Journalismus als Beitrag
zur Nachhaltigkeit

Die "Wiener Zeitung" und das Kuratorium für Journalistenausbildung haben mit ihrem Ausbildungsprogramm #journalismuslernen heuer wieder viele Praktikantinnen und Praktikanten in journalistischen Grundlagen geschult. So weit, so gut! Es betrifft vor allem die junge Generation, die sich vielfach bereits als die "letzte Generation" geriert - und sollte nicht gerade diese für die drängenden Fragen der Zukunft fit gemacht werden?

Daher mein Appell, mehr Nachwuchs für den Bereich Nachhaltigkeitsjournalismus auszubilden. Diverse Initiativen, die es bereits aus einer engagierten Zivilgesellschaft heraus zu einem gewissen Expertentum gebracht haben, könnten ihre Erfahrung und ihr Wissen weitergeben, was in einer Art Bürger-Journalismus münden würde. Bürgerinnen und Bürger könnten zu "Meistern" werden, die in "Werkstätten" (etwa der "Wiener Zeitung") Praktikantenausbildung zur Verfügung stellen. Das wäre ein nicht zu unterschätzender Ansatz, um endlich Bürgerbeteiligung aus der Wissenschaft in die Medienwelt zu übertragen.

Im Weiteren könnte man hier Theorie- und Praxisgruppen zusammenführen: Medienentwickler, Netzwerker und Campaigner auf der Theorie-Seite und Neu-Journalisten in der Praxis.

Spätestens mit der Umsetzung der NFI-Richtlinie in Österreich hat sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung nicht nur als Pflicht großer Unternehmen etabliert, sondern findet auch als Kür kleinerer und mittlerer Unternehmen immer weitere Verbreitung. Wenn dabei auch internationale Regelwerke wie das der "Global Reporting Initiative" angewendet werden, so bleibt der Beitrag zu echter Nachhaltigkeit immer noch verschwindend gering. Unternehmen und Organisationen, die sich strengen Nachhaltigkeitskriterien verpflichtet fühlen, fällt es immer schwerer, sich von der Masse der "berichtenden" Unternehmen abzuheben. Hier gilt es Abhilfe zu schaffen: Zählen und erzählen im Sinne der demokratischen Transformation wären dafür die richtigen Kommunikationsinstrumente.

Ilse Kleinschuster,

per E-Mail

Keine Demokratie
ohne Qualitätsmedien

Die "Wiener Zeitung", die ich seit Jahrzehnten neben anderen Zeitungen lese, ist wegen der Seriosität unverzichtbar. Öffentlich-rechtliche Medien und Qualitätsmedien sind das Um und Auf der Demokratie. Wer sie zerstört, soll sich nie wieder einer Wahl stellen und aus dem Parlament fliegen.

Dr. Ewald Maurer,

per E-Mail

Die überfällige Abschaffung
des Amtsgeheimnisses

Österreich ist das einzige Land in Europa, welches das Amtsgeheimnis noch immer in der Verfassung verankert hat. Dieser Anker hat einen Widerhaken. Seit vielen Jahren wird die Abschaffung des Amtsgeheimnisses diskutiert und mit Nachdruck auch seitens der Zivilbevölkerung gefordert. Jetzt, heißt es, blockieren die Länder und Gemeinden dieses Vorhaben. Den Grund verschweigen sie: Sie haben ganz sicher viele Leichen im Keller, und die betroffenen Bürger und Institutionen könnten dann Einsicht nehmen und aufklären, was aufzuklären ist.

Natürlich kostet Transparenz Geld und sie wird etwas mehr Personal erfordern und etwas mehr Arbeit bedeuten. Aber das muss uns es wert sein, bedenkt man, dass laut den Studien von em. Univ.-Prof. Friedrich Schneider (Johannes Kepler Universität Linz) jährlich circa 25 Milliarden Euro an Schaden durch Korruption entsteht.

Schade, dass dies den meisten Menschen einfach gleichgültig zu sein scheint, denn sonst hätten viel mehr Staatsbürger das betreffende Volksbegehren unterzeichnen müssen. Es hilft nur eines: Bildung, Bildung und nochmals Bildung.

Dr. Peter Famler,

per E-Mail

Verständnis für Silvesterfeuerwerke

Zu Silvester Raketen zu schießen, hat bei uns eine lange Tradition. Silvester ohne Knaller und bunte Lichteffekte ist kaum vorstellbar. Sehr viele freuen sich schon das ganze Jahr darauf, womit sie auch leichter den alltäglichen Frust, der heuer besonders groß ist, etwas vergessen können.

Jede Medaille hat zwei Seiten. Es ist unumstritten, dass Tiere durch diese Knallerei in Mitleidenschaft gezogen werden. Als toleranter Demokrat, der selbst keine Raketen zum Jahreswechsel abfeuert, sich aber am Farbenspiel dieser Produkte immer sehr erfreut, ist es mir ein Herzensbedürfnis, am Silvester die Toleranz für all jene aufzubringen, die Freude am Raketenschießen haben, zumal diese Sache ja nur eine Nacht anhält.

Richard Leopold Tomasch,

9143 St. Michael