Hintergrundbilder bei einem überdimensionalen Penis stehen. Er kommt auf die Frau zu. Während sie auf der Couch liegt. Gelächter.

Spätestens seit einer Stellungnahme des Burgtheaters ist klar: Die Grenzüberschreitungen sind gewollt, die Geschmacklosigkeiten inszeniert. Die "Träumerin" hat wirklich freiwillig zugestimmt. Für den Fall, dass sich keine Freiwillige meldet, gibt es eine Komparsin in petto. Und natürlich wird bei jeder Aufführung aufs Neue eine Frau gewählt. Sonst wirken die Geschmacklosigkeiten nicht so gut. Die Produktion wird im neuen Jahr verlängert.

Ich bleibe fassungslos, wütend, peinlich berührt zurück, nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, Zeugin von vorgeführten Grenzüberschreitungen geworden zu sein.

Maria E. Rathner,

4810 Gmunden